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"Unsichtbare" Folie gegen Vogeltod

Für Millionen Vögel werden Fenster zur Todesfalle. Ein Leobener Start-up entwickelt nun eine nur für diese Tiere sichtbare Folie.

Die beiden Gründerinnen Bettina Kain und Dominique Waddoup (v. l.)
© BirdShades - Peter Brandstätter Die beiden Gründerinnen Bettina Kain und Dominique Waddoup (v. l.)

Eine Tiefkühltruhe voller toter Vögel steht am Anfang einer „lebensrettenden“ Innovation, die vor knapp zwei Jahren am Leobener Zentrum für angewandte Technologie ihren Ursprung hatte. „Meine Kollegin und ich hatten einen Termin bei einem Biologieprofessor an der Uni Graz. Den trafen wir mit einem Sackerl voller Vögel an, die er gerade einkühlte. Er sagte, die hätte er gerade vor dem Institut eingesammelt und würde sie zur näheren Bestimmung hier aufbewahren. Todesursache: Vogelschlag – sie sind gegen Fenster und Fassaden geknallt“, erinnert sich Bettina Kain an ein „etwas makaberes“ Treffen – das zur Gründung von „BirdShades“ führte. Denn die Vorstellung, dass eine ganze Truhe voller toter Tiere alleine am Institutsgelände gesammelt wurde, ließ Kain nicht mehr los: „Wie viele sind es dann wohl im ganzen Stadtgebiet? Und warum nutzen die Greifvogelsticker, die ja überall angebracht sind, nicht?“

Die Nachforschungen der beiden Biologinnen förderte rasch Erschreckendes zu Tage: „In den USA ist Vogelschlag bereits ein großes Forschungsgebiet. Hier zählt man pro Jahr mindestens eine Milliarde (!) toter Tiere. Auch in Wien wird daran wissenschaftlich gearbeitet – rund 50.000 Vögel verenden hier jährlich nur im Stadtgebiet, weil sie Fenstern und Fassaden nicht ausweichen können“, berichtet Kain und betont, dass die üblichen Lösungen mit Stickern nachweislich wenig brauchbar wären: „Die Wissenschaft ist sich sicher: Man müsste die Fenster durchgehend dicht mit Streifen bekleben oder bei Stickern nur maximal eine Handbreit frei lassen, damit es funktioniert.“ Aber wer will schon aus einem Fenster sehen, das durch und durch markiert ist? Und wie sieht das denn aus? „Keiner will das. Deshalb wird es auch nicht gemacht.“

Kain aber ließ nicht locker, holte den führenden Vogelschlag-Experten aus den USA mit an Bord und vernetzte sich mit Vogelexperten, Werkstoffwissenschaftern der Montan-Uni und der Universität Marburg. „Wir arbeiten daran, eine kostengünstig produzierbare Hightech-Folie zu entwickeln, die, am Glas aufgebracht, für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar ist, für die Vögel aber schon. Denn die Tiere können UV-Licht sehen“, erklärt Kain.
Muster in den „unsichtbaren“ UV-Streifen verstärken den Effekt der Spezialfolie, die aktuell als Beta-Version für das Pilotkundenprogramm produziert wird.

Zitat Bettina Kain: "Eine Milliarde tote Vögel durch Vogelschlag wurden in den USA in nur einem Jahr gezählt. In der Stadt Wien verenden jährlich rund 50.000 Vögel durch den Aufprall auf Glasflächen. Nach dem „Lebensraumverlust“ ist das der „Vogelkiller“ Nummer zwei."

Quergefragt:

Was steht am Plan?
Wir sind auf der Suche nach Pilotkunden für die Testphase sowie nach Partnern und Investoren.
Was macht der Mitbewerb?
Es gibt Folien, Sticker und Glas, wo mit UV gearbeitet wird. Diese sind aber nicht transparent und zeigen nur wenig Wirkung, weil das UV-Spektrum nicht auf Vögel ausgelegt ist.
Wohin geht die Reise?
Wir konzentrieren uns vorab auf Zentraleuropa als Markt, danach stehen die USA am Programm.


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