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Warum Ungarn etwas anders tickt...

Regelmäßig sorgen unsere Nachbarn für Schlagzeilen – nicht immer positiv. Wir haben nachgefragt, ob davon auch die Wirtschaft betroffen ist. Eine Analyse.

Budapest
© rudi1976, fotolia Es ist nicht nur die Donau, die Österreich und Ungarn verbindet.

Schon unmittelbar nach dem Fall des Eisernen Vorhangs taten steirische Firmen erste Schritte über die Grenze nach Ungarn. Einer dieser Pioniere ist der Hersteller von Bäckereimaschinen, König. Das Grazer Unternehmen stieg 1989 zunächst in ein Joint Venture ein, in der Folge wurde das Werk sukzessive ausgebaut. „Heute sind am Standort, der eng mit dem nur zwei Autostunden entfernten Stammwerk verknüpft ist, 280 Mitarbeiter beschäftigt“, so Geschäftsführer Hannes Stelzer. „Wir sind mit dem ungarischen Markt sehr zufrieden, er ist einer unserer stärksten Einzelmärkte.“

Für Ungarn ist Österreich der zweitgrößte Handelspartner. Und bei den Investitionen liegt Österreich hinter Deutschland und den Niederlanden an dritter Stelle. „Die Wirtschaft hat sich in unserem Nachbarland in den letzten Jahren gut entwickelt“, weiß Jürgen Schreder, Österreichs Wirtschaftsdelegierter in Budapest. „Die Erwartungen für die nächsten Jahre bleiben hoch, auch wenn das Wachstum nicht mehr so rasant sein wird.“ Probleme bereitet der Mangel an Fachkräften im Land: Man ist nahe an der Vollbeschäftigung und in der Vergangenheit haben viele junge, qualifizierte Ungarn das Land verlassen. 

Akuter Facharbeitermangel

„Der Arbeitsmarkt in Ungarn ist derzeit herausfordernd“, berichtet auch Franz-Karl Jenny, Geschäftsführer der Payer-Gruppe. „Aber die Geschäfte laufen.“ Das Unternehmen mit Hauptsitz im steirischen St. Bartholomä ist Spezialist im Bereich Werkzeugbau und Spritzguss und seit 1992 in Ungarn tätig. In zwei Niederlassungen beschäftigt Payer 600 Mitarbeiter. 

Auch die ADA-Möbelfabrik im oststeirischen Anger hat 1992 die erste Tochterfirma in Ungarn gegründet. Heute gibt es drei Niederlassungen mit 1.325 Mitarbeitern. „Die räumliche Nähe zu unserer Muttergesellschaft, bestens ausgebildete Mitarbeiter und gute Deutschkenntnisse waren damals wie heute sehr interessant für uns“, führt ADA-Geschäftsführer Gerhard Vorraber aus. Dass die grenzübergreifenden Geschäfte florieren, zeigt auch  die Statistik: So wurden im ersten Halbjahr 2018 Waren im Wert von 325 Millionen Euro aus der Steiermark nach Ungarn geliefert – ein Plus von 20,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Gegenzug gelangten Güter im Wert von 253 Millionen Euro in die Steiermark.

Der guten Wirtschaftslage scheint auch der Umbau Ungarns zur „illiberalen Demokratie“ keinen Abbruch zu tun. „Rechtsstaatlichkeit ist weitgehend gegeben, bestimmte Entwicklungen wurden allerdings von der EU stark kritisiert, nicht zuletzt 2018 mit der Einleitung des Artikel-7-Vertragsverletzungsverfahrens gegen Ungarn“, so Schreder. Es bleibt ein politisches Restrisiko. Insbesondere in strategisch wichtigen Bereichen – Banken, Medien, Einzelhandel, Energieversorger –, in denen die ungarische Regierung bestrebt ist, den staatlichen Einfluss zu stärken. „Maßnahmen gegen ausländische Investoren sind nicht gänzlich undenkbar,“ so Schreder. 

Das sagen steirische Unternehmer über Ungarn

Hannes Stelzer, König Maschinen

„Wir sind sehr zufrieden mit dem ungarischen Markt. Die Brotkultur in Ungarn ist ähnlich ausgeprägt wie in Österreich.“


Franz-Karl Jenny, Payer Group

„Die Standorte liefern einen wichtigen Wertschöpfungsbeitrag und erweitern unsere Fertigungskapazitäten in Europa.“


Gerhard Vorraber, ADA

„Wir sind seit über 26 Jahren auf dem ungarischen Möbelmarkt und konstant gewachsen. Ungarn ist viert-wichtigstes Umsatzland.“



Von Petra Mravlak

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