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Steirische Unternehmen „übten“ den Cyber-Ernstfall

Immer mehr Vernetzung, immer mehr Cyberangriffe: Auf Einladung der WKO trainierten deshalb steirische Firmen den Krisenfall.

IT-Security-Experten als „Hacker“: Bei der Cyber-Attacken-Simulation in der WKO Steiermark konnten Unternehmen ihre Krisenprozesse testen.
© Foto Fischer IT-Security-Experten als „Hacker“: Bei der Cyber-Attacken-Simulation in der WKO Steiermark konnten Unternehmen ihre Krisenprozesse testen.
Personenschützer in Uniform und strenge Zugangskontrollen: Die WKO Steiermark war am Mittwoch nicht wiederzuerkennen. Grund dafür: Im Hause fand den ganzen Tag über ein simulierter Cyber-Angriff auf ausgewählte steirische Unternehmen statt – dies zwar nur „fiktiv“, und dennoch war Geheimhaltung in dieser sensiblen Frage oberstes Gebot: „Beübt“ wurden nämlich Betriebe aller Größen und verschiedenster Sparten – darunter auch durchaus kritischer Bereiche, etwa aus der Nahversorgung und der öffentlichen Infrastruktur.

Aber was genau wurde geübt? „Wir haben den Teilnehmern Szenarien, die heute in dieser Form täglich passieren, eingespielt: Dabei handelt es sich etwa um Viren, um Verschlüsselung, Datenverlust, Erpressung und vieles mehr“, erklärte Übungsleiter Gerald Kortschak, Geschäftsführer der IT-Security-Firma „sevian7“. Jedes Team bestand aus vier Schlüsselpositionen: Krisenmanagement, IT-Technik, Rechtsabteilung und Kommunikation. Um den Stresslevel zu erhöhen, wurden auch zusätzliche Szenarien eingespielt – und so kamen selbst eingespielte Kollegen mit gut funktionierenden Krisenplänen an ihre Grenzen. „Das war letztlich auch das Ziel“, sagt Kortschak. „Wir wollten erreichen, dass die Teilnehmer an diesem Tag ihre internen Prozesse testen und wertvolle Erkenntnisse über funktionierende, vor allem aber auch über nicht funktionierende Abläufe mitnehmen konnten“, so Kortschak, der die Übung als wertvolle Maßnahme in der Kriminalitätsprävention einordnet.

Cyber-Attacken steigen erneut um 40 Prozent

Wie wichtig Prävention ist, betonte der stellvertretende Landespolizeidirektor, Alexander Gaisch, im Vorfeld der Übung. „Wir haben 2016 exakt 1.425 Cybercrime-Anzeigen verzeichnet, das war ein Plus von 31,1 Prozent gegenüber 2015. Für heuer rechnen wir gegenüber 2016 neuerlich mit einem Plus von diesmal sogar rund 40 Prozent.“ 

Längst ist das Problem also flächenwirksam, die Schäden gehen allein in Österreich jährlich in die Milliarden Euro. „Deshalb setzt sich auch die WKO Steiermark beispielsweise mit solchen Simulationen intensiv mit dem Thema auseinander“, betont Direktor Karl-Heinz Dernoscheg, der auch auf die neue Cyber-Security-Hotline der WKO (siehe unten) verweist: „Unter dieser Nummer können Experten im Fall der Fälle sofort erste Handlungsanweisungen geben und schnell helfen“, erklärt Dernoscheg.

0800 888 133: Die Cyber-Security-Hotline der WKO ist 24 Stunden täglich erreichbar!

Von Klaus Krainer

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