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Spiel auf Zeit: Der Brexit-Countdown läuft 

Deal or No Deal? Das ICS lud steirische Unternehmer zu einem hochkarätigen Brexit-Expertentalk in die Wirtschaftskammer.

Robert Brugger, Leigh Turner, Josef Herk und Christian Kesberg
© Foto Fischer Der nahende Brexit ist in aller Munde: Robert Brugger, Leigh Turner, Josef Herk und Christian Kesberg (v. l.).

29. März, 23.00 Uhr – das ist der Zeitpunkt, an dem das Vereinigte Königreich offiziell die EU verlassen wird, so der Plan. Doch nach wie vor ist alles offen: Deal, No Deal, eine Verschiebung des Austritts, theoretisch wäre sogar ein zweites Referendum möglich. 

Alles ist möglich

Brexit-Experten wagen erste Prognosen: „Die Wahrscheinlichkeit für einen ungeregelten Austritt ist stark gesunken“, so die Einschätzung des britischen Botschafters Leigh Turner bei einer Info-Veranstaltung des ICS in Graz. Und auch Christian Kesberg, österreichischer Außenwirtschaftsdelegierter, sieht die Zeichen auf einen Deal hindeuten: „Das britische Parlament könnte letztlich für den mit der EU ausverhandelten Deal stimmen, obwohl es eigentlich damit nicht einverstanden ist, um noch Schlimmeres abzuwenden.“ Denn schaffen die Briten keinen geregelten Abgang, dann steuert alles – so, wie im EU-Vertrag festgeschrieben – im Auto-Pilot auf einen ungeregelten Austritt Ende März hin. Und das wäre die wohl schlechteste Lösung für alle Beteiligten. Kesberg warnt aber zugleich vor Hysterie: „Die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas löst sich auch nach einem No-Deal-Brexit nicht in Luft auf.“ Das Vereinigte Königreich bleibe weiterhin ein großer Markt mit unternehmerfreundlichen Rahmenbedingungen, einer F&E-Landschaft der Weltklasse und einer starken Korrelation zu heimischen Stärkefeldern. Auch für Michael Spielbichler von der AVL List GmbH ist klar: „Wir stehen zu unserer Präsenz im Vereinigten Königreich und planen lokale Wertschöpfung und Zusammenarbeit mit lokalen Kunden weiter auszubauen.“ 

Wie auch immer der Brexit-Poker ausgehen wird, die heimischen Unternehmen scheinen jedenfalls gut vorbereitet zu sein. „Wir haben zuletzt bei unserer Brexit-Hotline sogar einen Rückgang an Anfragen festgestellt“, so ICS-Geschäftsführer Robert Brugger.  Ein positives Signal, wie auch WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk betont: „Großbritannien ist mit einem Außenhandelsvolumvon 647 Millionen Euro allein im ersten Halbjahr 2018 unser viertwichtigster
Exportmarkt.“

Fokus auf den Brexit:

Das Vereinigte Königreich steht ab sofort drei Jahre lang im Fokus des ICS. Am Programm: Beratungen, Veranstaltungen, Workshops sowie eine Delegationsreise von 2. bis 4. 10. nach London.

ICS-Brexit-Hotline: 0316/601-400, www.ic-steiermark.at/brexit

WKO-Brexit-Info-Point: 05/90900-5590, www.wko.at/service/aussenwirtschaft/brexit.html


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