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Unser Ausbildungssystem ist zum Exportgut geworden

Um unser duales Ausbildungssystem werden wir oft beneidet. Die WKÖ versucht, in Pilotprojekten die Lehre zu exportieren.


© Daniel-Ernst/stock.adobe.com

Eine praxisorientierte Ausbildung ist laut Experten ein wichtiger Faktor für eine niedrige Jugendarbeitslosigkeit. Das gilt als einer der Hauptgründe, warum das österreichische System der dualen Ausbildung von vielen Ländern interessiert beobachtet wird. „Die duale Ausbildung ist auf jeden Fall ein Erfolgsmodell. Dadurch werden Facharbeiter für den tatsächlichen betrieblichen Bedarf ausgebildet, und das ist ein großer Nutzen für alle Seiten“, weiß Rudolf Egger, Professor für Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Uni Graz. So würden Arbeitgeber durch das Ausbildungssystem effektiv Fehlbesetzungen vermeiden können. Obwohl von vielen Ländern beneidet, sieht Egger Schwierigkeiten, die Lehre als Ausbildungsform in andere Länder zu exportieren: „Man kann es nicht so ohne weiteres auf andere Länder umlegen, da die arbeitsmarktpolitischen Initiativen und das Umfeld dafür fehlen.“

Trotzdem versucht die WKÖ gemeinsam mit den Außenwirtschaftszentren, in zahlreichen Ländern mit Pilotprojekten die duale Ausbildung international bekannt zu machen. Und das mit Erfolg, erklärt Barbara Wilfinger, Referentin für Bildungspolitik in der WKÖ: „Besonders in Osteuropa herrscht oft eine Jugendarbeitslosigkeit von 50 Prozent, und trotzdem klagen die Unternehmen über einen Fachkräftemangel. Das liegt daran, dass die Schulen zu wenig praxisorientiert aufgestellt sind.“ Die WKÖ startet daher Pilotprojekte in der Lehrlingsausbildung, wenn österreichische Unternehmen im Land einen Bedarf dafür sehen. „Eine weitere Grundvoraussetzung ist aber auch, dass die lokale Regierung zumindest ein Grundbekenntnis abgibt, denn wir brauchen auch bestimmte Bewilligungen, um überhaupt starten zu können“, sagt Bernhard Kaufmann, Zuständiger für internationale Bildung bei der Außenwirtschaft Österreich (AWO). 

Eine besonders große Herausforderung sei aber auch, die Firmen in den Zielländern auf die duale Ausbildung vorzubereiten: „Die Unternehmen müssen nämlich umdenken und sich aktiv in die Ausbildung einbringen. Es braucht hier immer viel Aufbauarbeit“, sagt Wilfinger. Schwierig sei es auch, geeignete Jugendliche zu finden, denn viele Eltern würden den Wert der Lehre nicht erkennen, so Wilfinger. 

Eine Herausforderung sieht Rudolf Egger auch darin, dass der europäische Qualifikationsrahmen eigentlich die duale Ausbildung nicht vorsieht: „Die europäische Berufsbildungspolitik geht leider in die andere Richtung. Ohne staatliche Unterstützung und auch ohne Sozialpartner ist die Etablierung der Lehre aber sehr schwierig.“ Deshalb setzt auch die WKO auf lokale Verbände als Partner, weiß Wilfinger: „In der Slowakei haben wir etwa mit dem Automobilverband kooperiert, ehe sich ein eigener Arbeitgeber-Rat für Berufsbildung gebildet hat.“

Die Außenwirtschaftszen­tren haben gemeinsam mit der WKÖ und lokalen Firmen schon in sechs Ländern Pilotprojekte in Sachen duale Ausbildung gestartet. Mit Tschechien soll nun Land Nummer sieben hinzukommen. In folgenden Ländern wurde bereits auf österreichische Initiative die Lehre als Ausbildungsoption eingeführt: Slowakei (133 Lehrlinge), Serbien (109 Lehrlinge), Bulgarien (145 Lehrlinge), Rumänien (46 Lehrlinge), Slowenien (11 Lehrlinge) und China (86 Lehrlinge). 



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