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Slowenien: Grenzöffnung als Hoffnungsschimmer

Wirtschaftsdelegierter Wilhelm-Peter Hasslacher im Interview über steirisch-slowenische Beziehungen und die aktuelle (Grenz-)Lage in der Coronakrise.

Stadtansicht Laibach
© xbrchx, adobestock Auch in Laibach, der pulsierenden Hauptstadt Sloweniens, hat das Coronavirus wochenlang für leere Straßen gesorgt.

Wie stark sind die steirisch-slowenischen Wirtschaftsverbindungen?

Hasslacher: Slowenien ist für Österreich mit einem Handelsvolumen von mehr als 5,5 Milliarden Euro generell ein sehr wichtiger Handelspartner. Dies gilt aber besonders für die Steiermark: Mit rund 130 Niederlassungen gehören steirische Unternehmen, nach Kärnten und Wien, zur größten Investorengruppe. Und: Slowenien ist auf Platz acht der wichtigsten Exportdestinationen der Steirer, mit einem Exportvolumen von rund 700 Millionen Euro. 

Wie hat sich Corona auf die grenzüberschreitenden Beziehungen ausgewirkt?

Hasslacher: Viele Verbindungen wurden abrupt unterbrochen,  davon betroffen waren sämtliche Gruppen: Pendler, Erbringer grenzüberschreitender Dienstleistungen oder Winzer, deren Weinberge teilweise durch die Grenze in der Mitte getrennt wurden. Die schlimmsten Probleme konnten zwar rasch durch Ausnahmeregeln abgefangen werden, von einer Situation des freien Waren- und Personenverkehrs war dies aber weit entfernt. Die aktuelle Krise hat deutlich gezeigt, wie stark die Region nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell und auf persönlicher Ebene miteinander verbunden ist.

Wie ist die Lage derzeit an der Grenze?

Hasslacher: Wenige Tag nach der Ankündigung Österreichs, die Grenzen nach Slowenien zu öffnen, zog auch unser Nachbarland nach und setzte Österreich auf die „grüne Liste“. Das bedeutet: Seit 5. Juni dürfen österreichische und slowenische Staatsbürger sowie Personen mit einem Wohnsitz im jeweiligen Land, wieder frei und ohne Angabe von Gründen ein- und ausreisen. 

Slowenien hat seit kurzem eine neue Regierung. Was bedeutet das für die Wirtschaft?

Hasslacher: Am 13. März, inmitten der Coronakrise, wurde die bereits dritte Regierung unter Premier Jansa angelobt. Ein Fokus liegt auf Entbürokratisierung und Vereinfachung administrativer Verfahren für Unternehmen. Als Teil der Corona-Krisenbewältigungspakete wurden neben Soforthilfen und Liquiditätsspritzen auch raschere Verfahren sowie mehr öffentliches Geld für Großprojekte – etwa ein zweites Gleis zum Hafen Koper – beschlossen.

Wie schätzen Sie die Zukunft des Landes ein?

Hasslacher: Als Exportland trifft der globale Nachfrageeinbruch Slowenien hart, die Wirtschaft könnte zwischen fünf und acht Prozent schrumpfen. Besonders betroffen ist auch der Tourismus. Für 2021 rechnet man aber mit einer schnellen Erholung. Durch die hohe Industrieproduktion und Exportquote könnte das Land von der Anpassung globaler Lieferketten besonders profitieren. Mit dem Hafen Koper bleibt Slowenien weiterhin ein wichtiger Logistik-Hub.

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