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Stölzle bietet mit neuer Lehre Fachkräftemangel die Stirn

Stölzle setzt auf Qualifikation im eigenen Betrieb: Ein neuer Lehrberuf wurde mit der Eröffnung des neuen Ausbildungszentrums präsentiert.

Im neuen Ausbildungszentrum werden Stölzle-Lehrlinge zu Glasverfahrenstechnikern ausgebildet.
© Dieter Sajovic Im neuen Ausbildungszentrum werden Stölzle-Lehrlinge zu Glasverfahrenstechnikern ausgebildet.

Der Fachkräftemangel treibt den heimischen Betrieben reichlich Sorgenfalten auf die Stirn. Und qualifizierte Kräfte für den Einsatz in der Glasproduktion zu bekommen, wird zusätzlich dadurch erschwert, weil es eigentlich keine Fachausbildung in diesem Bereich gibt, sondern Mitarbeiter für ihre jeweiligen Positionen „an- bzw. umgelernt“ werden. 

Doch frei nach dem Motto „Was nicht passt, wird eben passend gemacht“ schließt die Stölzle-Oberglas nun diese Lücke in der Ausbildung: „Gemeinsam mit Vetropack wurde der neue Lehrberuf zum Glasverfahrenstechniker initiiert“, erklärt der mit Anfang Mai neue CEO Georg Feith (s. Interview). Ab sofort werden in den beiden Unternehmen Lehrlinge für diesen Beruf gesucht, der von der Schmelze über die Produktion bis zur Qualitätsendkontrolle alle Positionen in der Glaserzeugung abdecken wird (www.glasbringts.at). 

Doch nicht nur damit stellt Stölzle die Weichen in Richtung Zukunft – denn gleichzeitig mit der Präsentation dieses österreichweit neuen Berufsbildes wurde auch das neue Ausbildungszentrum für Glasindustrie-Fachkräfte in Köflach vorgestellt. „Die Ausbildung von Fachkräften hat für das Unternehmen und für die Region eine enorme Bedeutung“, betonten Glasgruppe-Eigentümer Cornelius Grupp und der scheidende CEO Johannes Schick bei der Eröffnung des in nur sechs Monaten Bauzeit errichteten Zentrums, dessen Herzstück eine „Produktionsanlage im Kleinformat“ ist. Hier werden aber nicht nur Lehrlinge zu Glasverfahrenstechnikern ausgebildet, sondern auch bestehende Fachkräfte aus Produktion und Sortierung weiter qualifiziert. „Im ersten Schritt dient das neue Zentrum unseren Mitarbeitern vor Ort, im weiteren soll es für alle Beschäftigten in der Gruppe geöffnet werden“, so Feith. 

Interview mit Georg Feith, Stölzle-CEO

Wie wichtig ist diese Investition ins neue Ausbildungszentrum für Stölzle Oberglas?

Feith: Dieses Zentrum dient der Sicherheit in doppeltem Sinn: Zum einen geht es ganz praktisch darum, Mitarbeiter an Testmaschinen in sicherer Umgebung auf ihre Arbeit vorzubereiten. Sozusagen als Übungsparcour, bevor es auf die wirkliche Straße geht. Und zum anderen sichert diese Investition in Wissen und Qualifizierung ganz klar den Erfolg des Unternehmens. 

Sie übernehmen das Steuerrad mit Anfang Mai. Wohin geht die Reise?

Feith: Mein Ziel ist es, den sehr guten Weg des Unternehmens weiterzuführen. Natürlich ist der kontinuierliche weitere Ausbau der Gruppe insgesamt immer ein Thema. 

Wie bewerten Sie die Branche?

Feith: Der Wind, der uns allen entgegenweht, ist wesentlich sanfter, als er noch vor 15 bis 20 Jahren war. Damals prophezeite man einen deutlichen Rückgang des Werkstoffs Glas mit Blick auf den Siegeszug von Plastik. Heute zeigt sich, dass das nicht der Fall war. Ganz im Gegenteil: Glas wird immer stärker geschätzt – auch aufgrund seiner Wiederverwertbarkeit.

Von Veronika Pranger

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