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Steiermark auf Platz eins in der Lehrlingsbilanz

4618 junge Steirerinnen und Steirer haben im Vorjahr eine Lehre begonnen, das ist ein Plus von 8,4 Prozent. Die Steiermark ist im Bundesvergleich Zugpferd dieser Entwicklung.

Lehrling beim Arbeiten
© die Industrie/Kniepeiss Bei den Lehranfängern wurde ein markantes Plus verzeichnet.

4.618 junge Steirerinnen und Steirer haben im vergangenen Jahr ihre Lehrlingsausbildung im ersten Lehrjahr in einem steirischen Ausbildungsbetrieb begonnen. Das entspricht einem Plus von 359 Lehranfängern in der betrieblichen Lehrlingsausbildung – eine deutliche Steigerung um 8,4 Prozent gegenüber 2017. Die Anzahl der neuen Lehrlinge in einer überbetrieblichen Ausbildungseinrichtung ist hingegen im Jahresvergleich von 437 auf 362 zurückgegangen.

Fachkräfte zunehmend gefragt

Insgesamt sind damit 4.980 Lehrlinge ins erste Lehrjahr eines Lehrberufs gestartet, das sind um 284 bzw. um sechs Prozent mehr als im Vorjahr. „Das ist der höchste Zuwachs im Bundesländervergleich. Der Anteil der Lehranfänger am 15-Jährigen Jahrgang ist markant von 41,6 Prozent auf sehr erfreuliche 43,7 Prozent gestiegen. Das ist ein äußerst positives Signal in einer Zeit, in der Fachkräfte zunehmend gefragt sind“, so WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk. 

Unterm Strich ist auch die Gesamtzahl der Lehrlinge in der Steiermark wieder deutlich im Aufwind: „Insgesamt 15.603 Jugendliche absolvieren zurzeit eine Lehre, das sind um 1,8 Prozent mehr als im Jahr 2017. Diese werden in 5.044 steirischen Lehrbetrieben und Ausbildungsstätten sowie in 32 überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen ausgebildet. Erfreulich ist zudem, dass 429 Betriebe im vergangenen Jahr eine neue Ausbildungsberechtigung bekommen haben“, fasst Gottfried Krainer, Leiter der Lehrlingsstelle in der WKO Steiermark die Entwicklung zusammen.

Qualitätsoffensive in der Ausbildung

Mit ein Grund für diese positive Entwicklung ist eine Qualitätsoffensive in der Ausbildung selbst. Das zeigt der Fünfjahresvergleich der geförderten Qualifizierungsmaßnahmen für Lehrlinge, diese sind um 60 Prozent auf insgesamt 8.850 Förderfälle im Jahr 2018 gestiegen. Darüber hinaus bieten steirische Ausbildungsbetriebe ihrem Berufsnachwuchs vermehrt die Möglichkeit Auslandserfahrungen zu sammeln - 458 geförderte Auslandspraktika in den letzten beiden Jahren unterstreichen die internationale Vernetzung.

Neben dem umfangreichen Beratungs- und Serviceangebot der WKO Steiermark steht den Betrieben und Lehrlingen weiters ein kostenloses Coachingangebot in Problemsituationen zur Verfügung, das ebenfalls in der Lehrlingsstelle abgerufen werden kann. 

Starkes Plus bei Lehre mit Matura

Steirischen Jugendlichen steht ein ungebrochen großes Angebot an unterschiedlichsten Lehrberufen offen. Lehrlinge werden aktuell in über 150 verschiedenen Berufen mit zwei- bis vierjähriger Lehrzeit ausgebildet. Im vergangenen Jahr wurden 15 Lehrberufe neu eingeführt bzw. inhaltlich neu gestaltet. Eine Entwicklung, die sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Auf hohem Niveau weiterhin nachgefragt wird zudem die Lehre mit Matura, 1.660 Jugendliche nutzen aktuell dieses innovative Bildungsangebot. Die duale Ausbildung ist aber auch für Maturantinnen und Maturanten zunehmend attraktiver: 661 Absolventen einer höheren Schule befanden sich mit Ende Dezember 2018 in einem Lehrverhältnis – das sind um 236 mehr (plus 55,5 Prozent) als noch vor fünf Jahren.  

Top-Lehrberufe Metalltechnik und Einzelhandelskauffrau

Insgesamt wurden im Vorjahr in der Steiermark 5.554 Lehrabschlussprüfungen positiv absolviert. Davon 20,5 Prozent mit ausgezeichnetem und 26,4 Prozent mit gutem Erfolg. Die erfolgreichen Prüfungsabsolventinnen und Prüfungsabsolventen stehen dem Wirtschaftsstandort Steiermark als neue Fachkräfte zur Verfügung. Metalltechnik ist weiterhin der häufigste Lehrberuf der Steirerinnen und Steirer, 2.141 Jugendliche erlernen aktuell diesen Beruf. 1.809 Lehrlinge sind in Einzelhandelslehrberufen beschäftigt, 1.396 erlernen den Lehrberuf Elektrotechnik, 1.179 den Lehrberuf Kraftfahrzeugtechnik. 

Ranking der gefragtesten Lehrberufe

Weibliche Lehrlinge wählen am öftesten den Lehrberuf Einzelhandelskauffrau (1.230), im Ranking folgen die Lehrberufe Bürokauffrau (506), Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin) (438) und Metalltechnikerin (262). Auch die Tourismusberufe Köchin (186), Restaurantfachfrau (143), Gastronomiefachfrau (104), Hotel- und Gastgewerbeassistentin (90) und die Lehrberufe Verwaltungsassistentin (147) und Pharmazeutisch kaufmännische Assistentin (130) befinden sich unter den Top 10. Bei männlichen Lehrlingen steht der Lehrberuf Metalltechniker (1.879) an erster Stelle, gefolgt von Elektrotechniker (1.326), Kraftfahrzeugtechniker (1.128), Installations- und Gebäudetechniker (621), Einzelhandelskaufmann (579), Mechatroniker (435), Tischlerei (413), Maurer (360), Koch (321) und Zimmerei (224). 

Das Branchenranking

Nach Branchen gegliedert ergibt sich folgendes Bild: 6.794 Lehrlinge (43,5 Prozent) wurden in Gewerbe- und Handwerksbetrieben ausgebildet, 2.814 (18 Prozent) in Industriebetrieben. 2.084 Lehrlinge (13,4 Prozent) waren in Handelsbetrieben beschäftigt, 1.175 (7,5 Prozent) im Sektor Tourismus und Freizeitwirtschaft. Die meisten Lehrlinge wurden naturgemäß in Graz ausgebildet (3.867), gefolgt von Graz-Umgebung (1.491), Weiz (1.331), Bruck-Mürzzuschlag (1.298), Liezen (1.264) und Hartberg-Fürstenfeld (1.263).

Ausweitung der Berufsorientierung

Unterm Strich eine sehr erfreuliche Bilanz, in der WKO Steiermark Präsident Josef Herk eine Bestätigung sieht, dass die „vielen Bemühungen der Wirtschaft, aber auch unseres Hauses – von EuroSkills bis Talentcenter – fruchten“. In Zeiten eines zunehmenden Fachkräftemangels sei die Ausbildung unserer Jugend – und hier speziell die Gleichstellung von schulischer und betrieblicher Bildung – eine wichtige Herausforderung, die es zu bewältigen gilt.

Lehre als internationales Erfolgsmodell

Herk: „Aus diesem Grund setze ich mich auch für eine Weiterentwicklung unserer Lehrausbildung ein. Fakt ist: Wir müssen endlich aufhören ständig über ein Imageproblem der Lehre zu jammern, ein solches gibt es nicht! Unsere duale Ausbildung ist vielmehr ein internationales Erfolgsmodell, dessen Wert auch die steirischen Jugendlichen zu schätzen wissen, wie die vorliegende Statistik zeigt. Eine Lehre bietet ein breites Spektrum beruflicher Möglichkeiten und jede Menge Aufstiegschancen. Allerdings passen gewisse Begrifflichkeiten hier nicht mehr in die Zeit und darum rege ich auch an, Ausdrücke wie „Lehrlingsentschädigung“ dringend zu modernisieren. Gleichzeitig müssen wir die Lehre um eine digitale Säule erweitern, die in allen Berufsbildern Platz haben muss. Und wir müssen auch dem Thema Berufsorientierung, vor allem in den AHS, mehr Platz geben, wenn ich mir die nach wie vor hohen Abbruch- und Wechselquoten vor Augen halte. Mit dem Talentcenter haben wir als Wirtschaft hier unseren Beitrag mehr als geleistet“, so der Präsident abschließend. 


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