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Steirischer Aufbruch in dritte Dimension

Von Neuroth bis voestalpine, von Humantechnik bis Luftfahrt: Steirische Pioniere lösen eine Revolution im 3D-Druck aus. Ein Milliardenmarkt entsteht – und wartet.

Avanciert zu einer steirischen Kernkompetenz: In der „Grünen Mark“ tummeln sich etliche Innovationsführer aus dem Bereich 3D-Druck.
© blackday Avanciert zu einer steirischen Kernkompetenz: In der „Grünen Mark“ tummeln sich etliche Innovationsführer aus dem Bereich 3D-Druck.

Ein Laserstrahl rast über eine dünne Schicht Metallpulver. Es blitzt und funkt, ein Schieber trägt eine weitere Schicht Metallpulver auf. Wieder blitzt und funkt es. Der Vorgang wiederholt sich – mitunter wochenlang. Nach und nach entstehen aus den Pulverschichten komplexe Modelle: In der heimischen Industrie ist der 3D-Druck längst angekommen – branchenübergreifend. Von der Medizintechnik über die Luftfahrt bis zur Automotive-Industrie revolutioniert der 3D-Druck Entwicklung und Produktion. Oder in Zahlen ausgedrückt: Bis 2030 wird der weltweite Markt für 3D-Druck-Produkte und -Technologien laut Prognosen der renommierten Unternehmensberatung PwC in der Industrie durchschnittlich pro Jahr zwischen 13 und 23 Prozent auf ein Marktvolumen von 22,6 Milliarden Euro anwachsen.

Eine Million für neue Formen und Geometrien

Die additive Fertigung avanciert zunehmend auch für steirische Betriebe zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor – für uns ist das Anlass, einen Blick auf die steirische Druck-Landschaft zu werfen: „Der industrielle 3D-Druck ermöglicht Formen und Gewichtsreduktionen, die mit herkömmlichen Verfahren nicht darstellbar sind“, erklärt etwa M&H-Co-Geschäftsführer Patrick Herzig die Gründe für den Aufwärtstrend. Das Unternehmen hat sich seit Jahren der additiven Fertigung verschrieben und betreibt im steirischen Ilz ein Kompetenzzentrum für Metalldruck: Dazu wurden aktuell die Betriebsflächen auf insgesamt über 1.000 Quadratmeter verdoppelt – mehr als eine Million Euro wurden investiert. „Damit können wir sämtliche Fertigungsschritte In-House abdecken, gewinnen wertvolle Tage und können die Durchlaufzeit noch weiter reduzieren“, sagt Herzig.

Steirer-Druck von Taiwan bis Toronto

Besonders für die Luftfahrt mit jährlich prognostizierten Wachstumsraten von 23 Prozent und für die Automobilindustrie (plus 15 Prozent) eröffnet das Verfahren neue Potenziale in der Produktion – diese will man sich insbesondere in der Obersteiermark zunutze machen: Bei der zur voestalpine gehörenden Böhler Edelstahl in Kapfenberg entsteht hochqualitatives Metallpulver, das als Vormaterial für den 3D-Druck zum Einsatz kommt. Via Kooperationspartner Pankl, der auf den Druck spezialisiert ist, sollen sich die Bauteile später eben in der Luftfahrt – und auch der Automobilindustrie – etablieren.

„Während wir das Metallpulver herstellen und die Werkstofftechnologie liefern, hat Pankl die 3D-Drucker angeschafft und fertigt aus dem Pulver fertige Metallteile“, vereinfacht voestalpine-Vorstand Franz Rotter die Zusammenarbeit. Den Gesamtaufwand für die Realisierung der voest­alpine-„Additive Manufacturing“-Strategie lässt sich der Konzern rund 50 Millionen Euro kosten – Hochschul-Engagement inklusive: Unlängst hat die voestalpine (wiederum gemeinsam mit Pankl)  die erste Stiftungsprofessur für additive Fertigung an der Montanuniversität Leoben ins Leben gerufen: „Dadurch können wir dieses Themenfeld noch intensiver bearbeiten und unsere bestehende Wertschöpfungskette von der Herstellung des Metallpulvers über das Design bis zur Produktion von einbaufertigen Komponenten im 3D-Druckverfahren entsprechend ergänzen“, betont Rotter. Chancen für steirische Unternehmen ergeben sich auch in der Medizintechnik: So werden bei Neuroth die Otoplastiken bzw. Hörgeräteschalen von modernen 3D-Druckern in Schwarzau in der Südoststeiermark produziert – und an der Medizinischen Universität Graz werden Schädelimplantate noch während der Operation gedruckt: Das spart Zeit und verbessert die Passform. Zum Einsatz kommen Kunststoff-Materialien wie Peek, die wiederum von Antemo im Murtal erforscht werden.

3D-Druck in Zahlen:

  • 22,6 Milliarden Euro schwer ist der Markt für den 3D-Druck laut Prognosen der Unternehmensberater von PwC im Jahr 2030.
  • 26 Prozent gewinnt der 3D-Druck in Hochzeiten pro Jahr an Marktvolumen – im Schnitt sind es laut Prognosen rund 13 Prozent jährlich.
  • 13 Prozent Anstieg an Marktvolumen birgt der 3D-Druck für den Einzelhandel bis 2030 – jährlich. 
  • 50 Millionen Euro lässt sich alleine die
    voestalpine die Umsetzung der „Additive Manufacturing“-Strategie kosten. 

Statements:

Vorstandsmitglied Franz Rotter, voestalpine AG: „Eingesetzt wird die Technologie bereits u. a. in der Luftfahrt, im Werkzeugbau, in der Medizintechnik sowie der Automobilindustrie. Die voestalpine ist dabei einer der wenigen Anbieter weltweit, die eine durchgängige Wertschöpfungskette – vom Pulver zum Bauteil – anbieten können.“

Geschäftsführer ­Johann Harer, HTS-Cluster: „Der 3D-Druck hat sich in der Humantechnologie mit rasanter Geschwindigkeit ausgebreitet. Hörgeräte, Implantate und vieles mehr werden mit Hilfe von additiver Fertigung hergestellt. Unsere steirischen Medizintechnik-Betriebe und Forschungseinrichtungen mischen dabei ganze vorne mit.“

Co-Geschäftsführer Robert Mauerhofer, M&H: "Der industrielle 3D-Druck ermöglicht völlig neue Strukturen und Geometrien. Das hat Auswirkungen auf fast alle Branchen: vom Rennsport bis zur Luftfahrt. Insbesondere in der Prototypenfertigung erleben wir – branchenübergreifen – eine echte 3D-Druck-Revolution.“


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