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Rot-Weiß-Rot-Karte verfehlt Ziel wegen zu vieler Hürden

Nur 291 Jobs mittels Rot-Weiß-Rot-Karte: Industrie und TU Graz fordern weniger Bürokratie beim Zuzug ausländischer Fachkräfte.


Hightech-Unternehmen wie AT&S brauchen internationale Mitarbeiter.
© AT&S Hightech-Unternehmen wie AT&S brauchen internationale Mitarbeiter.
Der Fachkräftemangel wird immer virulenter. Vor allem die forschungsintensive Industrie klagt über akute Personalprobleme. Probleme, die die Rot-Weiß-Rot-Karte eigentlich aus dem Weg schaffen sollte. Sie regelt die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte, doch in der Praxis würden sich zahlreiche Probleme ergeben, kritisiert IV-Präsident Georg Knill. Er forderte dieser Tage gemeinsam mit Vertretern von Leitbetrieben, aber auch der Wissenschaft – in Form der TU Graz – Reformen ein (s. Infobox): „Qualifizierte Zuwanderung ist für uns ein Schlüsselfaktor.“

Bei Umsetzung der Rot-Weiß-Rot-Karte hakt es aber – das zeigt die Statistik. „2017 wurden österreichweit 2.020 Karten ausgestellt, das ist nicht einmal ein Viertel dessen, was die Bundesregierung angepeilt hat. Auf die Steiermark entfallen dabei 291 Arbeitsbewilligungen und nur 35 davon wurden aufgrund der Mangelberufsliste erteilt“, so Knill.
291 Jobs durch diese Karte insgesamt stehen hierzulande allein in der Industrie 3.000 offene und aufgrund mangelnder Qualifikationen der Bewerber nicht zu besetzende Stellen gegenüber. Deutliche Zahlen, die AT&S-CEO Andreas Gerstenmayer mit Beispielen aus der Praxis untermauert: „Es scheitert zu oft an der Bürokratie: Wir konnten einen langjährigen indischen Mitarbeiter nicht in Leoben einsetzen, weil seine internen Qualifikationen hier nicht anerkannt wurden. Ein anderer Mitarbeiter aus Kanada, den wir gebraucht hätten, hatte bereits eine gültige deutsche Arbeitserlaubnis, doch es war nicht möglich, diese auch auf Österreich umzuschreiben.“ Große Probleme ergäben sich auch immer dann, wenn Arbeiter aus Nicht-EU-Staaten, etwa für Wartungen an Maschinen, benötigt werden: „Die bürokratischen Vorlaufzeiten betragen hier vier bis sechs Wochen. So lange kann eine wichtige Anlage aber nicht stillstehen.“
Ähnliche Problematiken zeige auch die Beschäftigung von wissenschaftlichen Mitarbeitern, ergänzt TU-Rektor Harald Kainz: „Allein dass die Formulare nur auf Deutsch sind, zeigt wenig Willkommenskultur. Es braucht dringend mehr Serviceorientierung an den Behördenstellen.“


Industrie und Wissenschaft stellen fünf Modernisierungsforderungen an die Bundesregierung:

  • Deutliche Verkürzung der Verfahren
  • Absenkung des Mindestgehalts für Studienabsolventen unter das von FWF-Doktoranden
  • Einführung einer regionalen Mangelberufsliste
  • Digitalisierung der Verfahren
  • Verzicht auf allgemeine Voraussetzung der „ortsüblichen Unterkunft“

Von Veronika Pranger

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