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Staat schnippelt an der Ticketsteuer

Die Steuer auf Flugtickets soll scheibchenweise abgeschafft werden. Bis 2018 wird die unbeliebte Abgabe jedenfalls halbiert.

 
Abflughalle Flughafen Graz
© Werner Krug Abflug mit Zusatzsteuer heißt es seit 2011 auch ab dem Flughafen Graz. Mit der Halbierung der Ticketabgabe werden laut AUA die Tickets billiger.

Sie hat für gehörige Turbulenzen im rot-weiß-roten Flugverkehr gesorgt. Die sogenannte Ticket­abgabe, die seit der Einführung  im Jahr 2011 europaweit Kurzstreckentickets um sieben Euro, Mittelstrecken-Flüge um 15 Euro und Langstrecken sogar um 35 Euro verteuert hat. 

Im neuen Arbeitsprogramm der Regierung wurde nach langem und heftigem Widerstand der großen Fluglinien, Flughäfen  und Touristiker beschlossen, die Abgabe 2017 um 25 Prozent und 2018 um weitere 25 Prozent zu senken. Das dürfte zu einem Aufatmen in der Branche geführt haben. Nicht nur bei den Carriern wie der Lufthansa-Gruppe, die mit ihrer Tochter AUA jährlich nicht weniger als 50 Millionen  Euro an den Fiskus ablieferten musste. Auch bei Niki (Air Berlin) hat sich die Ticketsteuer per anno noch mit satten 15 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Und das in einer Zeit, wo der Preiskampf über den Wolken fast schon existenzgefährdend ist. 

Ticketsteuer ist enorme Belastung für Regionalflughäfen

Die Entscheidung der Regierung hat auch der Grazer Flughafen-Direktor Gerhard Widmann mit großer Genugtuung quittiert: „Gerade für Regionalflughäfen bedeutet eine solche Steuer eine unglaubliche Belastung, weil wir ohnehin um jeden Passagier und jede Verbindung kämpfen müssen.“ Auch wenn der Flughafen Graz nicht gerade von Flughäfen in Nachbarländern eingekreist ist, so gibt es laut Widmann doch Passagiere, die zum Beispiel nach Laibach/Slowenien abwandern, wo keine Steuer eingehoben wird. Der Flughafen-Direktor verweist auch darauf, „dass EU-Staaten wie die Niederlande, Dänemark oder Malta die Flugticketsteuer kurz nach Einführung wieder abgeschafft haben. Zuletzt 2014 die irische Regierung.“ Davon profitieren die Reisenden am meisten, weil sich die Reduktion 1:1 in den Ticketpreisen widerspiegeln wird. Aber auch für die Airlines selbst ist es eine Entlastung, weil sie aus Konkurrenzgründen die Steuer nicht ganz auf den Ticketpreis aufgeschlagen haben – der Grundpreis wurde niedriger gehalten.

Wer profitiert?

Mehr als 580 Millionen Euro hat der Staat in den letzten fünfeinhalb Jahren aus dem Titel Flugabgabe eingenommen. Die Hälfte davon entfiel auf die Lufthansa Group (30 Prozent alleine auf die AUA) und zehn Prozent auf Niki. Die sogenannte Ticketabgabe wurde 2011 eingeführt und soll bis 2018 halbiert werden. Ein erster Schritt, sagen Fluglinien, Flughäfen und Touristiker.

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