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Weinernte 2016: Die frostige Bilanz jetzt schwarz auf weiß

61 Prozent weniger Wein aus der Steiermark: Die Zahlen der Statistik Austria bestätigen den enormen Verlust durch den Jahrhundertfrost im April.

Weinlese in der Steiermark
© Helmut Lunghammer Der Jahrhundertfrost hat die steirische Weinernte um 61 Prozent (im Vergleich zu 2015) geschmälert.

Die befürchteten dramatischen Ertragseinbußen durch den ex­tremen Spätfrost im April belegt die Weinerntebilanz der Statistik Austria nun auch schwarz auf weiß. „Unglaubliche 61 Prozent Produktionsausfall im Vergleich zum Vorjahr mussten die steirischen Winzer hinnehmen. Konkret wurden 2016 nur magere 84.500 Hektoliter Wein produziert“, hat Spartenobmann Gerhard Wohlmuth die genauen Zahlen parat. Wer glaubt, das allein sei bereits eine Hiobsbotschaft, der sollte besser nicht die Schneise, die der Frost hierzulande hinterlassen hat, im Detail betrachten. Denn hier zeigt sich die Weststeiermark als regelrechtes „Katastrophengebiet“, in dem gerade einmal 20 Prozent des Weinvolumens eines Normaljahres (Fünfjahresschnitt) eingebracht werden konnten. 

Weinvorrat aus 2015

„Das einzige Glück ist, dass die Weinernte 2015 so außergewöhnlich gut war. Unsere Winzer beliefern die Kunden jetzt mit diesem Vorrat“, erklärt Wohlmuth. Das sei aber nur möglich, indem beim Export der Steirertropfen ordentlich zurückgeschraubt wurde. Doch nicht nur die Verluste aus dem entgangenen Exportgeschäft machten den Betroffenen zu schaffen, auch die Tatsache, dass „viele wenig oder gar kein Geld von der versprochenen Frostentschädigung des Bundes bekommen haben“, macht Wohlmuth die Problematik deutlich. Zahlreiche Investitionen würden deshalb zurückgeschraubt oder gar gänzlich gestrichen werden. 

Doch andernorts hat es der Wettergott wieder gut mit dem Wein gemeint: So freut man sich in Niederösterreich mit 1,5 Millionen Hektolitern sogar über ein Plus von elf Prozent. Und auch in Wien konnte mit 25.300 Hektolitern Rebensaft um stolze 15 Prozent mehr geerntet werden. Summa summarum waren es österreichweit zwei Millionen Hektoliter Wein, die geerntet wurden, was im Vergleich zu 2015 insgesamt ein Minus von 14 Prozent bedeutet.  

Bleibt nur noch die Frage offen, ob der steirische Minderertrag auch Auswirkungen auf den Genuss hat. „Hier kann ich nur deutlichst verneinen“, so Wohlmuth, „Der Jahrgang 2016 überzeugt mit fruchtiger Eleganz und einem wunderschönen Säurespiel.“ 

Von Veronika Pranger, veronika.pranger@wkstmk.at

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