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Wie Serbien der Corona-Krise trotzte

Das Interesse an Wirtschaftspartnerschaften mit Serbien ist groß, sowohl in Europa als auch in China und Russland.

Belgrad von oben am Abend
© Adobestock, Nedomacki Belgrad, die florierende Hauptstadt Serbiens

Vor wenigen Tagen wurde Aleksandar Vucic für weitere fünf Jahre als Präsident Serbiens wiedergewählt. „Dies würde an sich Kontinuität in der wirtschaftspolitischen Ausrichtung des Landes bedeuten, wenn es nicht den Krieg in der Ukraine gäbe“, analysiert Erika Teoman-Brenner, Wirtschaftsdelegierte in Belgrad. Denn der Krieg könne auch für Serbiens Wirtschaft schmerzhafte Folgen haben. Eine Wirtschaft, die trotz Corona-Krise im Jahr 2021 ein beachtliches Wachstum von mehr als sieben Prozent verbuchen konnte. „Wenig Tourismus, dafür eine starke Landwirtschaft, eine stabile Industrieproduktion und großzügige staatliche Hilfspakete haben die Unternehmen, aber auch die Bevölkerung erstaunlich gut durch die Krise gebracht“, so Teoman-Brenner. „Dabei sind es vor allem die ausländischen Produktionsniederlassungen, die für Exporte und steigende Beschäftigungszahlen sorgen.“ 

Investitionen aus dem Ausland und russisches Gas

Investitionen aus dem Ausland sind für Serbiens Wirtschaft ein wesentlicher Wachstumsfaktor. Der wichtigste Handels- und Investitionspartner ist dabei die EU. Eine nicht unbedeutende Rolle im Land spielt aber auch China: So sind etwa chinesische Baufirmen in fast allen großen Infrastrukturprojekten involviert – vom Kraftwerks- bis zum U-Bahn-Bau in Belgrad. Und auch chinesische Investoren haben Serbien für sich entdeckt und haben neben großen Industrieunternehmen auch die größte Kupfermine des Landes übernommen. Interesse gibt es aber auch von anderer Seite: So hat der russische Präsident Vladimir Putin unmittelbar nach der Wiederwahl Vucics erneut sein großes Interesse an einer engen Partnerschaft mit Serbien kundgetan. Trotz angestrebtem EU-Beitritt hat sich Vucic in der Vergangenheit immer wieder auch Putin gegenüber als loyal erwiesen, und er hat sich auch nicht den Sanktionen angeschlossen, die die westliche Welt als Antwort auf Putins Einmarsch in die Ukraine verhängte. 

Krieg in der Ukraine mit unbekannten Folgen

Die Auswirkungen des Ukraine- Krieges auf Serbiens Wirtschaft sind noch offen. „Für Unsicherheit sorgen aber vor allem indirekte Folgen, wie steigende Energie- und Lebensmittelpreise, Lieferkettenprobleme und die ungewisse Aussicht, wie sich die Wirtschaft in der EU als wichtigster Absatzmarkt für die Industrie entwickeln wird“, so Teoman-Brenner. „Dazu kommt die komplette Abhängigkeit von russischem Gas. Noch erfreut sich Serbien besonders günstiger Erdgaspreise.“

Trotz aller geopolitischen Unsicherheiten bietet Serbien weiterhin viele Chancen für österreichische Firmen. So etwa im Bereich Maschinen, Ausrüstungen und Vormaterialien, aber auch im Umweltschutz und beim Ausbau der Infrastruktur, wo hohe Investitionen geplant sind. Und so blickt auch das Internationalisierungscenter Steiermark (ICS) im aktuellen Fokusprogramm nach Serbien und auf den Westbalkan. Mit knapp 400 österreichischen Unternehmen mit 20.000 Beschäftigten ist man schon bisher wichtiger Investor im Land. Neben A1, der Strabag, der Porsche-Gruppe, Zumtobel, Wienerberger oder Austrotherm sind auch Banken und Versicherungen sowie Logistikunternehmen in Serbien aktiv.

Länderschwerpunkt des Internationalisierungscenters Steiermark: Westbalkan

  • Kosovo: Von 20. bis 22. April führt eine WKO-Wirtschaftsmission nach Prishtina, um Geschäftschancen auszuloten. Themen: Umwelt, IT, Energie, Bahn, Gesundheit und Bildung. 
  • Serbien: Von 7. bis 9. Juni steht eine  ICS-Wirtschaftsdelegationsreise nach Belgrad und Novi Sad am Programm. Die Schwerpunkte sind Beschaffung, Absatz und IT/IKT.


Von Petra Mravlak

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