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Sonderausstellung "Ärzte der Heiligen" wandert nach Vorau

Am 10. Mai übersiedelt die Handwerksausstellung "Vergolder und Staffierer – Ärzte der Heiligen" von St. Pölten in das Augustiner Chorherrenstift Vorau.

Die Ausstellung gewährt Einblicke in die Bandbreite des Vergolderhandwerks, das 2017 als erstes lebendiges Handwerk in die österreichische Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.
Nachförg, Schaunigg, Khom, Rechberger, Bauer und Feuchter (v.l.)
© Harry Schiffer Staffelübergabe: Stefan Nachförg, Valentin Schaunigg, Manuela Khom, Gerhard Rechberger, Markus Bauer und Alois Feuchter (v.l.)

Die Handwerksausstellung der Vergolder und Staffierer mit dem Titel „Ärzte der Heiligen“ erfreute sich im Winter 2018/2019 im Diözesanmusum St. Pölten bereits großen Besucherinteresses. Dank des Einsatzes des Ökonomen des Chorherren Stiftes Vorau, Prälat Rupert Kroisleitner, sowie der Initiative des steirischen Berufsgruppensprechers Vergoldermeister Valentin Schanigg und des Ausstellungskurators, Vergoldermeister Stefan Nachförg gelang es, die erfolgreiche Erstausstellung vom Diözesan Museum St. Pölten dem Augustiner Chorherrenstift Vorau im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld als Wander-Ausstellung weiterzureichen. Stefan Nachförg, Kurator der Ausstellung: „Die Vergolder und Staffierer Österreichs freuen sich, Ihre Ausstellung im Stift Vorau, der barocken Perle und dem geistlichen Zentrum des steirischen Jogllandes präsentieren zu können. Unser besonderer Dank gilt dabei Propst Gerhard Rechberger für die freundliche Unterstützung und gute Zusammenarbeit.“

Staffelübergabe

Bereits im Vorfeld der offiziellen Eröffnung am 10. Mai wird das Zunftwappen der österreichischen Vergolder und Staffierer als Ausstellungs-Symbol von den Vertretern der Wirtschaftskammer Niederösterreich in Graz feierlich den steirischen Kollegen der Landesinnung der Maler und Tapezierer übergeben. Dies ist quasi der Auftakt für die steirische Zeitreise durch die Geschichte des Handwerks von seinen Ursprüngen im alten Ägypten bis zu seiner neuen Blütezeit in der Gegenwart.

Vier Ausstellungssäulen

Neben einem historischen Beitrag über die Zunft und ihr Werkzeug gliedert sich die Ausstellung thematisch in vier Schwerpunkte: Kirchenvergoldung, Bauvergoldung, Rahmenmacher sowie Möbel, moderne Kunst und Design.  Ergänzt werden die einzelnen Themenfelder durch historische Dokumente sowie Fotos und Filmmaterial über die Entstehung eines Objektes, über Werkstoffe und Utensilien, die Ausbildung und den Werdegang eines Vergolders.

Feierliche Eröffnung

Feierlich eröffnet wird die Handwerksausstellung am 10. Mai 2019 von Propst Gerhard Rechberger, der auf den starken Lokalbezug der Ausstellung zur prachtvollen Stiftskirche hinweist: „Das Gold ist die Farbe des Göttlichen und Heiligen und schenkt uns heilsame Berührung“. Sonderführungen für die steirische Malerinnung sowie interessierte Fachgruppen bieten Einblick ins historische Handwerk mit neuem „goldenen Boden“. Die Ausstellung kann täglich bis 30. September 2019  besichtigt werden.

Ehrenschutz

Den Ehrenschutz für die Sonderausstellung „Ärzte der Heiligen“ hat die steirische Landesinnung der Maler und Vergolder übernommen. Die historischen Maltechniken, die bei dieser Ausstellung im Verbund mit den Vergoldetechniken gezeigt werden, sind auf Jahrhundertealte Maltechniken zurückzuführen. „Das Staffieren, Fassen, Malen und Vergolden ist eine Handwerkstechnik mit bedeutendem historischen Hintergrund, die auch in der Gegenwart Bestand hat. Damals wie heute waren und sind diese Arbeiten eng miteinander verbunden. Die wertvolle Handwerksarbeit ist aus der Denkmalpflege ebenso wenig wegzudenken, wie aus dem modernen baubiologischen Bauen und der dekorativen Innenausstattung. Daher ist es für die steirische Landesinnung der Maler & Vergolder ein echtes Bedürfnis und eine große Ehre, diesen Ehrenschutz zu übernehmen“, versichert Landesinnungsmeister Alois Feuchter.

Reise durch die Kunstgeschichte

Das Vergolderhandwerk wurde am 15. März 2017 als erstes lebendiges Handwerk in die österreichische Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Ein Jahr nach dem Europäische Kulturerbejahr 2018 – European Year of Cultural Heritage 2018 – präsentieren die Vergolder und Staffieren nun im Rahmen der Ausstellung „Ärzte der Heiligen“ die Bandbreite ihrer Tätigkeit: Das Handwerk der Vergolder und Staffierer entstand vor ca. 4500 Jahren im Reich der ägyptischen Pharaonen. Auch im asiatischen Raum können Vergoldungen von der Wissenschaft bereits sehr früh nachgewiesen werden.

Ein Handwerk auf dem Weg in die Zukunft

Prachtvolle Kirchen und Klöster, prunkvolle Barockbauten, der glänzende Charme von Jugendstil und Art Deco: Die Kunstfertigkeit des Vergolder- und Staffiererhandwerks hat über die Jahrhunderte hinweg österreichische Bauten innen und außen geprägt. Heute macht sich das Handwerk den neuen Trend zu wieder mehr Individualität bei Produkten erfolgreich zunutze und bringt die handwerklichen Fähigkeiten auf vielfältige Weise zur Anwendung. „Neben punktuellen Möglichkeiten in der Architektur bieten vor allem Möbel und Innenraumdesign die Chance, unser Handwerk erfolgreich in die Zukunft zu führen“, weist Ausstellungskurator Stefan Nachförg auf die breitgefächerten Einsatzmöglichkeiten des Vergoldens und Staffierens bei Möbelstücken, Lampen oder der exklusiven Wandgestaltung auch in der Gegenwart hin.  


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