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Seit 125 Jahren läuft der Motor in Weiz

Elin Motoren: Der Weizer Visionär Franz Pichler hat 1892 den Grundstein für jenes Unternehmen gelegt, das heute Generatoren baut, die die Welt bewegen.

Die beiden Geschäftsführer Gustav Hauschka und  Wolfgang Landler (v.li.)
© Foto Fischer Die beiden Geschäftsführer Gustav Hauschka und Wolfgang Landler (v.li.)
Elin Motoren – ein Name, der hierzulande wohl jedem geläufig ist. Und das nicht nur, weil die Sondertransporte mit den zigtonnenschweren Generatoren auf den Straßen immer gehörig für Aufsehen sorgen, sondern weil man damit steirisches Motoren-Know-how der besonderen Größenordnung verbindet. Denn in Weiz steht eines der modernsten Motorenwerke am Kontinent, das Kraftwerke und Industrieanlagen rund um den Globus mit Steirer-Power versorgt. Und auch der Blick auf die Eckdaten zeugt von dieser weiß-grünen Antriebsstärke: Knapp 500 Mitarbeiter sind am Standort beschäftigt, 92 Prozent der hier gefertigten Maschinen werden exportiert und damit heuer 115 Millionen Euro umgesetzt. Satte 140 Umsatz-Millionen sind für das Jahr 2020 bereits angepeilt.
Klingt stark und ist es auch – und das seit stolzen 125 Jahren. Grund genug für die Steirische Wirtschaft, zum Jubiläum mit den Geschäftsführern Gustav Hauschka und Wolfgang Landler einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
Gleich zu Beginn aber muss die Frage geklärt werden, woher der Name stammt – denn die wenigsten wissen wahrscheinlich, woher die Bezeichnung Elin kommt, wenngleich diese seit 109 Jahren über den Werkshallen prangt und damit längst ein Stück rot-weiß-roter Industriegeschichte bedeutet. „Es ist schlicht die Abkürzung für elektrische Industrie“, erklärt Hauschka und führt damit zu den Anfängen des Unternehmens zurück. Genauer gesagt starten diese mit dem Weizer Visionär Franz Pichler, der, inspiriert von der elektrischen Beleuchtung der Weltausstellung 1891 in Frankfurt am Main, in seiner steirischen Heimat den ersten Zweiphasen-Wechselstromgenerator der k&k Monarchie konstruierte und mit der Gründung der Pichler-Werke 1892 den Grundstein für das heutige Unternehmen Elin legte. „1908 ging dieses aus den ehemaligen Pichler-Werken hervor“, erzählen die Geschäftsführer.
Angesprochen auf die jüngere Historie, zeigt sich, dass es nicht immer leicht war: „Besonders die 1990er-Jahre waren extrem schwierig. Das Werk in Wien wurde geschlossen, der Export beschränkte sich auf sehr wenige Kunden, und die Motoren waren klein.“
Es brauchte also neue Ansätze, um wieder Drehzahl in den Betrieb zu bekommen. Der Erfolg stellte sich dann Mitte der 90er mit dem 100 Millionen Schilling schweren Kohlekraftwerk-Projekt „Schwarze Pumpe“ in Deutschland ein, das den Einstieg ins Geschäft mit den Gigawattblöcken markierte.
Heute ist es aber vielmehr die grüne Energie, die das Motoren-Geschäft bestimmt. „Die Business-Unit ,Kunststoff, Tunnel und Bergbau` ist nach wie vor die umsatzstärkste, aber 30 Prozent werden bereits mit Generatoren für Windkraftanlagen generiert“, erklärt Landler. Motoren für Kraftwerke sowie für die Bereiche Marine, Öl und Gas vervollständigen das Portfolio. „Wir sind bewusst breit aufgestellt und bewegen uns vom Standard weg, hin in Richtung Nischen.“ Denn der Standortfaktor in Österreich heiße ganz klar Innovation und Know-how, so Landler.in Weiz werde deshalb Hightech-Projektgeschäft gemacht – mit einem Faktor eins bis maximal vier. „Dem Elektromaschinenbau in Europa geht es schlecht. Nur die hohe Engineering-Leistung hat die Weiterentwicklung unseres Betriebs gewährleistet, während andere nicht mehr unter österreichischer Flagge firmieren bzw. nicht mehr da sind“, antwortet Hauschka auf die Frage nach dem Mitbewerb.

Und damit der Business-Motor weiter läuft, wird investiert: Rund 23 Millionen Euro flossen 2008 in den Bau eines der modernsten Prüffelder der Welt. „Hier sind 80 Techniker beschäftigt, aber wir brauchen dringend mehr, um neue Projekte verwirklichen und weiter wachsen zu können“, erklären die Geschäftsführer. Stichwort Wachstum: Wie sehr die rot-weiß-rote Bürokratie dem Unternehmen zu schaffen macht, verdeutlicht das Beispiel der jüngsten Elin-Tochter in Bosnien: „Es dauerte ein halbes Jahr, um das Werk zu bauen und hochzufahren. Genauso lange warten wir hier nur auf einen Bescheid zur Erweiterung unseres Lagers.“

Weitere Infos zum Unternehmen: www.elinmotoren.at

Von Veronika Pranger

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