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Stippvisite in einem vergessenen Markt

Der Wirtschaftsstandort Bosnien-Herzegowina wird von heimischen Unternehmen oft stiefmütterlich behandelt. Doch er birgt langfristig viel Potenzial.

Brücke von Mostar – Verbindung zwischen Orient und Okzident
© rh2010, stock.adobe.com Die Brücke von Mostar ist ein Symbol für Bosnien-Herzegowinas Position zwischen Orient und Okzident.

Der Wirtschaftsstandort Bosnien-Herzegowina wird von heimischen Unternehmen oft stiefmütterlich behandelt. Doch er birgt langfristig viel Potenzial.

Noch hat Bosnien-Herzegowina nicht zum wirtschaftlichen Niveau der Europäischen Union aufgeschlossen: Der EU-Beitrittsprozess läuft stetig, aber langsam, das Wirtschaftswachstum liegt stabil bei knapp drei Prozent und die Arbeitslosenrate sinkt, ist aber mit 38,7 Prozent nach wie vor äußerst hoch. „Große und vor allem schnelle wirtschaftliche Erfolge sind in absehbarer Zeit wohl nicht zu erwarten“, berichtet Robert Brugger, Geschäftsführer des InternationalisierungsCenters­Steiermark (ICS). „Allerdings sollten wir Steirer Nahmärkte, wie Bosnien-Herzegowina, mit dem gleichen Engagement bearbeiten wie bereits  gesättigte westliche Märkte.“ Die beste Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, bietet übrigens die Internationale Business-Konferenz in Sarajevo. Die weitere Entwicklung hängt allerdings nicht zuletzt von der Politik ab: „Das politische Leben des Landes ist aktuell vom Wahlkampf für den Urnengang Anfang Oktober geprägt“, so Andreas Meindl, der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Sarajevo. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Bosnien-Herzegowina nehmen zu. So erreichte das bilaterale Außenhandelsvolumen 2017 einen Rekordwert von rund 931 Millionen Euro. Österreichs Unternehmen sind außerdem seit vielen Jahren größter Auslandsinvestor im Land: Der gesamte Wert an Investitionen  lag Ende 2017 bei 1,09 Milliarden Euro. Insgesamt gibt es knapp 200 rot-weiß-rote Niederlassungen, wobei neben der Lohnfertigung insbesondere der Finanzsektor mit Banken und Versicherungen stark österreichisch geprägt ist. Besonders engagiert sind auch Firmen aus der Bau- und Baumaterialienbranche, der Logistik und dem Fahrzeughandel.

Steirische Firmen in Bosnien-Herzegowina

Seit 2008 in Bosnien-Herzegowina tätig ist etwa Elsta Mosdorfer, Spezialist für die Entwicklung und Fertigung von Schranksystemen zur Energieverteilung. „Wir beschäftigen am Standort Tuzla 110 Mitarbeiter“, berichtet Geschäftsführer Robert Rappold. „Dort finden wir jene Facharbeiter, die wir benötigen, was in Österreich immer schwieriger wird.“ Und auch Christof Industries ist seit vielen Jahren vor Ort, Günther Dörflinger, operativer Geschäftsführer des steirischen Anlagenbauers, schätzt die Qualifikation der Arbeitskräfte. 


Weitere Infos beim Wirtschaftsdelegierten Andreas Meindl in Sarajevo, sarajevo@wko.at, bzw. unter www.ic-steiermark.at

Von Petra Mravlak

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