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Verbotener Haarschnitt kann teuer zu stehen kommen

Friseur-Leistungen zu Hause zu erbringen, ist in Corona-Zeiten kein Kavaliersdelikt, warnt die Innung. Hohe Strafen drohen.

Friseur beim Haare Schneiden
© Lightfeld Studios – stock.adobe.com Wegen der hohen Ansteckungsgefahr sind Friseurleistungen derzeit nicht erlaubt.

Bei Friseur-Innungsmeisterin Doris Schneider läuft derzeit das Telefon heiß: Immer wieder berichten Friseure oder deren Mitarbeiter, dass sie – trotz der strengen Corona-Restriktionen –  von Kunden um Friseurleistungen in den eigenen vier Wänden gebeten werden. „Das geht natürlich auf keinen Fall. Bei einer Friseur-Dienstleistung kann der Sicherheitsabstand von zumindest einem Meter nicht eingehalten werden. Es ist schlichtweg verboten. An die strengen Vorgaben der Regierung haben sich alle zu halten – Betriebe genauso wie Kunden“, appelliert die Innungsmeisterin an die Vernunft der Steirer.

"Revival" für den Pfusch in den eigenen vier Wänden

Dazu kommt, dass der Haarschnitt zu Hause wohl auch ohne Rechnung erfolgt und somit der Schwarzarbeit Vorschub geleistet wird. Ein „Revival“ für den Pfusch in den eigenen vier Wänden – und das paradoxerweise trotz strengster Auflagen. „Wir gehen natürlich jedem Hinweis nach, den wir zu unbefugter Gewerbeausübung bekommen“, so Schneider.

Fairen Wettbewerb sicherstellen

Das bestätigt auch Leopold Strobl, Leiter des Erhebungsdienstes in der WKO Steiermark: „Wir kooperieren hier intensiv mit den Innungen. Im Dienstleistungsbereich mit intensivem Kundenkontakt wie Friseure, Fußpfleger und Masseure bekommen wir derzeit zahlreiche Rückmeldungen über Verstöße.“ Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen sei es aber umso wichtiger, fairen Wettbewerb sicherzustellen – sofern dieser überhaupt stattfinden kann, findet Strobl klare Worte: „Wer sich darüber hinwegsetzt und im stillen Kämmerlein pfuscht, macht sich nicht nur des unlauteren Wettbewerbs schuldig, sondern riskiert auch die Volksgesundheit Österreichs.“ Wer dabei erwischt wird, muss mit drakonischen Strafen rechnen: Bis zu 30.000 Euro kann der verbotene Haarschnitt dann kosten. Kontrollen seien bereits angelaufen.

Keine Einzelfälle

Wie viele der insgesamt knapp 3.000 Mitarbeiter der steirischen Friseurbetriebe bereits ein solches unlauteres Angebot bekommen haben, kann Schneider nicht genau beziffern. Aber: „Es sind keine Einzelfälle, im Gegenteil.“ Offensichtlich sei noch immer nicht zu allen vorgedrungen, wie hoch die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus ist und welche dramatischen Folgen eine solche Erkrankung haben kann. „In der aktuellen Situation Friseurleistungen zu erbringen, ist zutiefst verantwortungslos. Wer so agiert, schadet der Branche, den Menschen und sich selbst“, schließt die Innungsmeisterin.

Unerlaubte Gewerbeausübung

Wenn Sie Kenntnis von einer unerlaubten Gewerbeausübung haben, bitte an die zuständige Innung wenden: igfhahn-reichl@wkstmk.at


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