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Verordnung schürt Sackerl-Diskussion

Verärgert reagiert der Handel auf den Beschluss, der die unentgeltliche Plastiksackerl-Abgabe an Kunden generell verbieten kann.

Plastiksackerl
© aquar - fotolia Die EU sagt dem Plastiksackerl den Kampf an.
Die Diskussion ums Plastiksackerl geht in eine neue Runde. Denn die nun im österreichischen Umweltausschuss beschlossene Gesetzesnovelle räumt dem Umweltminister die Möglichkeit ein, Restriktionen für Kunststofftragetaschen (trotz bereits freiwilliger Vereinbarungen großer Händler) zu verordnen. Roman Seeliger, stv. Geschäftsführer der Bundessparte Handel, erklärt: „Vereinfacht gesagt kann der Minister nun die unentgeltliche Abgabe von Sackerln generell verbieten.“
Und diese Option stößt dem heimischen Handel sauer auf. Kein Wunder, schließlich wurden bereits viele Maßnahmen gesetzt, um der „EU-Plastiksackerlrichtlinie“ entgegenzukommen. Diese sieht vor, dass bis 2019 der Verbrauch leichter Einwegtragetaschen pro Person in den Mitgliedsländern auf maximal 90 Stück reduziert bzw. ein Verbot der unentgeltlichen Abgabe von Kunststofftragetaschen eingeführt wird. Für sehr leichte Sackerln (Obstbeutel) und sehr schwere Tragetaschen können die Mitgliedsstaaten eigene Maßnahmen setzen.
Recyclinghochburg

So weit, so bereits in großem Ausmaß geschehen. Selbst namhafte Händler haben dem Plastikmüll in den Weltmeeren (was die ursprüngliche Idee hinter dieser Richtline ist) den Kampf angesagt. Deshalb gibt es seit gut einem Jahr das Sackerl etwa bei Spar, Lidl, Hofer, Rewe, ­Tshibo/Eduscho, H&M, DM oder auch Mediamarkt/Saturn nur mehr gegen bare Münze. „Hinzu kommt, dass in Österreich dem Umweltschutz und der Ressourcenschonung enormer Stellenwert zugeschrieben wird. Was bei uns an Recycling geschieht, sucht weltweit seinesgleichen“, ergänzt Seeliger. „Die Einkaufssackerl werden mehrfach verwendet, bis sie dann als Müllbeutel zum Einsatz kommen.“ Und danach werden sie im Gegensatz zu einigen anderen EU-Ländern nicht deponiert, sondern als Granulat wieder in den Stoffkreislauf, etwa zum Heizen in der Industrie, eingebracht. Gleichzeitig sei der Sackerlverbrauch hierzulande weniger hoch, als viele annehmen würden, ergänzt Seeliger: „Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch entspricht dem Gegenwert von 0,66 Liter Diesel.“
Deshalb sei es nur schwer verständlich, warum dieser Passus festgeschrieben wurde und man alle Händler damit generell dazu zwingen könnte, Geld fürs Sackerl beim Kunden einzufordern. Der Handel appelliert, Augenmaß walten lassen, statt sich, so Seeliger, „einem Trend unterzuordnen, der sicherlich für viele EU-Länder notwendig ist, nicht jedoch für die Recycling-Hochburg Österreich“.

Von Veronika Pranger

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