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Steirer-Design am roten Teppich

Eine neue Generation von Modemachern bringt frischen Wind ins alte Schneider-Handwerk: Junge Designerinnen wie Lena Hoschek und Eva Poleschinski sorgen mit ihren Labels international für Furore.

Designerin Eva Poleschinski
© Oliver Rathschüler Fixpunkt am internationalen Modehimmel: die Hartberger Designerin Eva Poleschinski

Von wegen aussterbendes Gewerbe: Das alte Schneider-Handwerk erlebt (nicht nur) in der Steiermark eine Renaissance. Davon zeugen zahlreiche weiß-grüne Modelabels – und die steigende Zahl an Gewerbeberechtigungen, wie ein Blick auf die Statistik zeigt: Innerhalb der letzten fünf Jahre ist die Zahl der aktiven Berechtigungen von 361 auf 436 geklettert. Unterm Strich ein dickes Plus von mehr als 20 Prozent.

Kleider machen Leute

Anneliese Ringhofer, Maßschneiderin und stellvertretende Innungsmeisterin, bestätigt diesen Trend: „In der Mode findet ein Bewusstseinswandel statt. Viele Kunden wollen lieber ein, zwei neue qualitätsvolle Teile statt billiger, und unter fragwürdigen Bedingungen produzierter Massenware.“ Und sind gerne bereit, dafür auch tiefer in die Tasche  zu greifen, sagt Ringhofer: „Dafür hat man mit hochwertiger Kleidung auch nach Jahren noch eine Freude.“ Was also seit Jahren für die Ernährung gilt – bio, regional, nachhaltig, gesund – hält zunehmend also auch in der Mode Einzug. „Die zugesetzte Chemie in den Billig-Kleidungsstücken löst immer öfter Allergien aus, die Konsumenten suchen hier nach Alternativen.“

Und diese finden sie (auch) in immer mehr steirischen Labels. So sind etwa die Grazer Designerinnen Elke Steffen-Kühnl und Babsi Schneider die kreativen Köpfe und Eigentümerinnnen des Labels „ardea luh“ in der Grazer Sporgasse. „Wir schmeißen Mode nicht günstig auf den Markt, sondern setzen auf Qualität“, ist ihr Credo. Individualität sei den Kunden besonders wichtig, sagt Schneider. Entscheidend sei also, im persönlichen Gespräch auf ihre Wünsche und Bedürfnisse einzugehen. Wenig verwunderlich, dass 70 Prozent der gefertigten Ware bei Ardea Luh Maßanfertigungen sind, 30 Prozent entfallen auf Kollektionen. Gefertigt – und darauf sind die beiden besonders stolz – wird ausschließlich  in Graz, und das unter höchsten Qualitätsansprüchen. Auch nach zehn Jahren in der Branche ist das Designer-Duo mit der gleichen Begeisterung wie am ersten Tag bei der Arbeit, „auch wenn es ein hartes Business ist“, wie Schneider eingesteht.

Das unterstreicht auch Ringhofer als Branchenexpertin: „Manche gehen leider mit unrealisitischen Vorstellungen ans Werk. Nicht jeder, der Babykleidung nähen kann, bringt auch das unternehmerische Denken mit. Um im Modebusiness bestehen zu können, braucht es eine fundierte Ausbildung und jahrelange Praxis.“

Eine, die es weit über die steirischen Grenzen hinaus geschafft hat, im Modebusiness Fuß zu fassen, ist die Hartberger Designerin Eva Poleschinski. Die Absolventin der Modeschule in München ist längst ein Fixpunkt am internationalen Modehimmel. Ihre Designs sind in Magazinen wie Vogue oder Elle zu finden, ihre Kollektionen präsentiert sie in Berlin, New York, Tokyo und Paris. 2014 wurde sie zur „Designerin of the year“ gekürt, zudem gibt es Kooperationen mit großen Unternehmen wie Campari. Für Poleschinski steht aber immer noch eins im Vordergrund: Das gute alte Handwerk. „Mein Design lebt vom Materialmix und von der Detailverliebtheit. Das Handwerk ist dafür unverzichtbar.“ Auch ihr ist es wichtig, mit ihrer Mode ein Statement gegen die Wegwerfgesellschaft zu setzen: „Ich bin für einen bewussten Kleiderschrank mit qualitätsvollen Teilen, die sich gut kombinieren lassen.“ Fertigen lässt die gebürtige Steirerin im Couture-Bereich ausschließlich in Österreich, „das ist mir nicht nur ein persönliches Anliegen, sondern auch wichtig im Sinne der Qualitätssicherung.“

Eine ähnliche Philosophie verfolgt auch die weiß-grüne Designerin Lena Hoschek: Qualität, hochwertige Materialien, Nachhaltigkeit und zeitlose Looks stehen bei ihr im Vordergrund. Das 2005 gegründete Label ist mittlerweile zu einem Unternehmen mit 40 Mitarbeitern, zwei Standorten in Wien und einer in Graz, gewachsen. Außerdem wird das Label bei über 60 internationalen Händlern vertrieben. Die Rolle der Designerin scheint Hoschek übrigens auf den Leib geschneidert worden zu sein: Bereits mit 13 Jahren hat sie mit Hilfe ihrer Oma das erste Dirndl gefertigt.


Autorin: Karin Sattler 

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