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So verändert Corona die Reiselust

Aufgrund von Covid-19 ist heuer vieles anders – auch der Sommerurlaub. Wir haben uns in der Reisebranche umgehört, wohin es die Steirer nun wirklich zieht und zu welchen Destinationen sie tatsächlich aufbrechen.

Wenn die Steirer im Sommer in den Flieger steigen, dann landet dieser zurzeit am ehesten in Griechenland und Spanien.
© AdobeStock_Tropical Studio Wenn die Steirer im Sommer in den Flieger steigen, dann landet dieser zurzeit am ehesten in Griechenland und Spanien.

Gerade an den beliebten Urlaubsstränden gibt es Jahr für Jahr das selbe Bild: In aller Herrgottsfrüh machen sich die Urlauber (meist im Sprint) auf, um die besten Liegen für sich und die Familie zu reservieren. Ein Schauspiel, das es so heuer nicht gibt. Vielerorts sind die Strände wie leergefegt, man könnte es sich also in allerbester Lage bequem machen. 

Denn: Nur 43 Prozent der Österreicher machen heuer laut aktueller Gallup-Umfrage überhaupt einen Sommerurlaub, und davon bleiben wiederum 60 Prozent in ihrem Heimatland. „Das Bedürfnis der Regierung ist es, dass die Österreicher im Inland Urlaub machen, da sie gerade in dieser Zeit ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor sind. Dabei ist die Durchreise nach Kroatien zur Zeit überhaupt kein Problem. Ich habe mir erst selbst kürzlich davon ein Bild gemacht“, weiß Michael Schlögl von Gruber Reisen, der auch gleichzeitig Obmann der Fachgruppe der Reisebüros ist.

"Es wird immer ein Flieger gehen"

Aber auch in seinem Unternehmen spielen sich teils wundersame Dinge ab. „Die Frühbucher, – gerade jene, die Kroatien gebucht haben – nehmen das Storno in Kauf. Gäste, die wir mit dem Flieger von Graz auf die Insel Brac bringen, sind in Sorge, dass sie nicht mehr von der Insel herunterkommen. Hier muss ich klipp und klar sagen, dass immer ein Flieger gehen wird.“ Auch die Beschränkungen im Flugzeug sind ohne Probleme aushaltbar, wie Schlögl weiß. „Es herrscht grundsätzlich Maskenpflicht, ich habe aber auch Fluggäste mit Visieren gesehen. Generell gilt, dass im Flugzeug eine Sitzreihe für etwaige Notfälle frei bleiben muss.“ Das Thema Italien liegt dem Fachgruppen-Obmann schwer im Magen. „Hier sind wir in der Steiermark vielleicht bei zehn Prozent der Normalbuchungen, auch Neubuchungen halten sich extrem in Grenzen. Dabei habe ich mich bei Urlaubern vor Ort, bei österreichischen Familien in Caorle und Grado, über die Verhältnisse informiert. Angeblich ist die Disziplin besser als hierzulande und auch die Vorkehrungen sind strenger als bei uns.“ 

Wenn die Steirer im Sommer in den Flieger steigen, dann landet dieser zurzeit am ehesten in Griechenland und Spanien.  Schlögl: „Von der Reihenfolge her kommt zuerst Kroatien, dann Griechenland und Spanien, gefolgt von Italien. Bulgarien, Albanien und Montenegro funktionieren wegen der Reisewarnungen nicht.“

Voller Flieger nach einem Selbsttest in Griechenland

Grundsätzlich ist die Situation hier von Reisebüro zu Reisebüro höchst unterschiedlich, wie ein Rundruf der Steirischen Wirtschaft (siehe unten) zeigt. Einen interessanten Selbsttest führte  Ende Juni etwa Griechenland-Expertin Andrea Springer, Chefin von Springer Reisen, durch, die sich über Wien nach Athen aufmachte und sich die Gegebenheiten vor Ort anschaute. „Ich habe auf meiner Kurzreise so ziemlich alle möglichen Verkehrsmittel benutzt: Flugzeug, Fähre, Bus. Und ich muss sagen, das Reisen war richtig einfach. Auf der Fähre ist der Mund-Nasen-Schutz nur in den Innenräumen zu tragen, im Freien nicht. In den Hotels herrscht Maskenpflicht für das Personal, nicht aber für die Gäste.“ Und siehe da: Mitte Juli bekam Springer den „Jungfernflug“ von Graz nach Santorin voll, die Menschen beginnen wieder in das Reisen zu vertrauen. Dass der Österreich-Urlaub gerade heuer an Bedeutung gewinnt (am ehesten ins Ausland zieht es Steirer und Kärntner), können einige Reisebüros nur unterstreichen. „Österreich- und auch Deutschlandreisen sind heuer so gefragt wie noch nie. Aber auch die Schweiz und die Mittelmeer-Ziele werden seit Mitte Juni wieder stärker nachgefragt“, sagt Astrid Fritz von TUI. Was sie ebenfalls bemerkt? „Die TUI-Luxusmarke airtours verzeichnet im Juli dreimal mehr Buchungen als noch im Juni. Aktuell boomt die Nachfrage nach Privatvillen mit individuellem Service mehr denn je.“

Busunternehmer in Vorbereitung auf 2021

Während die pauschalen Reiseanbieter also schon wieder Morgenluft wittern, sehen die auf Busreisen spezialisierten Unternehmen noch kein Licht am Ende des Tunnels. „Wir haben den Reisekatalog für 2021 bereits fertig und befinden uns auch gedanklich bereits im nächsten Jahr“, sagt Christian Ziegler von „ottobus“. Von den heurigen Reisezielen her liegt bei dem Steirer Kroatien zwar auf Platz eins, gleich dahinter ist aber Österreich. „Für Österreich wurde auch genug Werbung gemacht, wir bieten etwa Tirol wie auch Kärnten an. Wichtig ist aber, dass die Kunden sich langsam wieder entspannen und sich auf uns Reiseanbieter verlassen“, hofft Ziegler.

Andere Busunternehmer malen ein düsteres Bild, bekommen über den Sommer kaum ein Fahrzeug voll und kämpfen mit monatlichen Einbußen von bis zu 100.000 Euro. „Solange es kein Medikament gibt, wird sich an der Situation für uns nicht viel ändern“, glaubt der Ausseer Robert Zwetti.

Das sagen die Reise-Experten:

Michael Schlögl, Gruber Reisen: „Die Verunsicherung bei den Kunden ist nach wie vor groß, selbst Frühbucher nehmen das Storno in Kauf. Beim Thema Italien herrscht auch weiterhin absolute Zurückhaltung.“

Andrea Springer, Springer Reisen: „Ich bin Ende Juni selbst nach Griechenland geflogen und es war toll und absolut sicher. Wir haben Mitte Juli auch einen vollen Flieger von Graz nach Santorin schicken können.“ 

Christian Ziegler, ottobus: „Gedanklich befinden wir uns schon im kommenden Jahr, auch wenn es heuer noch ein Programm gibt. Dieses wackelt aber ordentlich wegen der schwankenden Zahlen. 2021 hoffe ich auf Normalität.“

Astrid Fritz, TUI: „Österreich und Deutschland, im Speziellen die Alpenregion und Ostseeküste, sind heuer so gefragt wie nie. Auch der Luxusurlaub, und hier die Nachfrage nach Privatvillen, ist stark angestiegen.“

Ulrike Kolb, GEO Reisen: „Relativ viele Kunden erkundigen sich bereits wegen Kreuzfahrten und größerer Reisen für 2021. Aktuell beschränkt sich die Nachfrage auf Österreich und Kroatien, Fernreisen sind kein Thema.“

Iris Gaiswinkler, Reisebüro Schlömicher: „Dank der unsicheren Wetterlage verzeichnen wir eine verstärkte Nachfrage nach Sonne und Meer. Bevorzugt sind Pauschalreisen nach Griechenland und Selbstfahrer nach Kroatien.“

Robert Zwetti, Zwetti Busreisen: „Meine sechs Busse stehen still, wenn ich könnte, würde ich den einen oder anderen verkaufen. Alleine im Juni habe ich 70.000 Euro weniger Umsatz als im Juni des Vorjahres gehabt.“

Angelika Pastner-Pirker, Südland Reisen: „Die Zurückhaltung der Kunden ist immer noch da, am öftesten nachgefragt werden Griechenland, Spanien, Italien, Kroatien, Slowenien und natürlich Reisen innerhalb Österreichs.“


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