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Verhaltener Start mit Hindernissen

Die meisten Geschäfte sind wieder offen. Grundsätzlich ein wichtiges Signal, so Handelsobmann Wohlmuth. Dennoch bleibe die Frage nach der Fairness.

Wenige Passanten in der Grazer Herrengasse
© Foto Fischer Die meisten Geschäfte haben wieder geöffnet, doch der Shoppingtrubel blieb erwartungsgemäß – wie hier in der Grazer Herrengasse – aus.

Seit wenigen Tagen dürfen die Geschäfte – unter Einhaltung zahlreicher Sicherheitsmaßnahmen – wieder ihre Türen für Kunden öffnen. „Das ist grundsätzlich sehr zu begrüßen, denn die letzten Wochen haben viele heimische Händler in existenzielle Notlagen gebracht. Es ist wichtig, dass die Wirtschaft nun wieder hochgefahren wird“, betont Spartenobmann Gerhard Wohlmuth.

Und er geht davon aus, dass sich aufgrund der noch geltenden Ausgangsbeschränkungen der Kundenandrang doch sehr in Grenzen halten werde: „Mit Ausnahme bei Bau- und Gartenmärkten. Das hat man gleich am Dienstag in der Früh gesehen. Jetzt ist Start der Gartelsaison und die Leute sind auch zu Hause. Dieser Ansturm war zu erwarten.“

Enormer Druck bei den Händlern

Ein Befund, den auch ein Rundruf unter den heimischen Branchenverantwortlichen bzw. Handelsexperten bestätigt. Tenor: Die verlorenen Wochen seien quer durch die Branchen so gut wie nicht mehr aufzuholen, der Druck sei enorm. Doch erst wenn die Menschen wieder ihre Bewegungsfreiheit zurückerhielten und sich draußen wieder sicher fühlten, könne man von einem Normalzustand sprechen, so die Händler. Das werde aber noch Monate dauern.

Aktuelle Lösung ist wettbewerbsverzerrend

Einig sind sich die Branchenexperten auch, dass die 400-Quadratmeter-Lösung für die jetzige Öffnung in dieser ohnehin so schwierigen Phase auch noch wettbewerbsverzerrend wirke. „Das widerspricht der Fairness. Es müsste eine Kopf-pro-Quadratmeter-Regel geben, die für alle gleichermaßen gilt“, so Wohlmuth. Denn gerade bei größeren Verkaufsflächen sei es noch leichter, große Distanzen zwischen den Personen zu garantieren. Ebenso mehr Fairness mahnt der Obmann für kleine und mittlere Unternehmen ein: „Bis jetzt gab es nur Lösungen für Kleinstbetriebe. Die KMU wurden nicht bedacht. Doch viele mussten bereits Kredite aufnehmen, um zu überleben. Und Stundungen sind hier keine Lösung, das ist nicht mehr als ein Hinausschieben der Zahlungsverpflichtung nach hinten.“


Statements:

Klaus Edelsbrunner, Bundesgremialobmann Kfz-Handel: "Im Kfz-Handel ergibt sich mit der aktuellen Regelung eine massive Ungleichheit, denn jene mit großen Schauräumen müssen weiter geschlossen bleiben. Insgesamt verzeichnete
der Autohandel enorme Einbußen, diese wird man wohl nicht mehr aufholen können.
Positiv ist, dass zumindest die Werkstätten überall öffnen konnten, und diese sind gut ausgelastet."

Franz Rattenegger, Obmann Mode- & Freizeithandel: "Der Modehandel hat unter dem Shutdown extrem gelitten, die Lager sind voll mit Frühlingsware, die nicht verkauft werden konnte. Viele Geschäfte sind auch weiter geschlossen, weil sie eine zu große Verkaufsfläche haben. Noch kommen wenige Kunden – und es wird noch lange dauern, bis man wieder von einer Normalität sprechen kann."

Christian Zöscher, Elektrofachhandel: "Bis auf wenige Ausnahmen haben alle heimischen Elektrofachhändler nun wieder geöffnet,
doch die Kundschaft hält sich sehr in Grenzen, weil es noch Ausgangsbeschränkungen und generell große Unsicherheit gibt. Es läuft weiter im Corona-Modus: Der Großteil ruft an bzw. ordert per Mail oder Onlineshop. Gefragt sind dringender Ersatzteile oder wichtige Reparaturen."

Harald Scherz, Branchensprecher Sportartikelhandel: "Die Regel mit den 400 Quadratmetern wäre zu hinterfragen, denn eine Kopf-pro-Quadratmeter-Lösung wäre fairer für alle. Gerade im Sportfachhandel sind es noch viele, die aufgrund ihrer Größe geschlossen haben müssen und deren Kunden möglicherweise abwandern. Zumindest in den Werkstätten ist momentan viel zu tun, viele Räder werden jetzt fit gemacht."

Rudolf Schwarzl, Bau- und Gartenmarkt: "Die Bau- und Gartenmärkte profitierten jetzt von einer Art Eröffnungseuphorie, doch diese wird sich, in den kommenden Tagen wieder normalisieren. Jetzt geht es darum, zumindest ein wenig von dem aufzuholen, was in den Wochen zuvor an wichtigen Umsätzen verloren ging. Bei Großprojekten, wie den Häuslbauern, die ja über Monate im vorhinein geplant werden, gab es große Angebotsrückgänge."

Michael Wilhelm, Obmann Papier- und Spielwarenhandel: "Die meisten Papier- und Spielwarenhändler haben wieder offen. Das ist gut, es kommen auch vereinzelt Kunden, aber
so lange es Ausgangsbeschränkungen gibt, rechnen wir nicht mit dem großen Run. Fatal war
der Wegfall des Ostergeschäfts, das ist nach Weihnachten ja der zweitwichtigste Umsatzbringer in der Branche. Das konnte man auch online unmöglich ausgleichen.“




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