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Politisch alles neu bei unseren Nachbarn

Parlamentswahlen, Pandemie und Ukraine-Krieg: Wilhelm Nest, Wirtschaftsdelegierter in Laibach, im Interview über die Wirtschaft im Nachbarland Slowenien.

Stadtansicht Laibach
© Adobestock, PhotoFires Nur 133 km Luftlinie ist Sloweniens Hauptstadt Laibach von Graz entfernt.

Slowenien hat kürzlich gewählt, was bedeutet das für die slowenische Wirtschaft? 

Nest: Die Parlamentswahlen haben die politischen Machtverhältnisse komplett verändert. Robert Golob von der linksliberalen Bewegung Svoboda löst nun Janez Jansa als Premierminister ab. Für die Wirtschaft bedeutet die neue Regierung keine Verschiebung der Schwerpunktthemen. Diese  sind großteils durch das Konjunkturpaket der EU und den Krieg in der Ukraine vorgegeben. Die Wahlen des Staatsoberhaupts und der Bürgermeister im Herbst werden sich auf die Wirtschaft auch nur am Rande auswirken. 

Zwei Jahre Pandemie und nun der Ukraine-Krieg – wie geht es der Wirtschaft?

Nest: Der slowenischen Wirtschaft geht es erstaunlich gut. Bis auf den Tourismus haben alle Sektoren das Niveau von 2019 längst überschritten. Allerdings sind durch die Verwerfungen internationaler Lieferketten Probleme in wichtigen Branchen wie dem Automotivesektor entstanden. Angesichts des Kriegs in der Ukraine und drohender Energieengpässe haben nationale und internationale Wirtschaftsforscher die Wirtschaftsprognose Sloweniens leicht nach unten korrigiert. So erwartet man für 2022 ein Wachstum von 4,2 Prozent und in den darauffolgenden zwei Jahren von je drei Prozent.

Wie eng sind die slowenisch-österreichischen Wirtschaftsbeziehungen?

Nest: Die bilateralen Wirtschafts- beziehungen sind nach wie vor sehr eng. Slowenien rangiert unter Österreichs wichtigsten Partnern auf Rang elf und ist umgekehrt Sloweniens viertwichtigstes Partnerland. Sowohl bei den Gütern als auch bei den Dienstleistungen – mit Ausnahme Tourismus – haben wir 2021 das Vorkrisenniveau überschritten. Österreich ist mit 4,25 Milliarden Euro oder 25 Prozent aller Direktinvestitionen zudem größter Investor in Slowenien. Seit fünf Jahren ist zu beobachten, dass auch sehr viele slowenische Firmen ein Standbein in Österreich gründen.

Welche Bedeutung hat der Hafen Koper für österreichische Exporteure?

Nest: Er setzt für Österreich mehr um als die Nordseehäfen Hamburg und Rotterdam zusammen. Slowenien ist aber auch ein wichtiger Hub für die Länder des ehemaligen Jugoslawiens.

In welchen Bereichen gibt es die größten Chancen für österreichische Firmen?

Nest: Die österreichischen Tochterfirmen verteilen sich praktisch auf alle Branchen und bilden somit – auch stimmungsmäßig – einen Teil des gesamten Spektrums der slowenischen Wirtschaft ab. Die mehr als 1.000 österreichischen Niederlassungen beschäftigen mehr als 20.000 slowenische Mitarbeiter. Die größten Chancen sehen wir für österreichische Unternehmen im Land in den Bereichen Logistik, erneuerbare Energien, Investitionsgüter, Gesundheit und Digitalisierung.

Interview: Petra Mravlak

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