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Positive Erstbilanz für flexible Arbeitszeiten

Laut Statistik Austria stieg seit Einführung zwar die Zahl der Gesamtstunden durch Mehrbeschäftigung, doch die durchschnittliche Wochenarbeitszeit sank.

Frau und Uhr
© denisismagilov – stock.adobe.com Trotz flexiblerer Arbeitszeiten wird unterm Strich nicht mehr gearbeitet.

Ob 60-Stunden-Woche oder Zwölf-Stunden-Tag: Befürchtungen rund um die neuen Arbeitszeitregelungen gab es viele, doch laut aktueller Arbeitszeit-Statistik erweisen sie sich als grundlos: Trotz der neuen Regelungen wird unterm Strich nämlich nicht mehr gearbeitet. Im vierten Quartal lag die Wochenarbeitszeit mit 35,7 Stunden auf dem Niveau der Vorjahresquartale. Und: Im Vergleich zum dritten Quartal 2018 ist sie sogar leicht gesunken, von 35,9 auf 35,7 Stunden.

Interessant ist auch ein Blick auf die geleisteten Arbeitsstunden im Vorjahr: Diese weisen für das vierte Quartal 2018 – also das erste, in dem die neuen flexiblen Arbeitszeiten gegolten haben – insgesamt 1.491,2 Millionen Arbeitsstunden aus. Das ist ein Plus von 34,2 Millionen oder 2,2 Prozent.

Gute Konjunkturlage

Zurückzuführen ist dieses Plus aber nicht – wie von den Kritikern immer wieder ins Treffen geführt wurde – auf Mehrarbeit, sondern auf Mehrbeschäftigung, wie auch Ewald Verhounig, Leiter des Ins­tituts für Standortentwicklung (IWS), bestätigt: „Die gute konjunkturelle Situation und die damit verbundene Auftragslage in den Betrieben hat zum erfreulichen Effekt der Mehrbeschäftigung geführt.“

Blick auf die Beschäftigungszahlen

Das beweist auch ein Blick auf die Beschäftigungszahlen: Die Zahl der unselbständig Beschäftigten ist in Österreich von 3.756.300 (4. Quartal 2017) auf 3.825.900 (4. Quartal 2018) gestiegen. Ein markantes Beschäftigungsplus weisen auch die aktuellen Landesdaten aus: So gab es im März in der Steiermark 530.000 unselbständig Beschäftigte, das ist ein Plus von 2,9 Prozent im Vergleich zum März 2018.

Sturm im Wasserglas

So manche Aufregung im Vorfeld entpuppe sich angesichts dieser Zahlen daher als Sturm im Wasserglas, betont WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk: „Wer vor der Einführung der flexiblen Arbeitszeiten befürchtet hat, dass diese auf Kosten des Jobwachstums gehen oder für die Mitarbeiter zu massiver Mehrarbeit führen, wurde eines Besseren belehrt.“

Win-Win-Situation

Unterm Strich, so Herk, arbeiten die Beschäftigten nämlich genau so viel wie zuvor, nur eben ein bisschen flexibler. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten, ist er überzeugt: „Das bringt den Unternehmern was und sichert gleichzeitig Arbeitsplätze.“

Die neue Rechtslage im Detail:

Mit Anfang September ist die Flexibilisierung der Arbeitszeit in Kraft getreten. Ein Überblick über die wichtigsten Änderungen – und was das für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter bedeutet.
Nach neuer Rechtslage darf bis zu zwölf Stunden am Tag und 60 Stunden in der Woche gearbeitet werden (§ 9 Abs 1 AZG neu).
Im Viermonatszeitraum darf im Schnitt maximal 48 Stunden pro Woche beschäftigt werden (Durchrechnung laut §9 Abs 4 AZG).
Arbeitnehmer können Überstunden, die über zehn Stunden am Tag bzw. 50 Stunden pro Woche hinausgehen, ohne Angabe von Gründen ablehnen (§7 Abs 6 AZG neu).
Zudem können Arbeitnehmer wählen, ob Überstunden über zehn Stunden am Tag bzw. 50 Stunden in der Woche in Geld oder mit Zeitausgleich vergütet werden (§10 Abs 4 AZG neu).

Sämtliche Infos online unter http://tinyurl.com/yxqnyegy


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