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Viele Formen der Beschäftigung

Werkvertrag, Dienstvertrag oder freier Dienstvertrag? Der Experte klärt auf, welche Kriterien für die Beurteilung wirklich entscheidend sind.

Mann blickt nachdenklich nach oben
© pathdoc - Fotolia Die vielen Möglichkeiten der Beschäftigung werfen oft Fragen auf.

Wie schwierig die Abgrenzung zwischen Werkvertrag, freiem Dienstvertrag und Dienstvertrag in der Praxis ist, das zeigen Prüfungen von Unternehmen durch Gebietskrankenkasse und die Finanzverwaltung auf. Vor allem Einzelunternehmer ohne eigene Mitarbeiter, aber auch (große) Auftraggeber sind sehr verunsichert. Andreas Müller, Experte im WKO-Rechtsservice, zeigt die Kriterien auf, die für die Beurteilung als Dienstvertrag, freier Dienstvertrag oder Werkvertrag gelten: „Entscheidend für die Beurteilung ob Versicherungspflicht nach ASVG bei Dienstverträgen und freien Dienstverträgen oder nach GSVG bei Werkverträgen vorliegt, ist die persönliche und wirtschaftliche Abhängigkeit und somit das Überwiegen der Merkmale der Selbständigkeit bzw. Unselbständigkeit.“ 

Freie Dienstnehmer sind solche, die ihre Dienstleistung frei und im Wesentlichen selber erbringen und über keine wesentlichen eigenen Betriebsmittel verfügen und daher der ASVG-Pflichtversicherung unterliegen. Sie sind den normalen, überwiegend persönlich abhängigen echten Dienstnehmern sozialversicherungsrechtlich gleichgestellt. Es bestehen die gleichen Dienstgeberpflichten und Dienstgeberrisiken. Müller: „Für den freien Dienstnehmer gelten jedoch die grundsätzlich zwingenden arbeitsrechtlichen Vorschriften nicht. So ist z. B. der Kollektivvertrag auf freie Dienstnehmer nicht anzuwenden, das Urlaubsgesetz sowie das Angestelltengesetz etc. gelten nicht.“ Ist der vermeintlich freie Dienstnehmer jedoch persönlich abhängig im Rahmen eines echten Dienstverhältnisses tätig, so sind die sozialversicherungsrechtlichen, arbeitsrechtlichen und lohnsteuerrechtlichen Regelungen für den echten Dienstnehmer einzuhalten. 

Werkvertrag

Im Rahmen eines Werkvertrages, der grundsätzlich zur GSVG-Pflichtversicherung führt, verpflichtet sich ein Unternehmer, gegen Entgelt für einen Auftraggeber ein bestimmtes Werk herzustellen. Müller: „Das Vertragsverhältnis endet automatisch mit der Fertigstellung.“ Der Werkvertragsnehmer ist persönlich vom Auftraggeber nicht abhängig, er kann Arbeitsort und Arbeitszeit frei einteilen und ist nicht weisungsgebunden. Das echte Dienstverhältnis zeichnet sich durch persönliche Abhängigkeit aus. Dem Dienstnehmer sind grundsätzlich Arbeitsort und Arbeitszeit vorgegeben, er ist weisungsgebunden und darf sich nicht vertreten lassen, sondern hat seine Arbeitsleistung höchstpersönlich zu erbringen. Er trägt auch kein Unternehmerrisiko.

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