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"System muss fair und fordernd sein"

Die Semesterferien starten. Wir haben deshalb den neuen „alten“ Bundesminister Heinz Faßmann zur Zeugnisvergabe übers Bildungssystem gebeten.

Heinz Faßmann studierte Geographie und Sozialgeschichte an der Uni Wien. Er ist Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung.
© Georg Hochmuth-APA-picturedesk.com Heinz Faßmann studierte Geographie und Sozialgeschichte an der Uni Wien. Er ist Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung.
Es ist Zeugnistag im Steirerland. Welche Note würden Sie sich als „alter“ Bildungs­minister geben?
Heinz Faßmann:
Ich würde mir ein Gut geben. Ich habe in der letzten Regierungsperiode viele Dinge anstoßen können. Mit der Einführung der Deutschförderklassen etwa haben wir nun ein österreichweit einheitliches und gut aufgestelltes System. Die erste Legislaturperiode war aber kurz und endete für mich ein bisschen abrupt. Ich hatte das Gefühl, etwas nicht fertiggestellt zu haben, und deshalb beschlossen, weiterzumachen – auch um die vielen Projekte, die wir noch in der Pipeline haben, auf den Boden zu bringen.


Wo wollen Sie als „neuer“ Bildungsminister sehr gute Erfolge in Ihrem Leistungsnachweis stehen sehen?
Faßmann:
Ganz wichtig ist mir die Umsetzung des Masterplans Digitalisierung. Unsere Schulen müssen im digitalen Zeitalter ankommen. Auch der Schulentwicklungsplan steht ganz oben auf der Prioritätenliste – denn Schulen sollen ein optimaler Platz des Lernens sein. Wir investieren in den nächsten zehn Jahren über zwei Milliarden Euro in Neubauten, Erweiterungen und Sanierungen.


Bleiben wir direkt bei den Schulen: Die Bücher der nunmehr ehemaligen Ombudsfrau Wiesinger schlagen hohe Wellen. Wie reagiert das Ministerium auf die Herausforderungen durch „Brennpunktschulen“?
Faßmann:
Ich stimme mit Frau Wiesinger überein, dass die sogenannten Brennpunktschulen mehr Unterstützung brauchen, sowohl finanziell als auch personell. Das steht auch im Regierungsprogramm. Mir ist wichtig, dass diese Unterstützung aber „nicht mit der Gießkanne“ erfolgt, sondern dass es maßgeschneiderte Lösungen für die jeweiligen Schulstandorte gibt. Die Schulen müssen erklären, was ihr Problem ist und was sie an ihrem Standort brauchen.


Was wurde hier zu lange ­verabsäumt?
Faßmann:
Ich glaube, dass gerade bei der Sprachförderung lange nichts passiert ist. Man hat zwar jahrelang das niedrige Bildungsniveau der zugewanderten Schüler bedauert und die großen Bildungsrückstände in der 4. und 8. Schulstufe beim Lesen und Schreiben beklagt, in weiterer Folge auch die hohe Arbeitslosigkeit und die niedrige Erwerbsquote. Gleichzeitig hat man jahrelang nicht in angemessenem Ausmaß dafür gesorgt, dass Kinder und Jugendliche mit nicht deutscher Erstsprache so in die Schule kommen, dass sie dem Unterricht folgen können. Dieses Negieren eines realen Problems hat die Bildungs- und Integrationspolitik lange gekennzeichnet.


Was muss Bildung also ­konkret leisten?
Faßmann:
Ich möchte ein Bildungssystem, das durchlässig, fair und fordernd ist. Und ich habe im Übrigen nichts gegen einen Leistungsbegriff: Bildung heißt nicht nur, Spaß zu haben, sondern man muss sich hinsetzen und lernen.
Wie will man eine ­heutige Generation fit für die Jobs von morgen machen?
Faßmann: Die heutige Generation ist die, die von den ganzen digitalen Entwicklungen – die sicher auch einen Einfluss auf die Arbeitswelt haben – am meisten betroffen ist. Wichtig sind eine breite Qualifizierung, analytisches Denken, Kreativität und letztlich Eigenverantwortung, um zu lernen, mit Veränderungen umzugehen.


Und was muss in zehn ­Jahren aus Ihrer Sicht fix auf den Curricula stehen?
Faßmann:
Natürlich ist es auch mir ein wichtiges Anliegen, sowohl unsere Schulen als auch unsere Universitäten gerade in Hinblick auf die Digitalisierung fit für die Zukunft zu machen. Das erste Mal investieren wir aktuell 50 Millionen Euro für konkrete digitale Projekte an unseren Universitäten. In den Schulen geht es vor allem darum, dass sich die Schüler in allen Fächern digitaler Technologie für ihren individuellen Lernfortschritt bedienen können.


Österreich liegt bei den Bildungsausgaben im OECD-Spitzenfeld, doch der Output schlägt sich nicht entsprechend nieder. Wie lässt sich das erklären?
Faßmann:
Wir liegen bei den Bildungsausgaben pro Kopf im OECD-Spitzenfeld – korrekt –, gemessen aber am BIP nur im Mittelfeld. Wir sind ein reiches Land, zahlen vergleichsweise hohe Löhne, investieren aber nur durchschnittlich. Dahingehend sollten wir nicht überrascht sein, wenn wir uns bei PISA nur im Mittelfeld befinden. Ich möchte in diesem Zusammenhang aber ein anderes Ranking erwähnen: Bei dem unlängst in Davos präsentierten „Global Social Mobility Report 2020“ liegen wir hinsichtlich der sozialen Aufstiegsmöglichkeiten ex aequo mit Belgien auf Platz acht von insgesamt 82 Staaten weltweit. Besonders gut sind wir dabei beim Zugang und der Qualität der Bildung (Platz vier bzw. sechs).

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