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USA: Wirtschaftsmacht im Bann des Virus

Das Coronavirus hat die USA mit aller Härte getroffen. Wir haben uns bei Michael Friedl, Wirtschaftsdelegierter in New York City, nach der aktuellen Lage erkundigt.

Frau mit Atemmaske US-Flagge
© maridav, adobestock Im „Big Apple“ steht noch alles still, in einigen US-Staaten hat man aber bereits mit Lockerungen begonnen.

Wie geht es Ihnen? Wie ist die Stimmung im Land?

Friedl: Für mich ist es nun die neunte Woche im Home Office. Und das Leben im „Big Apple“ ist stark eingeschränkt: Maskenpflicht in Geschäften, die U-Bahnen zu 90 Prozent leer und der Broadway dunkel. Die New Yorker sind harte Zeiten gewohnt – nach 9/11, dem großen Blackout und Hurricane Sandy. Man unterstützt sich gegenseitig. Der Druck, die Wirtschaft wieder hochzufahren, ist auch hier spürbar, wo viele Menschen von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben.

Ist der Wendepunkt der Ausbreitung des Virus erreicht?

Friedl: Gouverneur Andrew Cuomo meint, dass der Peak eventuell erreicht wurde, jetzt aber das langsame und mühsame Aufsperren der Wirtschaft gut gemanagt werden muss. Die USA sind noch immer Corona-Hotspot mit 1,4 Millionen Infizierten und über 80.000 Todesfällen. New York ist Spitzenreiter mit über 330.000 Infizierten und knapp 22.000 Toten. Die gute Nachricht: Neue Spitalsaufenthalte und die Zuwachsrate bei Infizierten und Toten gehen hier seit einigen Wochen nach unten.

Präsident Trump drängt zum raschen Hochfahren der Wirtschaft. Wie geht es weiter?

Friedl: In über 20 Bundesstaaten wurden bereits Beschränkungen aufgehoben, so in Georgia, Texas,  South Carolina und Alaska. Man wird sehen, ob es dort zu einer zweiten Welle kommt, von der andere Bundesstaaten lernen können. Auch im Bundesstaat New York wird es allmählich Lockerungen geben, allerdings zunächst im Norden, wo es weniger Fälle gab.

Wie steht es derzeit um die US-Wirtschaft?

Friedl: Die Folgen sind verheerend. Es gibt über 30 Millionen Arbeitslose und viele Menschen mit reduzierten Arbeitszeiten und Gehaltseinbußen. Das entspricht den Jobzuwächsen der letzten zehn Jahre, plus 30 Prozent. Die Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung liegen bei etwa 2,7 Billionen US-Dollar, doch sie greifen langsam und es gibt Verzögerungen bei Auszahlungen etwa an KMU und Arbeitslose. Hier zeigen sich strukturelle Schwächen der US-Verwaltung. Im ersten Quartal schrumpfte die US-Wirtschaft um fast fünf Prozent, für das zweite werden 30 bis 40 Prozent erwartet. Abhängig vom Hochfahren der  Wirtschaft wird das BIP zwischen zwei und sechs Prozent fallen. 

Wie geht es österreichischen Unternehmen in den USA?

Friedl: In den etwa 700 österreichischen Niederlassungen ist man nicht in Panik verfallen. Manche sind „essential companies“, wie Lieferanten von Textilmaschinen für die Herstellung von Soldatenuniformen oder Kommunikationsanlagen für die Army. Einige, im Gesundheitsbereich oder E-Provider, wachsen sogar. Für die Zulieferer, etwa im Automobilbereich, ist die Situation schlecht. Zudem rechnen wir mit einem Rückgang bei den US-Importen. 

Michael Friedl ist Wirtschaftsdelegierter im Außenwirtschafts-Center New York.


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