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"Das Tempo der Betriebe ist enorm"

Warum Projekte in Höhe von mehr als 300 Millionen Euro erst der Anfang sind und warum der steirische Wirtschaftsmotor besser läuft als im Rest Österreichs, das erklärt der neue SFG-Geschäftsführer Christoph Ludwig.

Der gebürtige Grazer Betriebswirt Christoph Ludwig hat nach mehrjährigen Business-Stationen in Wien 2002 ins Amt der Steiermärkischen Landesregierung gewechselt. Seit 1. April 2019 ist er Geschäftsführer der SFG.
© Foto Fischer Der gebürtige Grazer Betriebswirt Christoph Ludwig hat nach mehrjährigen Business-Stationen in Wien 2002 ins Amt der Steiermärkischen Landesregierung gewechselt. Seit 1. April 2019 ist er Geschäftsführer der SFG.

Sie sind genau seit einem Monat Geschäftführer der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft – der SFG. Was ist Ihr erster Eindruck?
Christoph Ludwig:
Dass das Tempo und der Unternehmergeist in der Steiermark enorm sind: Alleine in den vergangenen Tagen konnten gleich mehrere große Investitionsvorhaben auf Schiene gebracht werden. Und mit der Eröffnung des neuen Hilitech-Werks in Kindberg oder auch mit den Spatenstichen zum Start der Ausbauten bei Hage in Obdach oder der Infineon in Graz wurden innherhalb weniger Tage Millionen-Projekte ins Laufen gebracht, die weit über die Landesgrenzen hinausstrahlen.

Die SFG ist bei vielen Investitionsprojekten mit an Bord. Was sagt die Bilanz 2018?
Ludwig:
Im letzten Jahr wurden über die SFG rund 2.500 Förderungen abgewickelt, die insgesamt ein Projektvolumen von über 300 Millionen Euro ausgelöst haben. Ein deutliches Plus, und das in einer Zeit, wo in Deutschland bereits ein Eintrüben der Konjuktur bemerkbar wurde, Industrieproduktionen zurückgeschraubt und und Auftragseingangseinbrüche verzeichnet wurden.

Wie groß ist dieses Plus konkret und gibt es schon Tendenzen fürs heurige Jahr?
Ludwig:
Ich denke, dass wir die 300 Millionen Euro aus dem Vorjahr nicht nur halten, sondern sogar übertreffen werden. In den ersten Monaten 2019 konnten bereits Projekte um 100 Millionen Euro genehmigt werden. Und weitere um rund 100 Millionen sind in der Pipeline.

Von einem Abkühlen der Hochkonjunktur ist also nichts zu spüren?
Ludwig:
Nein, zumindest nicht in der Steiermark. Das unterstreicht der ungebremste Investitionswille der Unternehmen, insbesondere in Forschung und Entwicklung. Die starke Konjunktur wird in der Steiermark also weitergetragen – im Gegensatz zu anderen Bundesländern bzw. Nachbarstaaten. Das spiegeln auch die Arbeitslosenzahlen wider, die deutlich niedriger sind als im Rest Österreichs. Und mit 2,9 Prozent innerhalb eines Jahres verzeichnete die Steiermark den größten Beschäftigungszuwachs österreichweit. Das ist gewaltig. Und dieser starke Wirtschaftsmotor hat Auswirkungen auch über die Landesgrenzen hinaus. Anders gesagt: Das Burgenland hat nicht zuletzt deshalb so wenig  Arbeitslose, weil es in der Steiermark so gut läuft. 

Was ist das Geheimnis?
Ludwig:
Ich denke, zum einen ist es die gute Mischung aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen, die die Steiermark wirtschaftlich so stark macht, und dass hier unter den Unternehmern das Motto herrscht: Stillstand bedeutet Rückschritt. Und zum anderen ist es natürlich das besondere Ökosystem, das hierzulande so erfolgreich rund um die heimischen Cluster in Kombination mit den Hochschulen und Forschungseinrichtungen tradiert wird – und das Betriebsansiedelungen extrem fördert. Zuletzt etwa mit dem Cybersecurity-Campus an der TU Graz gemeinsam mit der SGS-Gruppe – dieses Invest hebt die Steiermark im Bereich der Cybersicherheitsforschung an die Weltspitze und sichert 400 Arbeitsplätze in diesem Zukunftsbereich.

Stichwort Investitionen: Wie stark ist das Engagement der SFG bei Beteiligungen?
Ludwig:
Aktuell halten wir rund 50 stille Beteiligungen in steirischen Betrieben. Nicht vergessen werden darf bei den Finanzierungsunterstützungen das Venture Capital. Dieses wollen wir im Bereich der Start-ups nun auch verstärken.

Auch wenn die Konjuktur gut läuft, der Fachkräftemangel spielt doch dagegen…
Ludwig:
Genau. Deshalb bieten wir Instrumente an, die Betriebe dabei unterstützen, bislang nicht oder zu wenig genutztes Fachkräftepotenzial zu heben. Etwa durch Förderungen für Telearbeitsplätze. Oder indem wir Betriebe, die erstmalig Frauen beschäftigen und wo es Investitionen etwa für Sanitärräume braucht, fördern. Aber auch die Forcierung von Technologiehubs in der Steiermark ist hier wesentlich. Im Bereich der Mikroelektronik und IT rund um den Silicon Alps Cluster etwa sichern wir nachhaltig das Know-how der Fachkräfte im Land, das sonst abgewandert wäre.

Zum Abschluss ein Ausblick: Was haben Sie sich als Geschäftsführer vorgenommen?
Ludwig:
Ich sehe mich als Brückenbauer zwischen Wirtschaft und öffentlicher Hand. Es geht mir darum, Netzwerke noch weiter zu spannen und Stärkefelder auszubauen. Ebenso hinterfrage ich die Förderungen: Unterstützen wir wirklich das, was die Unternehmer brauchen? Und was die Förderungen selbst betrifft, so werden wir die Eintrittsbarrieren für die Betriebe auf ein Minimum senken

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