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Unverschuldet in den Krankenstand

Wer kommt für die Kosten von Krankenständen auf, die von Dritten verursacht werden. Dazu der Experte.

Ein unverschuldeter Krankenstand wirft viele Fragen auf
© Elnur - stock.adobe.com Ein unverschuldeter Krankenstand wirft viele Fragen auf

Der klassische Fall: Wenn ein Unfall inklusive Krankenstand von einem Dritten rechtswidrig und schuldhaft verursacht wird, dann stellt sich die Frage, wer zur Lohnfortzahlungsverpflichtung  herangezogen wird.

Dazu Georg Königsberger, Experte im WKO-Rechtsservice: „Der Schaden wird bei gesetzlicher oder kollektivvertraglicher Lohnfortzahlungsverpflichtung vorerst auf den Dienstgeber übergewälzt. Da der Zweck der Lohnfortzahlungsbestimmungen aber nicht die Entlastung des Schädigers ist, kann der Dienstgeber diesen Lohnfortzahlungsschaden vom Schädiger fordern.“ Denkbar ist das bei Unfällen im Straßenverkehr (z. B. unverschuldeter Auffahrunfall), aber auch im Rahmen der Freizeitgestaltung, zum Beispiel bei Schiunfällen.

Der Schadenersatzanspruch des Geschädigten geht mit der Entgeltfortzahlung auf den Dienstgeber über und kann von diesem auf Grund Legalzession gegen den Schädiger geltend gemacht werden. Königsberger: „Der Anspruch auf Ersatz des Lohnfortzahlungsschadens umfasst nicht nur den Ersatz des Bruttoentgelts, sondern auch die Dienstgeberbeiträge zur Sozialversicherung. Nicht erfasst sind DB, DZ und Kommunalsteuer.

Eine eventuell auszubezahlende Urlaubsersatzleistung stellt allerdings keine Entgeltfortzahlung und daher keinen ersatzfähigen Drittschaden dar.“ Der Schadenersatzanspruch gegen den Dritten verjährt binnen drei Jahren ab Kenntnis des Dienstgebers vom Unfall des Dienstnehmers.

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