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Wo der Satellit den Kompost umdreht

Die TU Graz entwickelte gemeinsam mit einem Frohnleitener Betrieb den ersten autonom fahrenden Elektro-Kompostwender.

E-Kompostwender der TU Graz
© Pusch&Schinnerl Mit der Entwicklung eines autonom fahrenden E-Kompostwenders sorgen die Forscher der TU Graz weltweit für Aufsehen.

Dieser Forschungsförderungsantrag ist sicherlich nicht alltäglich gewesen, denn wer denkt bei einer Kompostmaschine an das ASAP – das Austrian Space Applications Programme? „Wir schon. Naja, die Arbeit bei der Kompostierung stinkt oft wirklich zum Himmel – da passt das schon ganz gut“, schmunzelt Christian Landschützer, stellvertretender Leiter des Instituts für technische Logistik an der TU Graz. 

Doch Spaß beiseite: Was sich die TU-Experten hier gemeinsam mit dem Frohnleitener Unternehmen Pusch und Schinnerl ausgedacht haben, ist eine kleine Revolution, die bereits bis in die USA, Afrika oder auch den Iran für Aufmerksamkeit gesorgt hat. „Wir haben die weltweit erste autonom fahrende, elektrisch angetriebene Kompostwendemaschine entwickelt“, erzählt Landschützer. 

Positionsbestimmung durch Satelliten

Warum es so etwas braucht, wird relativ schnell klar, wenn der Experte erzählt, wie diese Arbeit bislang abläuft: „Industrielle Kompostierer nutzen dafür dieselbetriebene Fahrzeuge mit Kettenantrieb oder Traktoren als Zugmaschinen. Und selbst bei klimatisierten Fahrerkabinen ist dieser Job richtig hart, denn die Gase der Abfälle riechen sehr, sehr streng.“ Hinzu komme das Tempo, das ebenso wenig zur Jobfreude beitrage: „Die Wendemaschinen bewegen sich zwischen 50 und 300 Meter pro Stunde.“ Das in Summe mache den Betrieben die Suche nach Mitarbeitern nicht leicht, weiß Landschützer. Die Idee war also, ein autonom fahrendes Gerät zu entwickeln – natürlich elektrisch betrieben. „Vorläuferprojekte dazu gab es bereits, an dieser Maschine selbst tüfteln und forschen wir seit einem Jahr. Hier wurden nicht nur der akkuelektrische Antrieb sowie die Wendewalze mit reichlich Know-how optimiert, sondern vom Institut für Geodäsie auch ein eigenes Navigationssystem realisiert, das den Standort der Maschine in Echtzeit zentimetergenau erfasst“, berichtet der Projektleiter. 

Die hochgenaue Positionsbestimmung des Kompostwenders erfolgt mithilfe globaler Satellitensysteme, das Bewegungsfeld der Maschine wird zuvor exakt digital vermessen und virtuell dargestellt, die Maschine selbst ist mit Antennen und bildgebenden Sensoren ausgestattet. 

Internationales Interesse

Und der Aufwand lohne sich, nicht nur wenn man bedenke, dass alleine in Österreich jährlich über eine Million Tonnen Biomüll anfallen, die in rund 400 industriellen Kompostieranlagen aufbereitet werden, so Landschützer: „Gerade in Ländern, die nicht so mit fruchtbarer Erde gesegnet sind wie wir, spielt effiziente Kompostierung eine immer wichtigere Rolle.“ Deshalb wundert es nicht, dass das Interesse am autonomen E-Wender bereits sehr groß ist, auch wenn man für die Serienreife noch bis zum Frühjahr brauche.

„Der autonome elektrische Kompostwender ist eines von vielen Projekten, die steirische Hochschulen und Forschungseinrichtungen gemeinsam mit KMU umsetzen. Die Initiative ,Sciencefit‘ bringt Betriebe und Forscher unkompliziert zusammen.“
Christian Landschützer, TU Graz


Quergefragt:

Was ist das Besondere?

Eine der Innovationen beim E-Wender besteht im eigens entwickelten Navigationssystem. 

Wann wird produziert?

Im kommenden Frühjahr.

Wie hart war das Forschen?

(lacht)... Wir hatten das Privileg, mit Simulationen zu arbeiten, nicht direkt beim Kompost. 


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