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Über die Ethik der Maschinen

Teil zwei der Miniserie zum Thema Künstliche Intelligenz: Können und sollen Roboter und Maschinen nach ethischen Grundsätzen handeln? 

Wie soll ein selbstfahrendes Auto im Falle eines Unfalls agieren?
© Scharfsinn86/Adobe-Stock Wie soll ein selbstfahrendes Auto im Falle eines Unfalls agieren?

Maschinen werden immer intelligenter. Sie sind lernfähig und können ihre Handlungen aufgrund eigener Erfahrungen anpassen. Doch was passiert, wenn Roboter immer menschlicher werden? Wie sieht es mit dem rechtlichen und moralischen Status aus? Diese Fragen beschäftigen die Wissenschaft schon seit den 1950er-Jahren. „Maschinen können blitzschnell Situationen erfassen und dann nach einer vorgegebenen moralischen Regel entscheiden oder die moralischen Folgen abschätzen und dann auswählen“, so Dominic Neumann, Obmann der Fachgruppe UBIT.

Über Leben und Tod 

Ein in der Praxis wichtiger Bereich der Maschinenethik ist etwa das Qualifizieren und Quantifizieren von Situationen. Wie soll ein selbstfahrendes Auto im Falle eines Unfalls agieren? Soll die Gruppe älterer Personen, das Kind auf der Straße oder der Fahrer überleben?

„Mittlerweile gibt es Quantifizierungsalgorithmen, die Menschen anhand ihres Geschlechts, Alters oder Aussehens klassifizieren und durchzählen – also beispielsweise potenzielle Unfallopfer berechnen“, erklärt Neumann. Forscher fanden heraus, dass die getroffenen Entscheidungen stark mit der Kultur der Entwickler zusammenhängen: Kollektivistische Länder wie China oder Japan verschonen zum Beispiel eher ältere Personen als Kinder. Forscher vermuten, dass dies so ist, weil diese Länder großen Res­pekt vor älteren Menschen hegen. Auch die Anzahl von Menschen, die bei verschiedenen Szenarien sterben würden, ist nicht überall auf der Welt ausschlaggebend. 

Vor allem individualistische Kulturen wie die USA oder Großbritannien versuchen eher möglichst viele Leben zu retten. „Was also müsste KI konkret in einer solchen Situation tun? Es gibt keine richtige Entscheidung“, so Neumann.

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