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"Eine politische Finte von Gekränkten"

Vinzenz Harrer ist der erste Unternehmer an der Spitze der steirischen Gesundheitskasse. Und der Vorsitzende findet klare Worte zum Getöse rund um fehlende Millionen im ÖGK-Gesundheitsbudget.

Vinzenz Harrer ist der erste Unternehmer („Vinzenz Harrer GmbH“ in Frohnleiten) an der Spitze der steirischen Angestellten- und Arbeiterkrankenkasse.
© Foto Fischer Vinzenz Harrer ist der erste Unternehmer („Vinzenz Harrer GmbH“ in Frohnleiten) an der Spitze der steirischen Angestellten- und Arbeiterkrankenkasse.

Mit 1. Jänner startete die ÖGK, doch nur Tage darauf wurden erste mediale Rufe laut, dass ein millionenschweres Minus drohe und es die angekündigte Patientenmilliarde gar nicht gebe. Was ist Fakt, Herr Harrer?
Vinzenz Harrer:
Was wir derzeit erleben, ist schlichtweg ein kommunikatives Foul. Denn bereits seit mehr als einem Jahr weiß man, dass es zu diesen Veränderungen kommen wird – weil die Beitragsgrundlagen nicht im selben Ausmaß wie die Gesundheitsausgaben steigen. Das hat sich in den Vorschaurechnungen klar abgezeichnet, was heuer an Abgängen in den Kassen auf uns zukommt. Das ist also kein Phänomen, das durch den Start der neuen ÖGK vor wenigen Wochen verursacht worden ist.

Warum führen wir dann die Debatte ums Budget?
Harrer:
Es dürfte diese so eigentlich gar nicht geben. Und das wirklich Schändliche an der Sache ist, dass man aus einer Entwicklung, über die alle Verantwortlichen Bescheid wussten, jetzt ein Politikum macht. Es ist eine politische Finte von einigen tief Gekränkten, anders lässt sich das für mich nicht erklären. Weil nämlich jetzt genau diejenigen, die über Jahrzehnte die Führung der Kassen innehatten und die seit einem Jahr über die Zahlen genau Bescheid wissen, nun lautstark über das Minus jammern. Und schlimmer noch: Man schiebt diese Entwicklung der neuen ÖGK in die Schuhe.

Und was ist mit der angekündigten Patienten­milliarde?
Harrer:
Auch hier wäre es besser, die Fakten zu betrachten, anstatt Verschlechterungen im Gesundheitssystem aufgrund fehlenden Wissens „herbeizureden“ und damit die Bürger zu verunsichern. Denn es stimmt einfach nicht, ganz im Gegenteil: Weit über 100 Millionen Euro gingen nämlich bereits im Vorjahr als Teil der sogenannten „Patientenmilliarde“ in die Leistungsharmonisierung – nach oben, wohlgemerkt. Damit wurden die Unterschiede, die es zwischen den Ländern bzw. zwischen den Trägern gab, ausgeglichen. Für den Versicherten bedeutet das, dass er jetzt, egal, in welchem Bundesland er ist, auf die selben Leistungen zugreifen kann. Und wenn es durch diese Harmonisierung zu Veränderungen gekommen ist, dann sprechen wir hier immer von einem Upgrade für den Versicherten. Das selbe gilt auch für die Tarifanpassungen bei den Vertragspartnern, die künftig bundesweit in Angriff genommen werden.

Bleiben wir beim Geld: Um welche Summen geht es?
Harrer:
Die ÖGK-Landesstelle  braucht für die Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung in der Steiermark rund zwei Milliarden Euro pro Jahr. An diesem Bedrarf  hat sich nichts verändert. Und je nach Rechenmodell kommen hier 20 bis 30 Millionen an Abgängen auf uns zu. Das zu erwartende „Minus“ bewegt sich also im Bereich von rund einem Prozent. Und ein solcher Prozentsatz ist auf jeden Fall handlebar. Nicht anders sieht die Rechnung österreichweit aus: Hier sind es in etwa 17 Milliarden Euro, auf die hochgerechnet rund 170 Millionen an Abgängen treffen.

Wo werden Vereinfachungen in der ÖGK sichtbar?
Harrer:
Beispielsweise in der Technik: Alleine bei der EDV reden wir von rund 250 selbstgestrickten IT-Programmen und Tools in den einzelnen Bundesländern.

Sie sind der erste Unternehmer an der Spitze der steirischen Krankenkasse. Wo werden Sie persönlich Schwerpunkte setzten?
Harrer:
Für mich ist es wichtig, dass wir den niedergelassenen Bereich noch weiter stärken und regionale Versorgung mit kurzen Wegen garantieren. Das geht Hand in Hand mit der aktiven Begleitung der steirischen Gesundheitsreform.

Was wird sich generell ändern, wenn nun ein „Chef“ das Ruder der Kasse führt?
Harrer:
Wir sprechen hier nicht von Machtumkehr, sondern von Parität. Und diese ist ein absolutes Zukunftsmodell. Nun können wir Dienstgebervertreter nämlich erstmals wirklich aktiv mitgestalten – zuvor wurde uns nur eine relativ passive Rolle zugestanden. Dabei sind es aber doch die Unternehmen, die das Versorgungsystem in Österreich sichern. Denn die Betriebe garantieren, dass das Geld von jedem einzelnen Versicherten immer in der richtigen Höhe und auch zeitgerecht ankommt. Man stelle sich nur einmal vor, die Kassen müssten die Beiträge selbst einheben.

Was bringt die Strukturänderung den Unternehmern?
Harrer:
Weniger bürokratischen Aufwand, denn es gibt nur mehr eine Anlaufstelle, auch wenn die Mitarbeiter bundesländerübergreifend im Arbeitseinsatz sind.

Warum ist Selbstverwaltung für Sie wichtig?
Harrer:
Es ist das Wesen einer Demokratie, dass man das mitgestaltet, was man auch verantwortet. Deshalb ist Selbstverwaltung für mich absolut unabdingbar

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