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Unwetter-Folgen werden unterschätzt

Experten gehen von jährlichen Unwetterschäden von 200 Millionen Euro aus. Erstmals wurden nun auch die immateriellen Schäden unter die Lupe genommen.

VVO-Präsident Othmar Ederer (li) bei der gemeisamen Pressekonferenz mit Othmar Thann und Michael Staudinger.
© VVO-APA-Fotoservice-Hautzinger VVO-Präsident Othmar Ederer (li) bei der gemeisamen Pressekonferenz mit Othmar Thann und Michael Staudinger.
Es waren ernüchternde Zahlen, die die Österreichische Hagelversicherung vor wenigen Tagen präsentierte: Allein im letzten Quartal haben Hagel, Sturmböen und Überschwemmungen einen Gesamtschaden von 110 Millionen Euro verursacht. Und eine Trendwende ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Vor häufiger auftretenden Wetterkatastrophen warnten kürzlich auch Experten des Österreichischen Versicherungsverbandes (VVO), des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) und der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).
In Österreich seien es vor allem Stürme, Hochwasser, Hagel, Hitzewellen sowie Erdbebengefahren, die Präventivmaßnahmen immer wichtiger machten, betonte VVO-Präsident Othmar Ederer: „Schäden im Ausmaß von mehr als 200 Millionen Euro sind im Bereich des Möglichen.“ Die ersten schweren Unwetter seien heuer bereits im April aufgetreten, so Ederer. Allein hier wurde in der Landwirtschaft ein Schaden von mehr als zwei Millionen Euro verursacht.

Eine aktuelle Studie des KFV hat nun erstmals auch die psychischen Folgen von Extremwetterereignissen unter die Lupe genommen. „Augenscheinlich sind die materiellen Schäden, aber auch immeraterielle Beeinträchtigungen durch das Erlebte wiegen oft schwer“, sagte KFV-Direktor Othmar Thann. 40 Prozent der Betroffenen gaben an, sich vor einer Wiederholung der Naturgewalt zu fürchten. Oftmals führe das Erlebte zu Traumata, die psychologisch behandelt werden müssten, so Thann. Für ZAMG-Direktor Michael Staudinger ist ein wichtiger Teil der Warn- und Präventionsarbeit, das Bewusstsein für unmittelbare Gefahren zu schärfen: „Eine Gewitterwarnung kann für jemanden am Berg rasch Lebensgefahr bedeuten.“ Umso wichtiger sei es, rechtzeitig langfristige Anpassungsstrategien zu entwickeln, schloss der Experte.

Von Karin Sattler

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