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Überstunden-Anzahl um 120 Millionen gesunken

Binnen zehn Jahren ist die Zahl der geleisteten Überstunden in Österreich stark gesunken. Flexiblere Arbeitszeiten könnten helfen, Spitzen abzufedern.

Die Zahl der Überstunden, die unselbstständig Beschäftigte leisteten, ist in den vergangenen zehn Jahren um 120 Millionen gesunken.
© fotomek - stock.adobe.com Die Zahl der Überstunden, die unselbstständig Beschäftigt leisteten, ist in den vergangenen zehn Jahren um 120 Millionen gesunken.

Exakt 249,6 Millionen Überstunden leisteten die unselbständig Erwerbstätigen in Österreich im Jahr 2017 laut aktuellen Zahlen der Statistik Austria. 2007 waren es noch 367,5 Millionen – die Zahl der Überstunden ist also binnen zehn Jahren um fast 120 Millionen zurückgegangen. In anderen Worten heißt das: Im vergangenen Jahr leisteten die Österreicher im Schnitt um rund eine Überstunde pro Woche weniger als noch vor zehn Jahren.

Auch die Zahl der Arbeitnehmer, die Überstunden leisten, ist rückläufig: Vor zehn Jahren wies die Statistik noch 101.300 Steirer auf, die über das normale Maß hinaus gearbeitet haben. 2017 waren es nur mehr 80.700 – ein Minus von gut 20 Prozent. Nur mehr etwas mehr als jeder sechste steirische Arbeitnehmer (17,6 Prozent) leistete im vergangenen Jahr also Überstunden. Vor zehn Jahren war es noch fast jeder vierte.

Zurückzuführen seien die in  jüngster Zeit stark sinkenden Zahlen vor allem auf den konjunkturellen Aufschwung, erklärt Ewald Verhounig, der Leiter des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS). „2015 und 2016 wusste man noch nicht genau, ob es wirklich nach oben gehen wird. Gerade im Bereich der Beschäftigung waren die Betriebe deshalb noch vorsichtig und haben versucht, die zusätzlichen Aufträge mit bestehenden Belegschaften abzuarbeiten“, so Verhounig. Nun, nachdem die Konjunktur nachhaltig angezogen hat und auch der Ausblick auf die unmittelbare Zukunft nicht nur stabil, sondern sehr positiv ausfällt, ziehen die Betriebe auch bei der Beschäftigung nach (siehe dazu die aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt auf Seite 10). „Die höhere Auslastung der Betriebe bringt eine bessere Planbarkeit und hat sich nun auch in der Statistik mit einer deutlich gesunkenen Zahl an Überstunden niedergeschlagen“, so Verhounig.

Dennoch dürfe man nicht dem Trugschluss erliegen, Überstunden jederzeit durch zusätzliche Mitarbeiter substituieren zu können, betont WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk. „Das ist und bleibt eine Milchmädchenrechnung“, so Herk. Eine WIFO-Studie zeige, dass die zwangsweise Reduktion von Überstunden die Beschäftigung kaum erhöhen würde, weil die Betriebe gerade in konjunkturell unsicheren Zeiten längerfristige Entscheidungen, wie neue Beschäftigungsverhältnisse, vorsichtig treffen würden. „Das würde nur zu einer Hire-and-fire-Politik führen“, so Herk. Es sei sinnvoller, den Unternehmen mehr Spielraum in Bezug auf Arbeitszeitregelungen zu geben, um die Schwankungen auszugleichen. „Nur Flexibilität sichert Jobs“, betont Herk.

Was rechtlich zu berücksichtigen ist:

Überstunden werfen auch zahlreiche arbeitsrechtliche Fragen auf. Was Sie hierbei alles beachten müssen.

Überstundenarbeit ist grundsätzlich nur bei Vorliegen eines erhöhten Arbeitsbedarfes erlaubt. Dabei sind die gesetzlich festgelegten Höchstgrenzen zu beachten.

Die Tagesarbeitszeit darf grundsätzlich zehn Stunden, die Wochenarbeitszeit 50 Stunden nicht überschreiten. Das Arbeitszeitgesetz sieht aber verschiedene Ausnahmen vor (beispielsweise für die Schichtarbeit). Vorsicht: Für Lenker gelten spezielle und meist sehr komplexe Regelungen!

Bei Vorliegen eines erhöhten Arbeitsbedarfes kann die Arbeitszeit um die Dauer von fünf Überstunden in der einzelnen Woche sowie darüber hinaus um höchstens 60 Überstunden innerhalb eines Kalenderjahres verlängert werden. Kollektivverträge können in bestimmten Branchen andere Regelungen zulassen.

Kompetente Hilfe zu allen Fragen bietet die WKO Steiermark unter der Nummer: 0316/601-601.

Von Klaus Krainer

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