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So funktioniert Integration: Flüchtlingsprojekt „Talente für Österreich“

Ein eindrucksvolles Integrationsprojekt ermöglicht jungen Flüchtlingen eine Lehrstelle am Bau.

Wo eine Welt zerfällt, wird tausende Kilometer weiter westlich eine neue aufgebaut: das Schicksal und eine lange Reise haben 45 junge Flüchtlinge aus den Krisenregionen im Nahen Osten nach Niklasdorf in die Steiermark geführt. Hier hat das Institut für Talenteentwicklung mit Unterstützung der Bauwirtschaft ein einzigartiges Integrationsprojekt gestartet: junge, unbegleitete Flüchtlinge werden ein Jahr lang auf eine Lehrstelle am Bau vorbereitet.
Josef Pein (Fachverband Bauindustrie), Josef Missethon (Institut für Talenteentwicklung) und Alexander Pongratz (Landesinnungsmeister Bau)
© Foto Fischer Josef Pein (Fachverband Bauindustrie), Josef Missethon (Institut für Talenteentwicklung) und Alexander Pongratz (Landesinnungsmeister Bau)

"Vision des Projektes ist es, diesen Jugendlichen langfristig zu einer Arbeitsstelle in der Bauwirtschaft zu verhelfen und in die Gesellschaft zu integrieren“, erklärt Bmstr. Alexander Pongratz von der Landesinnung Bau Steiermark. „Mit diesem Projekt fördert die Bauwirtschaft ihren eigenen Facharbeiternachwuchs und leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur schnelleren Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt.“

Zur Historie: Mit der Eröffnung des Standortes am Gelände der Fa. Hinteregger in Niklasdorf initiierte das Institut für Talenteentwicklung im Mai 2016 ein österreichweites Pilotprojekt. Im Dezember 2016 wurden interessierte junge Flüchtlinge bundesweit aus verschiedenen Einrichtungen zu einem Lehrlingscasting an die Bauakademie Übelbach eingeladen. Die 45 Besten wurden in das Projekt aufgenommen.

„Hier lernen die Jugendlichen Deutsch, Mathematik, Sachkundeunterricht und werden in unsere Kultur, Werte und Sitten geschult“, erklärt Projektleiter Josef Missethon vom Institut für Talenteentwicklung.  „Außerdem erhalten sie Einblicke, wie es in der Arbeitswelt aussieht. Die Fortschritte der Jugendlichen können wir täglich erfahren. Hier wird auch versucht, mit den Anrainern Kontakte herzustellen, was bereits sehr gut funktioniert.“

Eintritt in die Baulehre für Juli 2017 geplant

Besonders zu erwähnen ist der baupraktische Teil der Ausbildung: seit 1. Februar erhalten die Schüler eine fachspezifische Zusatzausbildung von Experten der Bauakademie in Übelbach.  Diese Ausbildungsschiene ist auf die Bedürfnisse der Bauwirtschaft zugeschnitten und bereitet die Schüler gezielt auf den Eintritt in die Baulehre vor – dieser erfolgt ab Juli 2017.

Unternehmen können Patenschaften übernehmen

Interessierte Unternehmen können in Form eines Bildungs-Investments eine Patenschaft übernehmen und sich am Projekt unterstützend beteiligen. Im Gegenzug stehen den teilnehmenden Unternehmen nach Abschluss des Programmes motivierte und gut ausgebildete Lehrlinge zur Verfügung.

„Letztlich schafft dieses Projekt eine Win Win Win-Situation“, erklärt Bmstr. Josef Pein vom Fachverband der Bauindustrie. „Anstatt dass der Flüchtling der öffentlichen Hand finanziell zur Last fällt, leistet er durch seine Arbeit und seinen Lohn einen Beitrag zum Sozialsystem und integriert sich in die Gesellschaft. Die Bauwirtschaft bekommt gut ausgebildete Fachkräfte, die wir dringend benötigen. Und natürlich profitiert der Flüchtling selbst, der eine Arbeit hat, ein Einkommen bezieht und sich eine Existenz aufbauen kann.“ 

Meilensteine des Projekts

November 2015 - Flüchtlingsprojekt Trofaiach

Initiiert von Art of Reconciliation entsteht im Trofaiacher Stockschloss ein Projekt für 30 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit Internat, Schule und Vorbereitungen auf die Lehre

Jänner 2016 – Talente für Österreich

Aus der Initiative Art of Reconciliation geht das Institut für Talenteentwicklung hervor und übernimmt fortan die Betreuung der 30 unbegleiteten Flüchtlinge unter dem Projektnamen „Talente für Österreich“.

April 2016 – Zertifizierte Schule mit Internat

Das Institut für Talenteentwicklung wird nach ISO 29900 (Qualitätsmanagement für die Aus- und Weiterbildung: Schule für Jugend- und Erwachsenenbildung) und ISO 9001 (QM-System zur Beherbergung und Schulung von unbegleiteten Jugendlichen und Unterstützung bei der Lehrstellensuche) zertifiziert.

Mai 2016 – Österreichisches Sprachdiplom Deutsch (ÖSD)

Das Institut für Talenteentwicklung wird ÖSD zertifiziert und erhält die Lizenz, als ÖSD-Prüfungszentrum geführt zu werden. Seitdem wurden bereits über 80 offizielle Deutsch-Prüfungen (A1, A2, B1) erfolgreich abgenommen.

Mai 2016 – Flüchtlingsprojekt Niklasdorf

Auf dem Firmengelände der Baufirma Hinteregger in Niklasdorf entsteht ein Pilotprojekt für 45 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit Internat, Schule und Vorbereitung auf die Baulehre.

Dezember 2016 – Talente-Casting der Bauakademie

An der Bauakademie Übelbach absolvieren 45 Jugendliche einen fachlichen Eignungstest für den künftigen Einstieg in die Baulehre.

Februar 2017 – Start der baupraktischen Ausbildung

Zusätzlich zum Regelunterricht erhalten die Jugendlichen eine fachspezifische baupraktische Zusatzausbildung von Experten der Bauakademie Übelbach.

März 2017 – Vermittlung in der Region

Mit März 2017 wurde bereits 5 Schülern erfolgreich eine Lehrstelle vermittelt, u.a. in renommierten Unternehmen wie Pankl Racing und der Voest Alpine. Weitere 5 wurden als Fachkräfte in Unternehmen der Region aufgenommen.

Juli 2017 – Beginn der Baulehre

Mit Abschluss des ersten Durchganges der fachspezifischen Vorbereitung auf die Baulehre werden 34 Jugendliche als Lehrlinge für Unternehmen der Bauwirtschaft zur Verfügung stehen. 


Ein Video (Link, Dauer: 8:42 min) über das Projekt finden Sie online unter: www.bautv.or.at 


Projektbeschreibung

Das Institut für Talenteentwicklung, eine Bildungs‐ und Betreuungsorganisation für unbegleitete minderjährige Fremde (UMF), bereitet durch die Kombination der Bereiche Wertebasierte Erziehung – Bildung – Wirtschaft junge Flüchtlinge auf eine Lehre in österreichischen Unternehmen vor. Wir verbinden Grundversorgung, Bildung und Wirtschaft durch ein ganzheitliches pädagogisches Konzept für UMF, welches über die reine Grundversorgung hinausgeht. Sprachkompetenz, Vermittlung von Sitten, Verhalten und Kultur sowie das Hinführen zum Beruf (fachspezifische Ausbildung) bilden dabei die Schwerpunkte, die sich in unserer Schule zu einem Vorzeigeprojekt vereinen. Bei uns erwerben die Jugendlichen Basisbildung in Deutsch, Mathematik und Sachkunde (Leben in Österreich), und schließen mit international anerkannten Deutsch‐Sprachzertifikaten der Stufe A2 bzw. B1 ab. Das Lernen von Verhalten und österreichischen Regeln/Sitten zieht sich durch all unsere Settings (Unterkunft/Schule/Wirtschaft). Ziel ist es, dass die Asylsuchenden nach 1‐1,5 Jahren für eine Lehre in Mangelberufen am Arbeitsmarkt verfügbar sind, um so dem Lehrlings- und Fachkräftemangel in Österreich gezielt entgegenzuwirken. Mit der Eröffnung des Standortes am Gelände der Fa. Hinteregger in Niklasdorf initiierte das Institut für Talenteentwicklung 2016 ein österreichweites Pilotprojekt zur Vermittlung von jugendlichen Flüchtlingen in die Bauwirtschaft. Dieses Projekt wird von Wirtschaftskammer Steiermark, Bundesinnung Bau, Bauinnung Steiermark und Fachverband der Bauindustrie unterstützt. Aus verschiedenen bundesweiten UMF‐Quartieren wurden Jugendliche mit Interesse an einer Bau‐Lehre im Dezember 2016 zum Lehrlingscasting an der Bauakademie Übelbach eingeladen. Die 45 besten wurden in das Projekt in Niklasdorf aufgenommen, wo sie für ein Jahr Deutsch-, Mathematik- und Sachkundeunterricht erhalten sowie über österreichische Werte, Kultur und Sitten geschult werden. Im zweiten Halbjahr (seit Februar 2017) erhalten die Schüler auch eine fachspezifische baupraktische Zusatzausbildung von Experten der Bauakademie, als Vorbereitung zum Eintritt in die Lehre ab Juli 2017. Interessierte Unternehmen können in Form eines Bildungs- Investments eine Patenschaft übernehmen und sich am Projekt unterstützend beteiligen. Im Gegenzug stehen den teilnehmenden Unternehmen nach Abschluss des Programmes motivierte und gut ausgebildete Lehrlinge zur Verfügung.

 

Rückfragehinweis:

Mag. Mario Lugger
Referatsleiter Kommunikation
T 0316/601-652
E mario.lugger@wkstmk.at 

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