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So groß ist die Lücke bei Fachkräften

Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass in der Steiermark rund 25.000 Fachkräfte fehlen. Diese Zahl soll sich in den nächsten Jahren noch verdoppeln – WKO startet große Offensive.

25.000 Fachkräfte werden in der Steiermark gesucht. Österreichweit sind es 162.000 Fachkräfte.
© dieindustrie - Kniepeiss 25.000 Fachkräfte werden in der Steiermark gesucht. Österreichweit sind es 162.000 Fachkräfte.

Der Fachkräftemangel droht mehr und mehr zu einem konjunkturellen Flaschenhals zu werden. Laut einer akutellen Umfrage des Institutes für Bildungsforschung der Wirtschaft (IBW) haben bereits drei von vier steirischen Unternehmen große Probleme beim Recruiting von Professionisten. Geht man regional ins Detail, werden die Zahlen noch deutlicher: So herrscht in Graz bei fachlich fundierten Jobs ein durchschnittlicher Stellenandrang von 0,84, in Liezen gar nur von 0,64. Dabei handelt es sich um eine Kennzahl, bei der die zu besetzenden Jobs den verfügbaren Fachkräften gegenübergestellt werden.  „Durch die demographische Entwicklung gehen in den kommenden Jahren doppelt so viele Menschen in Pension, wie ins Erwerbsleben nachrücken. Man muss kein großer Mathematiker sein, um die Folgen abschätzen zu können“, so WK-Präsident Josef Herk.

Innerösterreichische Vermittlung forcieren

Zahlen wie diese machen den Fachkräftemangel zu einem überregionalen Thema mit echtem politischen Handlungsbedarf. „Wir stellen hier einen deutlichen ,Mismatch‘ fest – derzeit fehlen 25.000 Fachkräfte, und diese Zahl droht sich in den kommenden Jahren zu verdoppeln“, sagt Herk. Ein  erster, wichtiger Schritt zur Bedarfsermittlung wurde kürzlich realisiert: Mit dem neuen Fachkräfteradar der Wirtschaftskammer kann ab sofort die Notwendigkeit einzelner  Mangelberufe pro Bundesland oder Bezirk online festgestellt werden.
„Dieses bundesländerübergreifende Instrument soll vor allem den beruflichen Austausch im Inland forcieren und steigern“, sagt Ewald Verhounig, Leiter des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS). Nachdem sich laut den Umfragen und Studien ein gewisses Ost-West-Gefälle abzeichnet, müssen diese regionalen Unterschiede auch bei der Jobvermittlung stärker berücksichtigt werden: Bei Köchen zum Beispiel herrscht in Tirol und in der Steiermark ein Stellenandrang von nur 0,52 bzw. 1,38, in Wien dagegen kommen auf eine  freie Stelle 4,42 Professionisten.
Um den Fachkräftemangel in den einzelnen Regionen konkretisieren zu können, wurden die Top Ten der jeweiligen Mangelberufe aufgelistet und regionalisiert. In der Steiermark war im Oktober 2018 allen voran der Elektroinstallateur in diesen Top Ten vertreten: Auf einen arbeitslosen Elektroinstallateur kommen in der Steiermark vier offene Stellen (0,28). In Wien dagegen warten im Schnitt mehr als drei Bewerber (3,28) auf eine freie Stelle. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass derzeit in ganz Österreich vor allem nach Fräsern, Maschinenbautechnikern, Schwarzdeckern  und Drehern händeringend gesucht wird.

Positive Anreize statt drohende Sanktionen

ie flexiblere und überregionale Vermittlung von Fachkräften würde sowohl Arbeitssuchenden als auch Unternehmen entgegenkommen. Als Konsequenz müsste aber die Mobilität von Arbeitslosen erhöht werden. Aktuell darf die Anfahrt zur Arbeitsstelle nämlich nicht länger als 60 Minuten pro Fahrtrichtung dauern. Herk: „Hier braucht es eine modernere Betrachtung. Anstatt mit Sanktionen zu drohen, sollten positive Anreizmodelle wie Pendlerbeihilfen oder ein
Kombilohn geschaffen werden.“

Ehrlicher politischer Diskurs gefordert

Neben der österreichinternen Weitervermittlung wird auch Kroatien als Hoffnungsmarkt gesehen. „Ohne qualifizierten Zuzug wird es auf Dauer nicht mehr gehen. Parteipolitische Polemik hat hier keinen Platz, wir dürfen kein Potenzial auslassen“, erklärt der Präsident. Den Arbeitsmarkt Richtung Kroatien zu öffnen würde den akuten Mangel in vielen Branchen schnell lindern können.
„Zusätzlich spielen wir mit dem Gedanken, gezielte Jobmessen auch in anderen Bundesländern zu veranstalten, um den Austausch und  den Dialog zwischen den verschiedenen Regionen anzukurbeln“, so Herk. 

Aktuelle Zahlen:

  • 87 Prozent der befragten Unternehmen bestätigen, dass sie den Fachkräftemangel spüren – 75 Prozent sogar sehr stark. 
  • 25.000 Fachkräfte werden in der Steiermark gesucht. Österreichweit sind es 162.000 Fachkräfte.
  • 0,84 Professionisten stehen in Graz im Durchschnitt für eine Fachstelle zur Verfügung.
  • 10-15 Prozent der Arbeitslosen können sofort weitervermittelt werden.
  • 60 Minuten Anfahrtszeit zur Arbeitsstelle sind aktuell zumutbar. 
Weitere Infos sowie detailierte Ansichten zum neuen Fachkräfteradar finden Sie unter www.wko.at/fachkraefte.

Von Miriam Defregger

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