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Was Peru unseren Firmen bringen kann

Im dritten Teil unserer Serie zum ICS-Fokusprogramm landen wir in Peru. Wir haben Wolfgang Köstinger vom AußenwirtschaftsCenter über den Wirtschaftsstandort und die Branchen der Zukunft befragt.

Machu Picchu
© saiko3p, stockadobe Der Gipfel des Machu Picchu ist Symbol für Peru. Hoch hinaus dürfte es künftig aber auch mit der Wirtschaft gehen.

Herr Köstinger, Sie sind Ansprechperson für österreichische Unternehmen in Peru. Wie ist es um den Wirtschaftsstandort bestellt? 

Köstinger: Peru war in den letzten zehn Jahren eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Lateinamerikas. 2017 lag der Zuwachs allerdings nur bei 2,5 Prozent. Hauptursache für die gedämpfte Entwicklung sind die Auswirkungen des Wetterphänomens „El Nino“ mit verheerenden Überschwemmungen sowie die Folgen des Korruptionsskandals rund um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht. Für 2018 sind die Prognosen wieder deutlich besser, man rechnet mit einem BIP-Wachstum von etwa 3,7 Prozent.

In welchen Branchen ist die peruanische Wirtschaft besonders stark? 

Köstinger: Peru ist weltweit der zweitgrößte Produzent von Kupfer, Silber und Zink, der drittgrößte von Zinn, der viertgrößte von Blei und Molybdän sowie der fünftgrößte von Gold. So machen die Bergbauexporte rund 60 Prozent der Gesamtexporte Perus aus. Für die nächsten Jahre stehen auch Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur an. So wird etwa der Frachthafen in Callao bei Lima ausgebaut. Die ersten zwei Etappen sind bereits abgeschlossen, weitere drei Abschnitte sollen bis 2024 fertiggestellt sein. Auch der Bau der Kupfermine Michiquillay ist ein Milliardenprojekt. Stark gestiegen sind zudem die Agrarexporte, zwischen 2007 und 2017 um 174 Prozent. Dabei geht es vor allem um Avocados, Mangos, Spargel, Quinoa und Kaffee.

In welchen Bereichen stehen sonst noch Investitionen an?

Köstinger: Neben dem Straßenbau, öffentlichen Verkehrsmitteln und Hafenanlagen sind in nächster Zukunft wohl auch Investitionen im Bereich Trink- und Abwasserleitungen sowie im Energie- und Umweltschutzbereich zu erwarten. Außerdem sind dringende Verbesserungen im öffentlichen Bildungs- und Gesundheitswesen notwendig. 

Wo sehen Sie die größten Chancen für heimische Unternehmen? 

Köstinger: Auf Grund des zu erwartenden Wachstums sehe ich besonders in der Nahrungsmittel-, Textil-, Metall- und chemischen Industrie, in der Bauwirtschaft, im Bergbau, im Erdöl- und Erdgassektor, im Agrarbereich, aber auch im Infrastruktur- und dem Energiesektor gute Marktchancen für österreichische Unternehmen. Wichtig sind auch erneuerbare alternative Energiequellen und der Umweltschutz, hier insbesondere Waste Management. Peru hat sich in den letzten Jahren als verlässlicher Handelspartner in Südamerika etabliert. Die Österreichische Kontrollbank stuft Peru in die Länderkategorie 3 ein, das heißt eine 100-prozentige Absicherung von Exportgeschäften ist möglich. 

Was raten Sie Neueinsteigern aus Österreich? 

Köstinger: Die Bestellung eines in der jeweiligen Branche gut eingeführten lokalen Vertreters ist meist unumgänglich. Potenzielle peruanische Kunden schätzen gedrucktes Informationsmaterial in spanischer Sprache. Zudem ist verstärkte Werbung über Websites sowie in den Medien und Fachzeitschriften empfehlenswert. Bei Erstkontakten beziehungsweise Wiederaufnahme von unterbrochenen Geschäftsverbindungen sollte man unbedingt eine Bonitätsauskunft einholen. Und: Kontaktieren Sie das für Peru zuständige AußenwirtschaftsCenter Santiago de Chile.

Kontakt: Wolfgang Köstinger, Außenwirtschaftscenter Santiago de Chile: santiago@wko.at

Das ICS rückt 2018 die Staaten der Pazifik-Allianz in den Fokus und hilft Firmen beim Markteintritt.

Sie möchten Ihren Kundenkreis erweitern? Vielleicht wird ja genau Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung in Peru, Mexiko, Kolumbien oder Chile dringend gebraucht. Worauf es beim Export in diese Länder ankommt und wie man dort punkten kann, das erfahren Sie bei den zahlreichen Netzwerkveranstaltungen und Seminaren des aktuellen Fokusprogramms des Internationalisierungscenters Steiermark (ICS). So lernen Sie etwa beim Exporttag am 7. 6. in der WKO Steiermark alles über Handelsdisruptionen auf dem amerikanischen Kontinent. Dabei können Sie auch Wirtschaftsdelegierte aus den Schwerpunktländern kennenlernen. Am 14. 6. gibt es einen Sprechtag zu Recht und Wirtschaft in Mexiko und den USA. Im September erwartet Sie ein Seminar über interkulturelles Management in Mexiko und Kolumbien. Zudem wird im September/Oktober eine Delegation aus Kolumbien nach Graz anreisen und sich mit dem Thema Bioenergie auseinandersetzen. Von 1. bis 5. 10. führt eine Wirtschaftsmission der Außenwirtschaft Austria nach Mexiko. Thema: Bahnindustrie. Höhepunkt in diesem Jahr ist eine steirische Delegationsreise von 20. bis 26. 10. nach Mexiko City und Bogotá.

Weitere Infos zum Fokusprogramm Mexiko, Kolumbien, Peru, Chile erhalten Sie im ICS bei  

alexandra.neugebauer@ic-steiermark.at, www.ic-steiermark.at

Von Petra Mravlak


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