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Warum "steirischer Hopfen" aus Slowenien kommen muss

Weil sich Slowenien die Bezeichnung „Štajerski hmelj“ hat schützen lassen, ist „echter“ steirischer Hopfen“ nicht mehr erlaubt.

Bierbrauen
© Vclav-Mach Fotolia EU-Schutz: „Hopfen aus der Steiermark“ ist als Bezeichnung erlaubt, „steirischer Hopfen“ jedoch nicht mehr.
Vor wenigen Monaten hat sich zwischen der Steiermark und Slowenien im wahrsten Sinne des Wortes etwas zusammengebraut. Weil sich nämlich das Nachbarland sein wichtiges Kultur- und Exportgut Hopfen per EU-Patent hat schützen lassen, darf die Bezeichnung „steirischer Hopfen“ nicht mehr für die echte (!) steirische Bieringredienz angeführt werden. Soll heißen: Wo „steirischer Hopfen“ draufsteht, darf per EU-Spruch ausnahmslos nur mehr slowenischer drin sein.
Klingt widersinnig, ist aber so, und das EU-Recht steht klar auf Seite der Hopfenanbauer im Nachbarland, wie Andreas Werner von der Brau Union erklärt: „In Slowenien hat Hopfen eine lange Tradition. Deshalb hat man sich die Ursprungsbezeichnung in der Landessprache, also ,Štajerski hmelj‘, am EU-Patentamt gesichert.“

In diesem Schutz sind jedoch auch die Übersetzungen inkludiert. Und genau hier liegt das Problem, denn ins Deutsche übersetzt bedeutet Štajerski hmelj „steirischer Hopfen“, was sich aufgrund der gemeinsamen Historie schnell erklärt. Wenn aber steirischer Hopfen kein steirischer mehr sein darf, dann schüttelt nicht nur jeder weiß-grüne Bürger mit Verweis auf den gesunden Hausverstand ungläubig den Kopf, diese Posse stellt auch die Leobener Brauzunft vor eine Millionen Euro schwere Marketing-Herausforderung: Schließlich wird das Gösser seit Jahren als „steirisches Bier“ beworben, mit dem Verweis, dass hier ausschließlich Hopfen aus dem südsteirischen Leutschach verwendet wird. Im Übrigen ist natürlich auch die Aufschrift „Styrian Hops“ am Export-Etikett nun verboten.
Doch wenn es ums Bier und das Steirerland geht, versteht man hierzulande wirklich keinen Spaß, weshalb die Fachvertretung der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, die Brau Union und die Landwirtschaftskammer ihre Kräfte zum Schutz des Steirerhopfens bündelten – mit beachtlichem Erfolg, wenn man den klaren Rechtsvorteil der slowenischen Seite bedenkt: So beibt der Wortlaut „Hopfen aus der Steiermark“ bzw. „Hopfen aus der Südsteiermark“ erlaubt und Slowenien wird davon absehen, die große Ähnlichkeit mit der EU-geschützen Bezeichnung, zu sanktionieren.
„Wir haben sehr gute Gespräche geführt und konnten dieses Agree­ment ausverhandeln“, ergänzt Fachvertretungsgeschäftsführer Helmut Röck, der ebenso wie Werner überzeugt davon ist, dass es sich hier nicht um eine slowenische Breitseite – man denke nur an die Krainerwurst-Debatte oder den Kernöl-Streit – handelt: „Sie haben nur ihr Kulturgut in ihrer Sprache gesichert. Die Auswirkungen auf uns Steirer wurden nicht mitbedacht.“

Zitat Andreas Werner, Brau Union:

„Es klingt widersinnig, aber durch den Schutz der Bezeichnung ,Štajerski hmelj‘ darf der Wortlaut ,Steirischer Hopfen‘ nicht mehr angeführt werden, außer das Produkt stammt aus Slowenien.“

Von Veronika Pranger

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