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Richtungswechsel in Argentinien

Die Wahl Alberto Fernandez’ zum neuen Präsidenten ist eine Rückkehr zum Peronismus. Wir haben nachgefragt, was das für österreichische Firmen im Land bedeutet.

Buenos Aires
© alex black, stockadobe.com Mit ihren 15,2 Millionen Einwohnern ist Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires die drittgrößte Stadt in Südamerika.

In wenigen Tagen wird Alberto Fernandez sein Amt als Präsident Argentiniens antreten. Damit hat das Land eine politische Kehrtwende hingelegt, denn die Bevölkerung hat der Vorgängerregierung – der ersten nichtperonistischen in der jungen Geschichte Argentiniens – eine Abfuhr erteilt. „Um die Stimmung zu beschreiben, muss man verstehen, was Peronismus bedeutet“, so Marco Garcia, Wirtschaftsdelegierter in Buenos Aires. „Das Modell beschreibt einen eigenen Wirtschaftszyklus, der sich vom kapitalistischen unterscheidet“, so Garcia. „Wo wir eine Krise sehen, eröffnen sich in Argentinien Geschäftschancen und wo wir vom Aufschwung reden, ist das Land bereits überhitzt und schlittert zielgenau in etwas, das wir dann wieder als Krise bezeichnen.“ Wenn man aus mitteleuropäischer Sichtweise Probleme identifizieren möchte, dann sei der Begriff Schwellenland treffend: „Es ist ein Land mit einer veralteten Infrastruktur, einem schwer finanzierbaren Sozialsystem und einem geringen Anteil produktiver Bevölkerung.“

Trotz negativer Prognosen von IWF und Weltbank geht Garcia von einem leichten Wirtschaftsaufschwung für 2020 und 2021 aus. Danach erwartet er eine Rezession, da die Inflation durch das Banknotendrucken die Kaufkraft schwächen werde. „Das ist ein in Argentinien bekannter Wirtschaftszyklus, eben charakteristisch für das peronistische Wirtschaftsmodell.“ 

Notwendigkeiten und Chancen

Dringend nötig sind nun Investitionen in die veraltete Infrastruktur. Und hier könnten sich Chancen für österreichische Unternehmen auftun. „Etwa beim Ausbau der nationalen Güterbahnstrecke und bei der Modernisierung von Häfen“, führt Garcia aus. „Auch die Industrie ist auf Technologieimporte angewiesen.“ Schon bisher sind Maschinen und Anlagen – etwa Kräne, Turbinen und Industrieroboter – die wichtigsten Exportgüter Österreichs nach Argentinien, gefolgt von pharmazeutischen Erzeugnissen, Motorrädern, Messinstrumenten und Medizintechnologie. Und Unternehmen wie Andritz, Voestalpine, AVL List oder Magna sind längst in Argentinien aktiv. Umgekehrt liefert das südamerikanische Land vor allem landwirtschaftliche Produkte mit niedrigem Verarbeitungsgrad nach Österreich. Die Stimmung in den 34 österreichischen Niederlassungen in Argentinien ist übrigens positiv: „Alle rechnen nach dem Regierungswechsel mit einem Aufschwung der nationalen Wirtschaft und der lokalen Nachfrage“, so Garcia. Wichtig wäre nun allerdings die Ratifizierung des bereits ausverhandelten Doppelbesteuerungsabkommens. „Damit wäre der Wettbewerbsnachteil österreichischer Firmen gegenüber europäischen Mitbewerbern aufgehoben“, so Garcia.

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