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Warum es Netzwerke des Guten braucht

Die steirischen Rotarier haben erstmals die Schallmauervon 1.000 Mitgliedern durchbrochen. Wir haben darum mit Rotary-Governor Arno Kronhofer über Netzwerke und unternehmerisch-soziales Engagement gesprochen.

Arno Kronhofer ist Governor des Rotary-Distriks 1910.
© Foto Fischer Arno Kronhofer ist Governor des Rotary-Distriks 1910.
Sie sind seit Herbst 2017 Chef des Rotary-Distrikts 1910. Dafür haben Sie sich jetzt sogar ein Sabbatical-Jahr genommen. Woher kommt dieses Engagement?

Arno Kronhofer: Ich bin beim Militär und habe im Bosnienkrieg und im Kosovo Dinge gesehen, die man sich nicht vorstellen mag. Das darf nie wieder passieren. Wenn es also Möglichkeiten gibt, die Welt zu einem besseren Ort für alle zu machen, dann sehe ich es als Verpflichtung, das auch mit aller Kraft zu tun. Und jeder kann einen Teil dazu beitragen. Als Governor widme ich mich nun ein Jahr lang ehrenamtlich dieser Arbeit.

Rotary ist ein weltweit agierender gemeinnütziger Verein. Doch schwingt hier auch immer die Bedeutung eines sehr exklusiven Unternehmernetzwerkes mit…
Kronhofer: Der unternehmerische Aspekt ist nicht von der Hand zu weisen. Etwa die Hälfte unserer Rotarier sind Unternehmer bzw. bekleiden Führungspostitionen. Doch das schließt soziales Engagement nicht aus, ganz im Gegenteil. Gerade weil diese Menschen hochrangige Positionen bekleiden, wollen sie etwas von ihrem Glück jenen zurückzugeben, mit denen es das Leben nicht so gut gemeint hat.

Doch um mitzumachen, bedarf es des Vorschlags eines Mitglieds, dabei zu sein, kostet Geld, und es werden Netzwerke gespannt…
Kronhofer: Natürlich geht es auch darum, Freundschaften zu pflegen und sich zu vernetzen. Ich denke jedoch nicht, dass es der Aspekt des Business ist, der unseren insgesamt 4.650 Rotariern im Distrikt als Motivationsgrundlage dient. Warum auch. Das sind Personen, die bereits weit oben stehen. Denken Sie, um Geschäfte zu machen, müssten diese einem Club beitreten? Noch dazu einem, der ihnen das abverlangt, was für sie besonders wertvoll ist: nämlich Zeit. Wer sich hier also einbringt, für den zählen ganz sicher zuallerst unser Ziele im sozialen Kontext. Aber ja, ich gebe zu: In der breiten Öffentlichkeit wird Rotary oft anders gesehen.

Braucht es vielleicht nicht auch mehr Transparenz, um dem Nimbus des Geheimnisvollen, den Rotary in weitenTeilen der Bevölkerung hat, entgegenzuwirken?
Kronhofer: Nein, wir sind nämlich sehr transparent. Es braucht vielmehr echtes Interesse von jenen, die uns in Richtung Geheimbund verorten. Alle Ziele und Tätigkeiten können über unsere Homepage oder in den sozialen Medien verfolgt werden, und im Gegensatz zu geheimen Verbänden bekennen wir uns klar zur Mitgliedschaft. 

Wenn Sie die 23 steirischen Rotary-Clubs in Zahlen beschreiben, welche sind das?
Kronhofer: Wir haben jetzt erstmals über 1.000 Mitglieder. Und allein in den vergangenen zehn Jahren haben die steirischen Rotarier drei Millionen Euro für soziale Zwecke gespendet und damit 12.800 Menschen geholfen. Im Vorjahr konnten wir beispielsweise mit 411.000 Euro, 8.100 ehrenamtlichen Stunden und 121 Projekten über 1.750 Menschen unterstützen. Hier reicht die Palette vom schnellen Besorgen notwendiger Güter für eine Familie in Not bis hin zur Beteiligung an Großprojekten, etwa den Special Olympics, wo Rotarier 450 Sportler untergebracht haben.

Wenn Sie beispielhaft ein Projekt der Steirer nennen sollten, welches wäre das?
Kronhofer: Es gibt so viele, große wie kleine. Aber besonders schön illustriert den Gedanken Hilfe zur Selbsthilfe beispielsweise das Himbeer-Farm-Projekt. 84 solcher Himbeer-Farmen wurden von den Steirern in den letzten Jahren in Bosnien-Herzegowina ermöglicht. Setzlinge werden von den Rotariern gekauft und an Kriegswitwen im Raum Sreberenica übergeben. Diese erwirtschaften so rund zwei Tonnen Himbeeren pro Farm und sichern sich und ihrer Familie damit ein Jahreseinkommen. 

Wie stark ist Rotary ­insgesamt aufgestellt?
Kronhofer: Rotary zählt weltweit in 220 Ländern 1,23 Millionen Mitglieder. Eine solche Größe erlaubt es uns, auch große Ziele zu verfolgen und ein, wie ich gerne sage,  „Netzwerk des Guten“ zu spannen. Allein in den letzten Jahren konnte man beispielsweise 23 Millionen Menschen in Afrika mit sauberem Trinkwasser versorge. Hier waren auch vier steirische Clubs beteiligt.

Welchen Mehrwert hat soziales Engagement für Unternehmen?
Kronhofer: Jedes Unternehmen hat eine soziale Verpflichtung – den Mitarbeitern und der Gesellschaft gegenüber. Rotary bietet den Unternehmen eine Plattform dafür.

Zur Person:

Arno Kronhofer ist Oberst für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation beim Militärkommando Kärnten. Er widmet sich ein Sabbatical-Jahr lang ehrenamtlich seiner Tätigkeit als Rotary Governor des Distrikts 1910. Infos: www.rotary.at/distrikt_1910

Interview: Veronika Pranger

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