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Höhenflug für die berufliche Ausbildung

Warum die duale Ausbildung so wichtig ist, weiß Bildungsexperte Thomas Mayr vom IBW, der über den Nationalen Qualifikationsrahmen (kurz NQR) informiert.

Mayr Thomas
© Mayr-IBW Thomas Mayr ist anerkannter Experte für Europäische Bildungspolitik und Lebenslanges Lernen.

Von der WKO Steiermark wurden jüngst die Absolventen der Meisterprüfung geehrt. Dieser Titel soll bald sogar in offiziellen Dokumenten eingetragen werden. Wie stehen Sie dazu?
Mayr:
Die Branche will das, natürlich. Im NQR stehen etwa der Bachelor und der Meister ja schon auf einer Stufe, nämlich der sechsten von acht. Das heißt aber nur, dass sie gleichwertig, aber nicht gleichartig sind.

Stichwort NQR: Was hat es mit dem Nationalen Qualifikationsrahmen auf sich und warum ist er so wichtig?
Mayr:
Hier soll die gesamte Bildungslandschaft abgebildet, in Stufen eingeteilt und damit vergleichbar werden. Der NQR spielt damit bei der Attraktivität der Lehre eine Rolle, wird diese doch auf eine Stufe mit der AHS-Reifeprüfung gestellt. Der NQR versteht sich als umfassender Rahmen, in dem sowohl allgemein als auch berufsbildende Qualifikationen aus allen Bildungsebenen und allen Bildungskontexten dargestellt werden sollen. Dadurch soll die Transparenz und Vergleichbarkeit von Abschlüssen erhöht und das Verständnis für das österreichische Qualifizierungssystem in Europa verbessert werden. Dass der Meister auf einer Stufe mit dem Bachelor steht, ist ein Meilenstein für die Berufsausbildung.

Warum ist diese Vergleichbarkeit so wichtig im internationalen Wettkampf? Ist der NQR in Europa eigentlich schon auf einem einheitlichen Standard?
Mayr:
Wir sind auf dem besten Weg zu einem einheitlichen System, dem Europäischen Qualifikationsrahmen. Aber noch sind die Länder nicht einheitlich. Während wir und viele andere Länder bereits das achtstufige System haben, gibt es in Frankreich nur fünf, in Schottland dafür zwölf, während die Briten wiederum zehn Stufen haben. Internationale Betriebe sehen aber auch so auf einen Blick, auf welchem Qualifikations-Level eine Arbeitskraft aus einem anderen Land ist.

Wie sieht es in den Ländern außerhalb Europas aus?
Mayr:
Auch China bemüht sich nun um einen allgemein gültigen Qualifikationsrahmen. In Summe tüfteln bereits 120 Staaten weltweit an einem System. Einheitliche Spielregeln gibt es noch nicht.

Zurück nach Österreich: Der NQR ist ständig in Bewegung – welche Institutionen haben jüngst Zuordnungsgesuche eingereicht?
Mayr:
In absehbarer Zeit werden die nicht formalen Qualifikationen wie die WIFI-Fachakademie oder BFI-Kurse in die achtstufige Skala eingegliedert. Meiner Vermutung nach werden sich beim WIFI und beim BFI höhere Niveaustufen ergeben. In den nächsten ein bis zwei Jahren soll der NQR dann grundsätzlich fertig sein, auch wenn das eigentlich nicht ganz korrekt ist, weil ja immer wieder neue Ausbildungen dazukommen.

Wen würden Sie sich noch im Ranking wünschen?
Mayr:
Noch kein Zuordnungsgesuch eingereicht haben etwa die Ärzte, wobei man hier davon ausgehen kann, dass ein Allgemeinmediziner in der höchsten Stufe berücksichtigt werden würde. Auch das Justizministerium fehlt noch, das Verteidigungsministerium möchte seine Militärgrade in dem Ranking anzeigen lassen.

Seit November ist nun auch die NQR-Servicestelle aktiv. Was bedeutet das?
Mayr:
Die Servicestelle am ibw berät Anbieter nicht-formaler Qualifikationen über die Zuordnung und übernimmt deren Qualitätssicherung. Unparteilichkeit und Professionalität gegenüber dem Qualifikationsanbieter sowie Verlässlichkeit gegenüber den NQR-Gremien sind zentrale Arbeitsprinzipien der Servicestelle. Der Grund für die Einrichtung von NQR-Servicestellen liegt in der Angebotsvielfalt der Weiterbildungslandschaft sowie in der hohen Freiheit in der Ausgestaltung dieser Angebote. So gibt es Anbieter mit sehr umfassenden Bildungsangeboten, aber auch hoch spezialisierte Einrichtungen und solche, die wiederholt, aber nicht regelmäßig Bildungsprogramme für erwachsene Lernende anbieten.

Wo sehen Sie noch Handlungsbedarf im Bereich der Lehre?
Mayr:
Die Begrifflichkeiten müssen angepasst werden. In Teilbereichen sind diese bereits sehr veraltet, Begriffe wie „Lehrgeld“ gehören modernisiert und neu definiert. Auch die Dualität zwischen Betrieben und Berufsschule muss erweitert werden. Die Lehre muss außerdem für Maturanten attraktiver gestaltet werden.

Die Berufsfelder sind in einem ständigen Wandel, die Digitalisierung steht überall im Mittelpunkt. Welche Lehrberufe werden Ihrer Meinung nach in Zukunft an Bedeutung gewinnen?
Mayr:
Alle Lehrberufe, die die technologische Entwicklung gut abdecken können, werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Generell werden aber alle anderen Lehrberufe auch diesbezüglich nachrüsten, schließlich ist die Digitalisierung in aller Munde und damit auch nicht
umgehbar.

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