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Steuereinnahmen sprudeln in Österreich wie nie zuvor

Neuer Rekord: 89,5 Milliarden Euro zahlen Herr und Frau Österreicher heuer in den Steuertopf. Wir blicken hinter die Fiskalkulissen. 

Österreichkarte und Geldscheine
© adobestock, sergey nivens In Österreich steigen die Steuereinnahmen des Bundes kontinuierlich an.

Wie soll die Steuerlast verteilt werden? An dieser Frage scheiden sich die Geister – auch in der Unternehmerschaft, wo das Thema Fairness heiß diskutiert wird. Grund genug, einen Blick auf das rot-weiß-rote Steueraufkommen zu werfen. Wir haben dazu mit Ewald Verhounig, Leiter des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung gesprochen.

Fakt ist: Die rot-weiß-roten Steuereinnahmen sprudeln wie noch nie. Die Fiskalgelder sollen heuer auf einen Rekordwert von 89,5 Milliarden Euro klettern. „Einen wesentlichen Beitrag dazu hat die gute Konjunkturlage geleistet, durch sie konnten mehr Menschen beschäftigt werden“, so Verhounig. Mit für den Finanzminister erfreulichen Folgen: Allein im ersten Halbjahr 2019 hat der Bund um 5,7 Prozent mehr Steuern und Abgaben kassiert als im Vorjahr.  Doch mit einer ungleichen Verteilung, wie vor allem die kleine- und mittelständische Wirtschaft stöhnt. 

Doch zurück zur Steuerbilanz:  Rechnet man zu den Steuereinnahmen noch Sozialbeiträge und Produktionserlöse dazu, belaufen sich die Gesamteinnahmen auf 188,4 Milliarden Euro (2018), dem stehen 187,6 Milliarden Euro an Ausgaben gegenüber, die in Gesundheitswesen, Bildung usw. fließen. Dass die Kosten im Sozialbereich explodieren, belegt auch die steirische Sozialbilanz: Demnach sind die Sozialbeiträge seit 2014 um 17,8 Prozent auf knapp 6,45 Milliarden Euro gestiegen.

Im Interview: Ewald Verhounig Leiter des IWS

Die Steuereinnahmen steigen seit Jahren. Welchen Beitrag leisten dazu die Unternehmen?

Verhounig: Die Unternehmen stemmen einen großen Anteil. Im ersten Halbjahr 2019 sind die Einnahmen aus der Einkommensteuer um 14,2 Prozent gestiegen, die aus der Körperschaftssteuer um 9,6 Prozent. Die hohen Einnahmen sind dem Wechselspiel aus guter Konjunkturlage und einer hohen Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe geschuldet. 

Während internationale Konzerne oft keine Steuern zahlen, stöhnen die KMU im Land unter der Steuerlast. Was tun?

Verhounig: Seit geraumer Zeit wartet ein Digitalsteuerpaket auf seine Umsetzung. Damit ließen sich fairere Wettbewerbsbedingungen herstellen. Entlastung lässt sich aber nur durch die Umsetzung der zweiten Etappe der Steuerreform erwirken.

Die steirische Sozialbilanz zeigt, dass die Beiträge explodieren. Wie kann man gegensteuern, um zu entlasten?

Verhounig: Dazu bedarf es tiefergehender Maßnahmen etwa im Pensionssystem, in der Krankenversicherung oder im Bereich der Unfallversicherung. Zudem gehört das Transfersystem in Österreich harmonisiert.


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