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Was eine flexible Arbeitszeit bringt?

Die geplanten Änderungen im Arbeitszeitgesetz sorgen nicht nur medial für hitzige Debatten. Was aber soll sich ab 1. September konkret ändern? Hier eine Übersicht.

Der Arbeitstag soll ab 1. September zeitlich neu verpackt werden.
© Yuriy Shevtsov - stock.adobe.com Der Arbeitstag soll ab 1. September zeitlich neu verpackt werden.

Andreas Müller, Experte im WKO-Rechtsservice, gibt erst einmal Entwarnung: „Sowohl der Acht-Stunden-Tag als auch die 40-Stunden-Woche bleiben erhalten. Generell gibt es weder einen Zwölf-Stunden-Tag noch eine 60-Stunden-Woche.“ Fallweise dürfen aber bis zu zwölf Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche gearbeitet werden – dauerhaft im Viermonatsschnitt aber nicht mehr als 48 Stunden pro Woche. Die elfte und zwölfte Stunde sind grundsätzlich Überstunden mit Zuschlag. Müller: „Arbeitnehmer können Leistungen über zehn Stunden bzw. über 50 Stunden ohne Angabe von Gründen ablehnen und dürfen aus diesem Grund nicht benachteiligt werden.“ Wie bisher kann jegliche Überstunde nur angeordnet werden, wenn keine berücksichtigungswürdigen Interessen des Arbeitnehmers entgegenstehen.

Geld oder Freizeit

Arbeitnehmer können wählen, ob sie für Überstunden jenseits der zehn bzw. 50 Stunden in Geld oder durch Zeitausgleich vergütet werden. Die besonderen Gleitzeitregeln bleiben erhalten. Der Acht-Stunden-Tag bleibt auch hier die Regel. Es gelten die Höchstgrenzen von zwölf bzw. 60 Stunden. Müller: „Künftig kann für selbstbestimmtes Arbeiten auch eine Normalarbeitszeit von bis zu zwölf Stunden pro Tag vereinbart werden (bisher zehn Stunden), wenn der Zeitausgleich in ganzen Tagen in Verbindung mit dem Wochenende gewährt wird.“ Dadurch wird es laut Müller leichter, Zeitguthaben zu erwerben und diese geblockt zu konsumieren – Stichwort Vier-Tage-Woche. Bei selbstbestimmtem Arbeiten innerhalb dieser Grenzen fallen keine Überstundenzuschläge an. Angeordnete Arbeitsstunden, die über die Normalarbeitszeit hi­nausgehen, gelten als Überstunden.
Müller: „Zuschläge bei Gleitzeit gibt es jetzt und in Zukunft in zwei Fällen: bei dauerhafter Mehrbelastung (wenn Zeitguthaben nicht abgebaut und nicht in die nächste Gleitzeitperiode übertragen werden können) und wenn der Arbeitgeber Überstunden anordnet.“ Für den Arbeitnehmer günstigere Regelungen in Kollektivverträgen und Betriebsvereinbarungen bleiben aufrecht. Kollektivverträge können nun vorsehen, dass Zeitguthaben und Zeitschulden über mehrere Zeiträume hinweg übertragen werden.
Eine Beschäftigung an bis zu vier Wochenenden oder Feiertagen pro Kalenderjahr per Betriebsvereinbarung oder schriftlicher Einzelvereinbarung (ausgenommen Verkaufstätigkeiten) wird künftig möglich sein. Mitarbeiter in Betrieben ohne Betriebsrat haben allerdings ein Ablehnungsrecht. Eine Verkürzung der täglichen Ruhezeit auf acht Stunden bei geteilten Diensten im Hotel- und Gastgewerbe wird möglich. Familienangehörige und Arbeitnehmer mit selbständiger Entscheidungsbefugnis sind von Arbeitszeitgesetz und Arbeitsruhegesetz entsprechend der Textierung der EU-Richtlinie ausgenommen.

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