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Sicherheitsnetz für junge Firmenchefs

Jede dritte Firmenpleite betrifft Jungunternehmen. Ein Insolvenzprophylaxe-Tool sorgt für mehr Sicherheit im frühen Business.

Computertastatur mit Sicherheitstaste
© momius--stock.adobe.com Ein smartes Sicherheits-Tool unterstützt junge Unternehmer im täglichen Business.
Der Unternehmergeist weht im Steirerland bekanntermaßen besonders stark. Doch die Challenge liegt weniger im Gründen, sondern vielmehr im langfristigen erfolgreichen Ausbau der Geschäftsidee. Dass das aber nicht immer einfach ist, zeigt ein Blick auf die Insolvenzstatistik: Jede dritte Firmenpleite betrifft junge Unternehmer. „Das ist zu viel“, sagen die Experten an der FH Campus 02. Deshalb wurde ein Sicherheitstool entwickelt, das Neo-Unternehmern prophylaktisch unter die Arme greift.
„Business-Starter sind besonders insolvenzgefährdet, weil im Gegensatz zu etablierten Unternehmen einfach zu wenig Datenmaterial für eine detaillierte Geschäftsbewertung vorhanden ist“, erzählt Rudolf Grünbichler, Fachbereichskoordinator für Wirtschaftsrecht an der FH Campus 02. Will heißen: Die jungen Chefs wissen oft gar nicht, dass sich ihr Business bereits auf gefährliche Regionen zubewegt. „Erst wenn das Minus am Konto zu lange ist, beginnt man zu grübeln. Doch da ist es in vielen Fällen bereits zu spät“, erklärt Grünbichler.

Gemeinsam mit einer Grazer Steuerberatungskanzlei und anhand der Daten des Kreditschutzverbandes KSV 1870 hat Grünbichler deshalb die Insolvenzursachen österreichischer Firmen unter die Lupe genommen, um „jene Indikatoren zu identifizieren, welche Unternehmen auf eine negative Entwicklung hinweisen können“.

Sicherheit per Mausklick

Herausgekommen ist nach einem halben Jahr intensiver Arbeit ein für den Endnutzer sehr leicht zu bedienendes Excel-Tool,  in dem monatlich bestimmte Kriterien – neben den Finanzen auch innerbetriebliche Daten sowie das Branchenumfeld – abgefragt werden. „Die Entwicklung der Indikatoren im Zeitverlauf vermittelt dem Unternehmer dann ein gutes Bild von seinem Geschäftsverlauf“, ergänzt Grünbichler. Kurz gesagt: Bleiben die Balken im grünen Bereich, läuft es gut. Rutschen die Linien aber in den roten Bereich, sollten die Alarmglocken schrillen und rasch Experten aufgesucht werden, um größeren finanziellen Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Grünbichler: „Hinter jedem gescheiterten Unternehmen steckt immer auch ein persönliches Schicksal. Wenn wir mit diesem Tool die Insolvenzen auch nur um wenige Prozentpunkte senken können, haben wir bereits einen wichtigen Beitrag geleistet.“ 

Zitat Rudolf Grünbichler:

„Jede dritte Unternehmensinsolvenz betrifft ein Jungunternehmen. Das von uns entwickelte Tool hilft, Warnsignale im Business zu deuten und rechtzeitig zu reagieren.“

Quergefragt:

Was ist geplant?
Der nächste Schritt ist eine Weiterentwicklung des Tools gemeinsam mit dem KSV 1870.
Wo bekomme ich das Tool?
Das Tool ist in Kürze auf www.bilanzbuchring.at abrufbar.
Was ist das Ziel?
So viele Unternehmer wie möglich damit rechtzeitig zu warnen und so vor einer Insolvenz zu bewahren.

Alle weiteren Informationen zum Thema auf www.campus02.at

Von Veronika Pranger

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