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US-Strafzölle: Bei Handelskrieg verlieren alle

Die Ankündigung von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium durch US-Präsident Donald Trump ist ein gefährliches Signal für die Weltwirtschaft.

Donald Trump hat Zusatzzölle von 25 Prozent auf Stahlimporte und von zehn Prozent auf Aluminiumimporte angekündigt. Die Amerikaner stellen sich damit gegen das weltweite Handelssystem der WTO.
© enanuchit-Fotolia Donald Trump hat Zusatzzölle von 25 Prozent auf Stahlimporte und von zehn Prozent auf Aluminiumimporte angekündigt. Die Amerikaner stellen sich damit gegen das weltweite Handelssystem der WTO.

US-Präsident Donald Trump hat Zusatzzölle von 25 Prozent auf Stahlimporte und von zehn Prozent auf Aluminiumimporte angekündigt. Die Amerikaner stellen sich damit gegen das weltweite Handelssystem der WTO. „Diese Ankündigung ist ein gefährliches Signal. Am Ende gibt es bei einem solchen Konflikt nur Verlierer“, warnt Christoph Leitl, Präsident der WKÖ. Aber nicht nur hierzulande, auch in der US-Wirtschaft hat sich bereits Widerstand gegen die Zusatzzölle formiert.
Europa müsse eine zweifache Antwort geben, so Leitl: „Auf der einen Seite muss die EU mit den Amerikanern im Dialog bleiben. Aber wenn es hart auf hart kommt, ist eine klare und entschlossene Reaktion der EU notwendig.“ Dann werde es auch von europäischer Seite Gegenmaßnahmen geben. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat als Gegenmaßnahmen bereits Einfuhrzölle auf typisch amerikanische Produkte, wie Harley Davidson-Motorräder, Whiskey oder Jeans angekündigt.
Die Auswirkungen auf die österreichische Exportwirtschaft sind  Experten zufolge erst abschätzbar, wenn Trump seine Pläne konkretisiert hat. 2016 betrugen die heimischen Eisen- und Stahlexporte in die USA knapp 160 Millionen Euro, jene von Aluminium und Aluminiumprodukten rund 170 Millionen Euro.

„Vergeltung“ könnte teuer zu stehen kommen

Die Gesamtbetroffenheit für Österreich ergibt sich nicht nur aus den direkten Handelsbeschränkungen der USA, sondern auch aufgrund von etwaigen „Vergeltungsmaßnahmen“ von Drittstaaten. Sie könnten ebenfalls Importhürden für Aluminium und Stahl ergreifen, um „Umwegimporte“ von nicht in die USA exportierbaren Stahl- und Aluminiumprodukten in die eigenen Märkte zu verhindern. Dadurch könnte ein internationaler Handelskonflikt mit unabsehbaren Folgen in Gang gesetzt werden.
Aus Sicht der österreichischen Wirtschaft sei es daher wichtig, dass Vergeltungsmaßnahmen „mit Augenmaß und möglichst handelsschonend“ erfolgen, betont Leitl. Die EU habe schon bewiesen, dass sie das kann. So hat sie bei der letzten, von den USA verursachten internationalen Stahlkrise 2001/2002 Vergeltungsmaßnahmen nur auf solche Waren eingeführt, die über eine normale, mehrjährige Handelsentwicklung hinausgingen, also zu den gefürchteten „Umweg-importen“ in die EU zählten.
Die USA sind Österreichs zweitwichtigster Handelspartner. 2017 betrug das Handelsvolumen (Jänner bis November) rund 14,4 Milliarden Euro, wobei Österreich einen Handelsüberschuss von rund 3,5 Milliarden Euro erwirtschaftete.

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