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"Stell dir vor, es gibt Arbeit, aber keinen zum Arbeiten…"

Beim Wirtschaftsparlament stand das Thema Fachkräftemangel einmal mehr ganz oben auf der Agenda. Gefordert werden eine Stärkung der überregionalen Vermittlung, eine Regionalisierung der Mangelberufsliste und eine Öffnung des Arbeitsmarktes für Kroatien.

Bei der Herbsttagung des steirischen Wirtschaftsparlaments stand das Thema Fachkräftemangel ganz oben auf der Agenda.
© Foto Fischer Bei der Herbsttagung des steirischen Wirtschaftsparlaments stand das Thema Fachkräftemangel ganz oben auf der Agenda.
Punkt eins auf der Tagesordnung: der Fachkräftemangel. Bei der Herbsttagung des Wirtschaftsparlamentes war die fortschreitende Entwicklung einmal mehr das Hauptthema des Abends. „Die Situation wird immer dramatischer. In zehn Jahren werden uns mehr als 50.000 Fachkräfte fehlen“, mahnte WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk in seiner Eröffnungsrede. Bereits jetzt hätten sechs von zehn Betrieben durch die vielen fehlenden Professionisten Umsatzeinbußen erlitten, da einige Aufträge aufgrund des Personalmangels einfach nicht ausgeführt werden konnten. „Ganz nach dem Motto: Stell dir vor, es gibt Arbeit, aber niemanden, der sie erledigen kann“, bekrittelte der Präsident. 
Aus diesem Grund habe die WKO nun eine Offensive gestartet. Einer der Kernpunkte: die Stärkung der überregionalen Vermittlung. Diese komme sowohl Arbeitgebern als auch Fachkräften zugute, so Herk weiter: „Es kann nämlich nicht sein, dass in Wien hunderte arbeitslose Köche Mindestsicherung kassieren, während die Hoteliers im Ennstal keine Saisonniers finden.“ Auch eine Öffnung der Grenzen in Richtung Kroatien könnte den akuten Fachkräftemangel schnell eindämmen, „allerdings darf diese Thematik nicht mit dem unkontrollierten Öffnen der Grenzen im Zusammenhang mit Migrationsfragen vermischt werden“.
Immerhin: Es gibt auch den einen oder anderen Silberstreif am Horizont: Erstmals seit Jahren steigt die Zahl der Lehranfänger markant, in der Steiermark sogar um 9,2 Prozent – damit liegt man um den Faktor drei über dem Bundesschnitt. „Das ist erfreulich, aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Wir haben lange und hart dafür gearbeitet, und es ist noch immer viel zu tun“, so Herk.

Im Zuge dieser Debatte wurde im Vorfeld ein Antrag aller Wählergruppen auf eine bessere Integration von Asylberechtigten und auf eine Ausweitung der überregionalen Vermittlung eingereicht. Der Antrag wurde vom Wirtschaftsparlament schließlich einstimmig beschlossen.

Finanzielle Entlastung für WKO-Mitglieder

Dies war aber nur eine von vielen Initiativen, die in der aktuellen Herbsttagung beschlossen wurden: Die Angleichung der Netztarifkosten an den österreichischen Durchschnitt wurde ebenfalls von allen Wählergruppen gemeinsam getragen. Einstimmig beschlossen wurde auch die Umsetzung einer nachhaltigen Verkehrslösung für die Kreuzung in Trautenfels.
Doch Forderungen gab es nicht nur an die Politik, sondern auch an die eigene Organisation im Sinne einer kantigeren Interessenspolitik: „Wir brauchen ein neues Mindset. Freiheit, Offenheit, Mut und Selbständigkeit sind die Begriffe, die wir uns auf die Fahnen heften wollen.“ Denn es habe ein neues Zeitalter begonnen: Ein Zeitalter, in dem die Trennlinien nicht mehr zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern verlaufen, „sondern jenen, die etwas bewegen wollen und Verantwortung übernehmen, und jenen, die sich zurücklehnen und sich von den gewachsenen Strukturen versorgen lassen“, so Herk. „Mein Ziel ist es, den Grundwasserspiegel der Selbständigkeit zu heben. Diese beginnt nicht mit dem Gewerbeschein, sondern mit der Schultüte.“
Weiters im Wirtschaftsparlament beschlossen: eine finanzielle Erleichterung für alle Unternehmer. Die Kammerumlagen werden ab dem kommenden Jahr gesenkt, bundesweit beträgt die Entlastung rund 100 Millionen Euro.

Von Miriam Defregger

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