th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Urlauber setzten heuer wieder auf Griechenland und Türkei

An erster Stelle der beliebtesten Flugreiseziele rangierte heuer im Sommer Griechenland – die Buchungen für die Türkei konnten gegenüber dem Vorjahr stark zulegen.  

© APA (DPA) Spanien hingegen büßte an Beliebtheit ein

Die Österreicher haben heuer im Sommer deutlich mehr Geld für den Urlaub springen lassen als im Vorjahr. Beim größten heimischen Tourismuskonzern Verkehrsbüro Group, zu dem die Ruefa-Reisebüros gehören, legte der Umsatz um 10 Prozent zu, die Passagierzahl um 5 Prozent. "Das heißt, es werden durchaus höherpreisige Reisen gebucht bzw. Destinationen, die etwas teurer sind", so Vorstand Helga Freund.

Die heuer extrem hohe Zahl an Flugausfällen und -verspätungen sorgte für Ärger auf allen Seiten - Urlauber saßen auf Airports fest, Reiseveranstalter hatten alle Hände voll zu tun, Alternativen anzubieten. "Unsere Mitarbeiter hatten tagtäglich mit diesen Umbuchungen zu kämpfen", sagte der Geschäftsführer der Verkehrsbüro-Ruefa Reisen GmbH, Walter Krahl, am Mittwoch vor Journalisten in Wien. "Da war im Sommer extrem viel los in den Reisebüros."

Nach den Airline-Insolvenzen habe es "ein Gezerre um Slots" gegeben, das auf dem Rücken der Reisebüros ausgetragen worden sei. "Es wurden Maschinen in Flugpläne eingepflegt, die gar nicht da waren." Da es keine Ersatzkapazitäten gegeben habe, sei es zu Flugverspätungen um 24 oder 48 Stunden gekommen.

"Laudamotion wird zum Beispiel nur auf ausdrücklichen Kundenwunsch gebucht", so Krahl. Mit "Airlines, bei denen wir nicht wissen, was morgen oder übermorgen passiert", werde so vorgegangen. "Denn wir haften dafür." An der Reiseintensität haben die chaotischen Bedingungen im Gefolge der Air-Berlin- und Flyniki-Pleite im Vorjahr aber nichts geändert. Gebucht ist gebucht.

An erster Stelle der beliebtesten Flugreiseziele rangierte heuer im Sommer Griechenland - mit einem Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr von 19 Prozent. Neben Kreta, Rhodos und Kos seien auch kleinere und unbekanntere Destinationen sehr gefragt gewesen, berichtete Freund. Die Ruefa-Reisebüros machten fast ein Fünftel (18 Prozent) ihres Umsatzes mit Griechenland-Reisen.

An zweiter Stelle folgte Spanien, das heuer aber deutlich an Beliebtheit einbüßte und Platz eins an Griechenland abgeben musste. Die Buchungsumsätze der Verkehrsbüro Group von Österreich aus gingen jedenfalls um 9 Prozent zurück. Spanien selbst beklagt heuer weltweit Buchungsrückgänge von insgesamt 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Erst einmal sind die Preise um einiges erhöht worden und zweitens gab es einfach nicht die Flugkapazitäten, die man gebraucht hätte", erklärte Krahl. "Nach zwei Jahren verlieren Spanien und Kroatien an Bedeutung und die Österreicher kehren an die alten beliebten Destinationen zurück", stellte Freund fest.

So erhöhten sich die Buchungsumsätze in Richtung Türkei - freilich von einem sehr niedrigen Niveau aus - heuer gegenüber dem Vorjahr um mehr als 200 Prozent. Das sei vor allem dem Preis geschuldet - auch wenn der Urlaub dort nicht mehr so günstig ist wie früher. Politische Rahmenbedingungen blenden die Touristen offenbar komplett aus, sofern sie sich nicht persönlich bedroht fühlen. Städtereisen wurden den Angaben zufolge aber nach wie vor gemieden - "es werden vor allem Ferien am Meer gebucht, in der Türkei ebenso wie in Ägypten", so Freund. Die Ägypten-Umsätze stiegen heuer im Sommer um 54 Prozent - "Ägypten ist das dritte Jahr in Folge hoch zweistellig im Plus", sagte Krahl. Die Vorausbuchungen für den Winter zeigten per Ende August einen Zuwachs von 70 Prozent.

Im Türkei-Geschäft war die Verkehrsbüro Group im Sommer 2014 am Höhepunkt - davon ist man jetzt immer noch weit entfernt. "Wir machen ein Drittel des Umsatzes von 2014", räumte Freund ein. Zwei Drittel fehlen also noch.

Als der europäische Markt für Urlaub in der Türkei zusammenbrach, bemühte sich das Land verstärkt um Touristen aus Russland und dem arabischen Raum, was auch funktionierte. "Von den Preisen her ist es nicht mehr so billig, wie es damals war", so die Verkehrsbüro-Direktorin. Doch eine Woche "all inclusive" sei dort im Schnitt immer noch um 150 Euro pro Person günstiger als eine Woche Halbpension in Griechenland oder Spanien. Angesichts der drastischen Abwertung der türkischen Landeswährung Lira, die seit Jahresbeginn um mehr als 40 Prozent zum Dollar verloren hat, ist das Leben vor Ort für Ausländer zudem recht günstig. Allein für das erste Halbjahr spricht die Türkei von einer Steigerung der Urlauberzahlen um ein Drittel.

Nach einem "Supersommer", so Freund, ließen auch die bisherigen Vorausbuchungen für den Winter auf insgesamt weiterhin gute Geschäfte hoffen: Per Ende August lagen die Gesamtumsätze beim Verkehrsbüro bereits um 8 Prozent über dem Vorjahresstichtag. Die Nachfrage nach Urlaub auf den Malediven sei beispielsweise um rund 10 Prozent gestiegen. Die Ruefa-Reisebüros machen bereits gut ein Zehntel des Umsatzes mit dieser Ferndestination. Eine Woche Halbpension kostet dort 4.500 bis 5.000 Euro.

Mit den Flügen soll es im Winter generell besser laufen als im Sommer: "Ich glaube, dass dieses Worst-Case-Szenario, dieses Tal der Tränen, jetzt durchschritten ist", sagte Krahl unter Verweis auf Alternativen wie die ungarische Billig-Airline Wizz Air und die British-Airways-Tochter Level. Die Verkehrsbüro Group bedient laut Eigenangaben etwa 300.000 Urlauber pro Jahr, zwei Drittel davon im Sommer.

Das könnte Sie auch interessieren

  • International
Überblick über Sanktionen, Gegenmaßnahmen und Zölle

Sanktionen als Bumerang?

Die Weltwirtschaft kühlt sich jüngsten Prognosen zufolge ab, Hauptschuld sind vor allem politische Unsicherheiten und Sanktionen. Ein Überblick. mehr

  • International
Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell, das nun europaweit flächendeckend umgesetzt werden soll.

Duale Ausbildung als Exportschlager

Die Lehre hat in den deutschsprachigen Ländern eine lange Tradition. Bis 2020 soll das System des „arbeitsplatzorientierten Lernens“ nun auch flächendeckend in der EU eingeführt werden. mehr

  • International
Schweden

Brexit kostet Schweden tausende Jobs

Wir haben uns mit Albrecht Zimburg vom Außenwirtschaftscenter Stockholm darüber unterhalten, wie es nach den Wahlen nun weitergehen wird und was der bevorstehende Brexit für Schweden bedeuten könnte. mehr