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Was stört Sie eigentlich an Airbnb?

Traditionshotelier Philipp Florian pocht auf gleiche Spielregeln für Hotelerie und US-Plattformen im Gespräch mit der „Steirischen Wirtschaft“.

„Steuerflucht geht zu Lasten der kleinen Betriebe, so Hotelier Philipp Florian.
© Foto Fischer „Steuerflucht geht zu Lasten der kleinen Betriebe", so Hotelier Philipp Florian.

Haben Sie schon einmal in einer Unterkunft von „Airbnb“ genächtigt?

Philipp Florian: Vor kurzem wurde es mir spontan angeboten. Aber ich habe sofort abgelehnt. Das würde ich nie machen – aus Prinzip.

Was stört Sie an „Airbnb“?

Es erfolgt weder eine Besteuerung dieser Unternehmen, noch erfolgt die Bezahlung der Nächtigungsabgabe. Von den behördlichen Auflagen, die viele der angebotenen Unterkünfte nie erreichen, ganz zu schweigen: Hier kommt es zu einer wettbewerbsmäßigen Verzerrung. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich finde das Konzept der „sharing economy“ spannend und innovativ, aber für alle sollten die gleichen Spielregeln gelten.

Wo sehen Sie das Haupt­problem?

Der Fiskus denkt laut über – mit Verlaub – teils hanebüchene, mögliche neue Steuereinkommen nach, während zu besteuernde Geschäfte de facto nicht exekutiert werden. Mit den Geschäftsmodellen der Buchungsplattformen gehen mittlerweile Millionen am Fiskus vorbei. Für mich ist unverständlich, dass hier nicht reagiert wird. Der Grundgedanke dieser Plattformen ist ja längst nicht mehr aktuell.

Welche Entwicklung nehmen Sie konkret wahr?

Vom einst angedachten „Life like a local“-Prinzip haben sich „Airbnb“ & Co. schon längst verabschiedet. Airbnb wird schon lange nicht mehr von Studenten, die eine Stadt erkunden wollen und möglichst viel Flair aufsaugen möchten, genutzt. Davon sind wir weit weg. Stattdessen wird auf den Plattformen professionell und gewerblich vermarktet.

Allerdings teils zu extrem attraktiven Konditionen.

Die Designer-Suite direkt am kroatischen Meer, die dort beispielsweise angeboten wird, ist deswegen so günstig, weil hier gezielt illegale Wettbewerbsvorteile ausgereizt werden. Während heimische Hoteliers Steuern bezahlen, Mitarbeiter beschäftigen und gewerbliche Auflagen erfüllen, gelten diese Regeln für Unterkünfte auf diesen Unterkunft-Marktplätzen nicht. Was ich mir erwarte, ist ein fairer Wettbewerb mit klaren Regeln – und hier verlange ich, dass diese auch andere einhalten und befolgen. 

Wen sehen Sie hier in der Verantwortung?

Für mich ist unerklärlich, dass man in Brüssel noch nicht auf diese Entwicklungen reagiert hat. Hier geht es ja schon lange nicht mehr um Peanuts, sondern um Milliardenbeträge. Allein in Graz wurden im Vorjahr 150.000 Nächtigungen via Buchungsplattformen abgewickelt. Diese Steuerflucht der Großkonzerne kann zum Tod der kleinen Unternehmen führen. Auch in der Gesellschaft braucht es ein
Umdenken.

Inwiefern?

Ich darf mich nicht darüber aufregen, dass es irgendwann keine Geschäfte in der Innenstadt mehr gibt, wenn ich all meine Besorgungen via Amazon erledige. 

Fehlt die Wertschätzung?

Die Wertschätzung ist schon da, aber es ist für viele zu selbstverständlich geworden, dass wir lokale Anbieter haben. 


Teil drei der WKO-Kampagne #EinfachFair

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