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Tax Freedom Day 2022: Bis 15. August wurde nur für den Staat gearbeitet

227 Tage lang wurde heuer für Steuern und Abgaben gearbeitet. Erst seitdem landet das Geld im eigenen "Börserl".

Kalender mit Pin-Markierung am 15. August
© Adobe Stock/xtock Bis 15. August wird statistisch gerechnet für Steuern und Abgaben gearbeitet – erst dann fließt das Geld ins eigene Börserl.

Der Tax Freedom Day markiert den ersten Tag im Jahr, an dem ein durchschnittlicher österreichischer Steuerzahler genug Geld verdient hat, um seine Steuern und Abgaben zu bezahlen. Je früher im Jahr der Tax Freedom Day liegt, desto mehr Spielraum haben also auch Unternehmen für Beschäftigung und Investitionen. Das bedeutet, dass bis 15. August 2022 immerhin 227 Tage lang, die Österreicher und die Österreicherinnen ausschließlich für den Staat gearbeitet haben. 

Hohe Lohn- und Lohnnebenkosten im OECD-Vergleich

Das geht aus einer aktuellen Studie des Austrian Economics Centers hervor, wo seit 2010 jährlich der sogenannte „Tax Freedom Day“ berechnet wird. Dabei werden sämtliche Steuereinnahmen und Sozialabgaben durch das Einkommen der Haushalte und Betriebe geteilt und dieser Prozentsatz dann auf das Jahr umgerechnet. 

Und dieser Tag war heuer wieder später im Jahr. Das liegt nicht nur in hohem Maße an den stark gestiegenen Energiekosten, die dem Staat enorme Mehreinnahmen durch die Energiesteuern bescheren, sondern auch an den im OECD-Ländervergleich sehr hohen Lohn- und Lohnnebenkosten von 47,8 Prozent. Nur Belgien (52,6 Prozent) und Deutschland (48,1 Prozent) haben höhere Lohnnebenkosten als Österreich, der OECD-Durchschnitt liegt bei 34,6 Prozent.

 "Arbeitende Menschen im Land brauchen mehr netto vom brutto"

„Die arbeitenden Österreicher brauchen mehr netto vom brutto - es kann nicht sein, dass von einem verdienten Euro nur 37 Cent übrig bleiben“, pocht Hannes Buchhauser, Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft und selbst Unternehmer mit 30 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen auf eine deutliche Senkung der Abgaben: „Der eingeschlagene Kurs der Ökosozialen Steuerreform muss konsequent und mit mutigen vorgezogenen Schritten nachhaltig umgesetzt werden. Neben den rasant gestiegenen Energiekosten und dem immer schärfer werdenden Fachkräftemangel gehören die überdurchschnittlich hohen Arbeitskosten zu den größten Lasten, die Jungunternehmen zu tragen haben“. 

 

"Von einem verdienten Euro bleiben den Menschen nur 37 Cent übrig."
Hannes Buchhauser, JW-Landesvorsitzender


Hochsteuerland Österreich

„Österreich ist ein Hochsteuerland und daran werden auch die jüngst gesetzten wichtigen Maßnahmen nur wenig ändern – vielmehr gilt es diese in ihrer Wirksamkeit vorzuziehen“, bekräftigt Nina Zechner, Geschäftsführerin der Jungen Industrie Steiermark und führt weiter aus: „Dass wir eine hohe Steuerlast haben, die Unternehmen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit fordern und dennoch wichtige Infrastrukturmaßnahmen wie etwa jene einer flexiblen und flächendeckenden Kinderbetreuung nicht von der öffentlichen Hand gewährleistet werden kann, schmerzt und ist nicht nachvollziehbar. Wir haben einen eklatanten Arbeitskräftemangel über alle Branchen hinweg und Experten und Expertinnen führen als einen Lösungsansatz konsequent die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder an.“ 

"Trotz hoher Steuerlast fehlt weiterhin flächendeckende, flexible Infrastruktur für Kinderbetreuung."
Nina Zechner, GF Junge Industrie Steiermark


Gemeinsam mit Martin Gundinger (Austrian Economics Center) fordern Zechner und Buchhauser mehr Generationengerechtigkeit und eine Senkung der Abgaben ein: "Vor dem Hintergrund der steigenden Inflationsrate ist das – einhergehend mit Kürzungen staatlicher Ausgaben - sinnvoll. Sinkende Abgaben sorgen nämlich für höhere Produktivität, und wenn mehr produziert wird, wirkt dies preisdämpfend. Insofern ist hier ein dringendes Umdenken der Politik nötig, die derzeit versucht, mit zusätzlichen Ausgaben und Sonderabgaben gegenzusteuern - ein Versuch, der mit hoher Wahrscheinlichkeit die Preise weiter ansteigen lässt."


 Nina Zechner (Junge Industrie), Hannes Buchhauser (Junge Wirtschaft) und Martin Gundinger (Austrian Economics Center).
© Foto Fischer Fordern weitere Entlastungen: Nina Zechner (Junge Industrie), Hannes Buchhauser (Junge Wirtschaft) und Martin Gundinger (Austrian Economics Center).

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