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Schach mit "Pfeifen" und "Psychopathen"

Als „Profilerin“ wird Suzanne Grieger-Langer zu internationalen Rufmord-Kampagnen und Wirtschaftsspionage-Fällen gerufen. Im Rahmen des „Steirischen Wissensforums“ hat sie Einblick in ihren beruflichen Alltag gewährt.

Suzanne Grieger-Langer arbeitet als „Profilerin“ und Transaktionsanalytikerin.
© kk Suzanne Grieger-Langer arbeitet als „Profilerin“ und Transaktionsanalytikerin.

Wofür benötigen Unternehmen Ihre Dienste?
Suzanne Grieger-Langer: Wir sind spezialisiert auf Rufmord-Kampagnen und Wirtschaftskriminalität.

Was kann man sich darunter vorstellen und wie kann Profiling ein Mittel gegen Rufmord sein?
Ein Teil des Profilings ist die sogenannte Mustererkennung. Dabei beginnen wir mit der Frage: Wo im Prozess, auf welchem Härtegrad, auf welcher Stufe der Rufmord-Kampagne sind wir bereits? Wer könnte der Initiator der Kampagne sein? Danach geht es direkt in den „War Room“, wo wir diese Schlammschlacht zu drehen versuchen.

Wie gelingt das? 
Die Situation muss in die Markengeschichte eines Unternehmens eingewoben werden. Man kann die Weste nicht mehr weiß kriegen, aber man kann erklären, warum das passiert ist. Ab einem gewissen Grad kann man Feuer nicht mehr mit Wasser bekämpfen, sondern man muss gegenfeuern – aber nicht auf den Täter, sondern mit einer runden Gegenstory. Hier kommt die Kategorisierung von Menschen ins Spiel, um zu identifizieren, auf welchem Level wir hier Schach spielen.

Wie kategorisieren Sie Menschen?
„Poser“, „Pfeifen“, „Psychopathen und „Performer“ sind Performancekategorien. Das sagt aus, wie erwachsen sich Menschen in eine Situation einbringen. „Pfeifen“ zeichnen sich durch hochgradige Unreife aus und entstehen, wenn die Eltern die Welt auf ihr Kind vorbereiten – und nicht umgekehrt. Während die „Pfeifen“ Leistungen simulieren, sind „Psychopathen“ Loyalitäts-Simulanten. Sie sind zwar High-Performer, aber nur für die eigene Agenda. Darüber hinaus wissen sie andere Menschen gut zu manipulieren und zu motivieren. Wenn „Pfeifen“ von „Psychopathen“ motiviert werden, dann entstehen „Poser“. Das sind Menschen, die wie Strohmänner alles für den „Psychopathen“ umsetzen.

Diese Kategorisierungen nutzen Sie auch im Bereich der Wirtschaftskriminalität.
Im Bereich Spionage werfen wir stets einen Blick darauf, ob ein Kandidat nicht vom Feind eingeschleust wird. Das ist unser kriminalistisches Spezialgebiet.

Woran erkennen Sie einen Spion?
Profiling ist keine „One-Woman-Show“. Wer behauptet, er könne alles alleine auslesen, der hat keine Ahnung. Für einen Zielkandidaten haben wir daher im Schnitt 25 Analysten im Einsatz, die mit ihren Methoden das uns zur Verfügung stehende Datenmaterial über die Person auslesen – und ein Profil daraus erstellen.

Wie oft werden Ihre Dienste beansprucht?
Das ist in der Tat unser „Daily Business“. Tendenz steigend – gerade hier in Österreich. Denn diese Unternehmen bringen sehr viel Innovation in die Welt, mit herausragender Qualität. Die Konkurrenz versucht mit versierten Mitteln, diese Unternehmen aus der Kurve zu schleudern. Entscheidend ist, dass solche Kampagnen heutzutage sehr einfach auch aus dem Kinderzimmer heraus gemacht werden können: Es ist schnell, es ist billig. Aber natürlich unredlich. Vieles ist schockierend gesteuert.

Inwiefern?
Gerade bei österreichischen Unternehmen werden etwa Unterstellungen über Social Media oder aber auch klassische Medien über die Schweiz eingekippt, weil da die rechtliche Handhabe fehlt. In diesen Berichten geht es nie um das Produkt oder die Dienstleistung, sondern es wird die Art und Weise, wie Sie sich in Geschäftswelt verhalten, diskreditiert.


Zur Person:

Suzanne Grieger-Langer (*1972) lebt in Bielefeld, Deutschland, und hat Pädagogik und Kriminalistik studiert. Seit 26 Jahren arbeitet sie als „Profilerin“ und Transaktionsanalytikerin. Ihre Methodik steht teils in der Kritik. Auf Social Media folgen ihr mehr als eine halbe Million Menschen.


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