th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery Flickr Youtube Instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Innovations-Hot-Spot in der Bergidylle

Die Schweiz hat sich inmitten der EU ihren Status als Einzelgänger bewahrt und ist ein starker Wirtschaftsstandort, der mit Stabilität punktet.

Standseilbahn im Hintergrund Matterhorn
© emperorcosar - stock.adobe.com Die Schweiz bietet nicht nur atemberaubende Natur, sie ist Innovationsschmiede.

Mit 956 Patenten pro einer Million Einwohner führt die Schweiz beim Europäischen Patentamt unangefochten das Erfinderranking an. „Diese Innovationskraft ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg des Landes – neben dem starken Bildungssystem, exzellenten Universitäten mit guter Vernetzung zur Wirtschaft, unternehmerfreundlichen Rahmenbedingungen, einer effizienten Verwaltung sowie Fachkräften mit starker Arbeitsethik“, so Maria Derler, stellvertretende Wirtschaftsdelegierte in Zürich

Innovationstreiber im Nachbarland sind etwa die Bereiche Life Science, Finanztechnologie, Informations- und Kommunikationstechnologie oder zukünftige Schlüsseltechnologien, wie Robotik oder Medizintechnologie. „Die zahlreichen in der Schweiz ansässigen Konzerne sind global vernetzt, wodurch das Land auch vom Wachstum in Übersee profitiert“, führt Derler aus. „Und nicht zuletzt ziehen die Entwicklungsmöglichkeiten und hohen Löhne Talente aus aller Welt magnethaft an.“ 

Frankenschock von kurzer Dauer

Selbst der „Frankenschock“ – im Jänner 2015 hob die Schweizerische Nationalbank die Wechselkursbindung an den Euro auf – konnte die Dynamik der Schweizer Inlandskonjunktur nur kurz dämpfen. Durch effizientes, schlankes Wirtschaften habe sich die Wirtschaft erstaunlich schnell wieder erholt, erklärt Derler. 

Seit zwei Jahren ist von der Wachstumsabkühlung nichts mehr zu spüren. Und so liegen die Wachstumsprognosen für 2019 bei 1,5 Prozent und für 2020 bei 1,7 Prozent. „Zahlreiche österreichische Betriebe konnten sogar von der Aufwertung des Franken profitieren, da die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen aus Österreich anstieg“, berichtet Derler. Das zeigt sich auch in den rot-weiß-roten Exportzahlen. Und das hohe Niveau konnte bis heute gehalten werden. Dass die Schweiz nicht EU-Mitglied ist, bringt allerdings auch so manche Hürden für ausländische Dienstleister – so die penible Einhaltung des hohen Lohnniveaus, die achttägige Voranmeldefrist für entsandte Mitarbeiter oder Kautionspflichten. Dennoch ist die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Österreich intensiv und die bilateralen Wirtschaftsverflechtungen – auch mit Direktinvestitionen – wachsen. Die Schweiz ist mittlerweile fünftwichtigster Investor in Österreich, so wurde 2018 ein Rekordwert von rund 9,6 Milliarden Euro erreicht. Aber auch österreichische Investitionen in der Schweiz haben seit dem Jahr 2000 stetig zugenommen und betrugen Ende 2018 rund 7,5 Milliarden Euro.

Nach wie vor in Schwebe ist das seit 2014 verhandelte Rahmenabkommen mit der EU, das eine Instanz vorsieht, die bei Streitfragen und unterschiedlicher Auslegung der bilateralen Verträge ein rechtsverbindliches Urteil für beide Seiten trifft. „Sollte es zum Abschluss kommen, könnten einige von der Schweiz aufgebaute Marktzugangsbarrieren für ausländische Dienstleistungserbringer fallen“, so Derler. „Neben dem Rahmenabkommen gibt es noch eine weitere Baustelle: 2014 hat sich die Schweiz verpflichtet, Steuerregime abzuschaffen, die nicht dem internationalen Standard entsprechen“, so Derler. Auch hier ist die weitere Entwicklung ungewiss. 

Beziehungen mit Tradition

Österreich und die Schweiz sind wirtschaftlich eng verbunden – trotz Hürden durch die Nicht-Mitgliedschaft in der EU. So gibt es aktuell etwa 1.000 österreichische Unternehmen und Beteiligungen  in der Schweiz. Die wirtschaftlichen Bande zwischen den beiden im Zentrum Europas gelegenen Ländern haben sich in den letzten Jahren zunehmend verstärkt und auch zahlreiche steirische Firmen sind direkt vor Ort präsent oder wickeln Aufträge ab. So etwa der Automatisierungsspezialist Knapp: Das Unternehmen errichtet derzeit ein neues Hauptlager für Victorinox – Hersteller des traditionellen Schweizer Taschenmessers sowie von Uhren und Taschen. Für den Hörgeräteakustiker Neuroth waren die Schweiz und Liechtenstein im Jahr 2001 der erste Schritt über Österreichs Grenzen hinaus. Heute gibt es neben einer Firmenzentrale in Zug über 65 Hörcenter mit etwa 200 Mitarbeitern. 

Im Jahr 2018 betrug das bilaterale Handelsvolumen übrigens über zwölf Milliarden Euro, wobei Österreich einen Handelsbilanzüberschuss von 1,3 Milliarden Euro erwirtschaftete.

Von Petra Mravlak


Das könnte Sie auch interessieren

  • International
Blick auf Teheran

Einstiger Hoffnungsmarkt am Abgrund

Säbelrasseln und Sanktionen – der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spitzt sich zu ­– mit unabsehbaren Folgen für die Menschen, aber auch Unternehmen vor Ort. mehr

  • International
Blick auf Barcelona mit Seilbahn

Spaniens Zukunft ist in der Schwebe

Mit der Wirtschaft geht es im einstigen Krisenland bergauf. Wie es politisch weitergeht, ist noch offen. Wir haben mit Experten und Unternehmern gesprochen. mehr